Post-Chef Pölzl verspricht "ordentliche Dividende"

Post-Chef Pölzl verspricht "ordentliche Dividende"

Post-Chef Georg Pölzl hat viele Packerln und Ansagen parat - auch was die ÖIAG und Politik betrifft.

Österreichs Post AG ist im Plan. Post-Vorstandschef Georg Pölzl zeigt sich großzügig, was die Dividende betrifft. Eine klare Absage erteilt Pölzl den Eiferern, die Staatsholding ÖIAG in den Schlepptau der Politik direkt anzuhängen: "Absurd!"

Wien. Für Post-Chef Georg Pölzl verliefen die ersten neun Monate des heurigen Jahres "angenehm unspektakulär", das Jahresergebnis werde an das Rekordjahr 2013 "anknüpfen" können. "Es wird wieder eine ordentliche Dividende geben", so Pölzl. Diese werde auf dem Niveau der Vorjahre liegen. In den vergangenen fünf Jahren stieg die Ausschüttung kontinuierlich von 1,50 auf 1,90 Euro je Aktie.

Mit dem Geschäft in Österreich und Südosteuropa zeigte sich der Post-Chef sehr zufrieden, in Deutschland laufe der "Entwicklungsprozess" bei der Versandtochter trans-o-flex weiter, in keinem Markt in Europa sei der Preiskampf aber so hart. "In Deutschland ist jeder", erklärte Pölzl am Dienstag auf der Quartals-Pressekonferenz.

Die Rückstellungen für Mitarbeiter, für die die Post momentan keine Beschäftigung hat, blieben - um steuerliche Veränderungen bereinigt - auf Vorjahresniveau. Alleine der Zinseffekt aus den Rückstellungen hätte 17 Mio. Euro ausgemacht.

Die Aktie der Post AG lag Mittwochmittag bei 39,69 Euro, ein Minus gegenüber dem Vortag von 1,54 Prozent. Der Ausgabekurs der Post notierte im Jahr 2006 bei 19 Euro. Zum Vergleich: Die Aktie der Telekom Austria liegt derzeit bei 5,61 Euro, der Ausgabekurs betrug 9 Euro.

Warnung an die Politik

Zur politischen Diskussion um eine Neuaufstellung oder gar Auflösung der Staatsholding ÖIAG bekräftigte Pölzl seine Position, dass die jetzige Lösung die beste ist. "Ich bin sehr froh in einem ÖIAG-geführten Unternehmen zu sein. In meinen fünf Jahren bei der Post habe ich ausschließlich positive Erfahrungen gemacht", betonte Pölzl. Es sei "absurd", die ÖIAG-Betriebe in die Zuständigkeit der Ministerien zu verschieben. Das würden auch die Märkte nicht positiv sehen.

In Deutschland prüft die CDU/CSU-SPD-Regierung weitere Privatisierungsschritte bei der Deutschen Post und der Deutschen Telekom. An der Deutschen Post ist der Bund nur noch indirekt über die Staatsbank KfW mit 21 Prozent beteiligt. In Österreich ist der Staat über die Staatsholding ÖIAG bei der Post mit 52,85 Prozent Mehrheitsaktionär. Bei der Telekom Austria hat inzwischen die mexikanische America Movil mit 59,7 Prozent das Ruder übernommen.

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