Frühwald: "Small Caps bieten größere Wachstumschancen"

Frühwald: "Small Caps bieten größere Wachstumschancen"

Anita Frühwald, Country Head von BNP Paribas Investmentpartners in Österreich, über die Vorteile einer Veranlagung in kleinere Unternehmen und wie man damit eine gute Performance bei begrenztem Risiko erzielen kann.

FORMAT:: Warum sollte man jetzt ausgerechnet in Small Caps, also kleinere und mittlere Unternehmen, investieren?
Anita Frühwald:: Small Caps bieten im Vergleich zu großen Unternehmen interessante Vorteile: Das sind meist smarte, wendige Companies, die größere Wachstumschancen bieten. Small Caps erkennen Trends oft früher und können sich schneller danach ausrichten. Diese Unternehmen haben ein kleineres Produktportfolio und sind selektiver bei der Auswahl ihrer Märkte. Genau das macht sie dann auch als Übernahmekandidaten interessant.

FORMAT:: Wie sieht die Attraktivität von Small Caps in den einzelnen Regionen aus?
Anita Frühwald:: In den USA beispielsweise sind diese Unternehmen im Wirtschaftszyklus schon weiter und somit in der Bewertung schon relativ teuer. Es gibt also Märkte mit mehr Aufwärtspotenzial. In Europa und im Euroraum stehen Small Caps jedoch erst am Beginn ihres Aufschwungs. Hier sollte es sich lohnen, jetzt einzusteigen.

FORMAT:: Wie sieht dann die Performance Ihres Parvest European Small Caps Fonds aus?
Anita Frühwald:: Bei aller Bescheidenheit: nicht schlecht. Seit Jahresbeginn hat der Fonds um rund 17 Prozent im Wert zugelegt. Und 2014 hat er den Vergleichsindex, den MSCI Europe Small Cap, outperformed. Der Fonds wurde von Ratingagenturen wie Lipper oder Morningstar zuletzt mit den besten Noten versehen.

FORMAT:: Trotzdem ist das Risiko bei kleineren Unternehmen größer. Wie gehen die Fondsmanager bei der Auswahl vor?
Anita Frühwald:: Es gibt über 1.500 derartige Unternehmen in Europa, die kontinuierlich unter Beobachtung stehen. Dabei werden verschiedene Kriterien eingesetzt, nach denen dann letztendlich rund 40 bis 60 Small Caps ausgewählt werden.

FORMAT:: Wie sehen die Kriterien aus?
Anita Frühwald:: Ganz oben steht die Liquidität, um das höhere Risiko für Zahlungsausfälle kleinerer Unternehmen zu verringern. Deshalb werden die Kandidaten zunächst nach ihrem Liquiditätsgrad gefiltert. Dadurch wird das Risiko für den Fonds schon einmal begrenzt. In weiterer Folge kommen dann Kriterien wie die Bewertung oder Wachstumschancen zum Einsatz. Aber auch die Qualität des Managements ist sehr wichtig. Das Fondsteam ist bis zu 200 Mal im Jahr in direktem Kontakt oder vor Ort, um die Unternehmen unter die Lupe zu nehmen. Am positiven Ende eines aufwändigen Analyseprozesses wird eine Aktie schließlich gekauft.

FORMAT:: Gerade kleine Unternehmen verändern sich rasch. Überprüfen sie dementsprechend ihre Einschätzungen?

Anita Frühwald:: Das gesamte Portfolio wird monatlich unter anderem dahingehend analysiert, ob die Parameter, die zu einer Kaufentscheidung geführt haben, noch gegeben sind.

FORMAT:: Wie lange werden die Aktien der Unternehmen im Fonds gehalten?
Anita Frühwald:: Aktien, die es in den Fonds geschafft haben, haben gute Ergebnisse bei der Fundamentaldatenanalyse erreicht. Die Haltedauer für eine Aktie beträgt durchschnittlich drei Jahre. Ein wesentlicher Faktor ist: Schon bei der Aufnahme eines Titels ins Portfolio definieren wir unseren Zielpreis. Wenn dieser erreicht wird, gibt es eine hohe Verkaufsdisziplin. Diese ist ein wesentlicher Faktor für die Fondsperformance.

Zur Person:

Anita Frühwald ist Country Head Österreich & CEE von BNP Paribas Investment Partners in Österreich. Sie begann dort 2002 ihre Tätigkeit, 2007 wurde sie Leiterin von Sales Österreich und Business Development CEE, bevor sie 2012 ihre jetzige Position antrat.

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