Fonds für alle Fälle

Fonds für alle Fälle
Fonds für alle Fälle

An den Finanzmärkten steigt die Unsicherheit. FORMAT Portfolio präsentiert 25 flexible Fonds, die sich trotz Gegenwind für den Vermögensaufbau eignen.

Bei allen Turbulenzen an den Finanzmärkten scheint eines sicher: Es wird noch viel Wasser die Donau hinunter fließen, bis die Zinsen steigen. Damit bleibt Sparen bis auf Weiteres ein schlechtes Geschäft. Eigentlich ein miserables Geschäft, wurden doch im März bei einem Sparbuch mit 100.000 Euro Einlage und Einjahresbindung nur 150 Euro Jahreszinsen boniert.

Besser stehen jene da, die ihr Geld an ausgesuchten Börsen investierten. Lief doch das Werkel etwa bei deutschen und US-Aktien seit Mitte März 2009 rund. Kürzlich war aber Schluss mit lustig. So sackte der deutsche Dax-Index von Mitte April bis Mitte Mai wie der EuroStoxx50 um rund sechs Prozent ab. Da hat es gerade noch gefehlt, dass auch europäische
Staatsanleihen in ein Formtief gerutscht sind. Brach doch der viel beachtete Bund Future, der die Entwicklung deutscher Anleihen abbildet, innerhalb von vier Wochen um vier Prozent ein.

Angst vor dem Doppelschlag

Nun geht die Angst um, dass das Horrorszenario Realität wird, vor dem Untergangspropheten warnen. Sie rechnen mit einem Crash, mit einem Doppelschlag, also dem gleichzeitigen Platzen der viel zitierten Aktien- und der Anleihenblase. Aber ist an den Unkenrufen der Pessimisten etwas dran? Sind nun auch sogenannte vermögensverwaltende Fonds, die angetreten sind, die Anlagegelder in unterschiedlichen Marktphasen zu vermehren, ein Auslaufmodell?

Der Anleihenmarkt ist das Epizentrum des Problems. Deutschland zieht die Aufmerksamkeit auf sich, aber die jüngste Korrektur hat viele Staaten getroffen“, sagt Didier Borowski, Chefökonom von Amundi Asset Management. Trotz der jüngsten Turbulenzen gibt der Experte Entwarnung. Borowski: „So lange die Notenbanken wachsam bleiben, wird es keinen Crash an den Aktien- und Anleihenmärkten geben. Die EZB wird die Anleihenrenditen weiter tief halten. Sie hat im Zuge des Ankaufsprogramms von Anleihen bisher nur 110 Milliarden von den insgesamt geplanten 1.100 Milliarden Euro in die Hand genommen. Damit stehen noch 90 Prozent des Geldes zur Disposition.“

Verzinsung schmilzt dahin NUR 150 EURO Zinsen brachte im europäischen Schnitt ein Sparguthaben von 100.000 Euro bei einjähriger Bindung des Kapitals im März 2015.

Ins gleiche Horn stößt Horst Simbürger, Anlage-Chef Volksbank Invest: „Die Entwicklung der vergangenen Wochen brachte bei Anleihenveranlagungen Verluste. Damit war zu rechnen. Dass 2015 und 2016 keine guten Anleihenjahre werden, lag auf der Hand.“ Damit bleiben Aktien wichtiger Börsen trotz einer Bewertung, die über dem langjährigen Schnitt liegt, erste Wahl. Simbürger: „Die US-Großbank Morgan Stanley sowie der IWF haben jüngst die Prognosen für die Entwicklung der europäischen Wirtschaft angehoben. Das ist ein gutes Zeichen und sehr unüblich. Normalerweise werden die Zahlen im Jahresverlauf nach unten revidiert. Erholt sich die Wirtschaft tatsächlich, sind europäische Börsenkonzerne gegenüber ihren US-Pendants im Vorteil.“

Dennoch dürfen Investoren nicht mit Rekordrenditen rechnen. Bill Gross, weltweit anerkannter Finanzexperte und Anlagestratege der Fondsgesellschaft Janus: „Der Bullenmarkt in seiner jetzigen Form ist zu Ende und wird auch nicht zurückkommen. Für keinen von uns. Vor uns liegt eine Phase mit großen Unsicherheiten und niedrigen Anlageerträgen.“

Deshalb sind Anleger gut beraten, ihr Wertpapierdepot kritisch unter die Lupe zu nehmen. Das gilt auch für Investoren, die auf flexible Mischfonds vertrauen. Dabei handelt es sich um eine eigene Spezies von Anlageprodukten, die auch als Asset-Allocation-Fonds bezeichnet werden. Deren Besonderheit: Die Manager der wendigen Fonds sollen die Investments in Aktien, Anleihen, Wertpapiere aus dem Immobilienbereich oder auch Derivaten je nach Marktlage so ausrichten, dass der längerfristige Vermögensaufbau auf Kurs bleibt. Wie sich zeigt, kommt die Idee beim Publikum gut an. Verzeichneten doch europaweit vermögensverwaltende Fonds zwischen Jänner und Ende November 2014 mit 124 Milliarden Neu-Investment erstmals höhere Mittelzuflüsse als Anleihenfonds.

25 aus 1.700

Laut der deutschen Ratingagentur Feri Eurorating stehen Investoren rund 1.700 einschlägige Fonds zum Einstieg offen. FORMAT Portfolio präsentiert 25 dieser Produkte, die einen Blick wert sind. Dabei handelt es sich um Fonds, die im Krisenjahr 2008 die Verluste begrenzen konnten. In die Auswahl kamen auch riskantere Fonds, bei denen Rückschläge an den Finanzmärkten zwar Spuren hinterließen, die aber in Erholungsphasen verlorenen Boden wieder gut machten. Darüber hinaus sind Fonds enthalten, die in der professionellen Vermögensverwaltung zum Einsatz kommen. Das trifft etwa auf Produkte der Bank Gutmann, von Credit Suisse oder der Schweizer Großbank UBS zu.

Sparguthaben gefragt 130 MILLIARDEN EURO. Trotz des Zinstiefs sind gebundene Sparguthaben in Österreich die beliebteste Form der Geldanlage.

Wie bei jeder Art der Geldanlage lohnt es sich auch bei vermögensverwaltenden Fonds, mehrere Bausteine ins Depot zu holen, die unterschiedlich gelenkt werden. Ein Beispiel: So kann ein Fonds-Mix etwa den von ARTS-Mastermind Leo Willert mit Computerprogramm gesteuerten C-Quadrat ARTS Total Return Balanced und den weltweiten Mischfonds M&G Dynamic Allocation enthalten. Zusätzlich können der vom deutschen Finanz-Urgestein Klaus Kaldemorgen gelenkte DWS Concept Kaldemorgen sowie der kostengünstige Austrian MedTrust berücksichtigt werden.

Wer es beim Vermögensaufbau langsam angehen will, kann wiederum mit Raten in Fondssparpläne einzahlen (siehe Kasten links). Auch bewährte vermögensverwaltende Fonds schwächeln hin und wieder. Deshalb sollten Anleger ihr Depot samt den Geschehnissen an den Finanzmärkten im Auge behalten. Gute Infos dazu liefern die Internetangebote von Teletrader, Bloomberg, Morningstar sowie Finanz- und Fondsportale.

Aktienlastige Mischfonds top BILANZ. Mischfonds mit einem Aktienanteil von über 65 Prozent brachten in den vergangenen Jahren dank Börsenboom die höchste Erträge.

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