Depotaufbau mit kleinen Unternehmen

Depotaufbau mit kleinen Unternehmen

Barratt Developments ist das führende Bauunternehmen für private Wohnhäuser in England: Der Wert der Aktie hat sich in den vergangenen drei Jahren verdoppelt.

Sie sind wendig und reagieren rasch auf Veränderungen am Markt. Small Caps sind zwar nicht so sicher wie Blue Chips, dafür haben sie deutlich mehr Gewinnpotenzial.

Alle reden von Google, McDonald 's, Coca-Cola oder Daimler-Benz, wenn es um erfolgreiche Unternehmen an den Börsen geht. Die großen Konzerne mit berühmten Namen sind zweifelsohne tolle Aktien mit starker Performance. Doch speziell kleinere und mittlere Unternehmen, Small (bis sechs Mrd. Euro Umsatz) und Mid Caps (bis zehn Mrd. Euro Umsatz) im Börsenjargon genannt, bieten Anlegern mitunter mehr Chancen auf Gewinne als die großen Blue Chips. Der MDAX, der Index der deutschen Nebenwerte, hat sich seit Jahresbeginn besser entwickelt als der DAX. Aber auch wenn man Europa betrachtet, bestätigt sich das Bild. Der MSCI Europe Small Cap ist jener Index, in dem alle wichtigen europäischen Nebenwerte vertreten sind. Auch er ließ den DAX bei der Performance hinter sich.

Eine Erklärung dafür liegt in der jeweiligen Börsenphase. Sind die großen Titel bereits gut gelaufen, konzentrieren sich Investoren auf die Nebenwerte, die noch günstig sind. Ein anderer Grund liegt aber auch in den Unternehmen selber: Sie sind wendiger und rascher, wenn es um das Reagieren auf Entwicklungen am Markt geht. Eine kleine Fast-Food-Kette kann ihr Angebot schnell auf biologisch und gesundheitsorientiert umstellen. Bis McDonald's aber sein Konzept auf diesen neuen Trend eingestellt hat, kann leicht ein ganzes Geschäftsjahr, vergehen.


20 Prozent beträgt das jährliche Gewinnwachstum von Small Caps in Europa.

Starke Nebenwerte

Ein gutes Beispiel für einen erfolgreichen Nebenwert ist die Aktie des deutschen Chipherstellers Dialog Semiconductor. Das im Mittelstandsindex MDAX notierte Papier liegt seit zwei Jahren im Aufwärtstrend. Das Unternehmen profitiert vom Boom bei Smartphones und Tablets und ist Zulieferer für Apple oder Samsung. Mit einem Umsatz von rund einer Milliarde Euro ist es klein genug, um auf die sich rasch wandelnden technologischen Anforderungen zu reagieren.

Während es Dialog Semiconductor schon zu einer gewissen Bekanntheit gebracht hat, führen andere Unternehmen in diesem Sektor für private Investoren ein Leben im Verborgenen. Deshalb empfiehlt es sich für all jene, die mit Nebenwerten ihr Depot zu einem Teil untermauern wollen, auf kundige Fondsmanager zu setzen. Die meisten internationalen Fondsgesellschaften wie J.P. Morgan oder UBS, aber auch heimische Kapitalanlagegesellschaften haben derartige Fonds im Programm. Wichtig für Anleger ist in diesem Bereich aber besonders die Risikoabdeckung. Denn speziell bei kleineren Unternehmen ist immer die Gefahr von Liquiditätsproblemen gegeben.


1.500 Small und Mid Caps sind an den Börsen in ganz Europa gelistet.

Darüber hinaus sollten derzeit europäische Small und Mid Caps im Anlegerfokus stehen. Bei ihnen sehen die Gewinnaussichten in den kommenden Jahren im Vergleich zu Small Caps in den USA oder Japan am besten aus. Der Parvest Equity Europe Small Cap Fonds konzentriert sich bei seinem Portfolio genau auf jenes Segment. Außerdem hat das Fondsmanagement eine sehr umfangreiche Risikoanalyse für den Kauf kleinerer Unternehmen entwickelt (siehe Interview folgende Seite).

In dem Fonds sind nicht mehr als 40 bis 60 europäische Small Caps enthalten. Die besten haben in den vergangenen drei Jahren ihren Aktienkurs um mehrere Hundert Prozent steigern können. Smurfit Kappa beispielsweise ist ein irisches Unternehmen, das auf Papierverpackungen spezialisiert und weltweit präsent ist. Vor einem Monat hat es den brasilianischen Wellpappe-Hersteller Cybsa übernommen, um auch im zentralamerikanischen Raum vertreten zu sein. Durch das starke Wachstum ist Smurfit Kappa mit einem Umsatz von acht Milliarden Euro schon im Mid-Cap-Bereich angesiedelt. Die Aktie ist in den vergangenen drei Jahren um beachtliche 400 Prozent gestiegen und zählt damit zu den Topperformern des Fonds.


20 Prozent Plus schaffte der MDAX seit Jahresbeginn. Der DAX stieg seither nur um 17 Prozent.

Aktienkurs von Ingenico in den vergangenen drei Jahren verdreifacht

Eine weitere weithin unbekannte Perle in dem Portfolio ist das britische Unternehmen Barratt Developments. Barrat ist das führende Bauunternehmen für private Wohnhäuser. In den englischen Kleinstädten gibt es aber quasi nur Reihenhausanlagen, deren Charakter weitgehend ident ist. Dadurch kann das Unternehmen wie ein industrieller Fertigteilhausproduzent mit großen Stückzahlen bei niedrigen Kosten agieren. In den vergangenen drei Jahren hat sich der Kurs der Aktie verdoppelt.

In einer absoluten Zukunftsbranche ist das französische Elektrotechnologieunternehmen Ingenico tätig. Es bietet eine komplette Palette für die Abwicklung von bargeldlosem Zahlungsverkehr an. Von kontaktlosem Bezahlen mit Karten oder biometrischen Identifizierungssystemen stellt das Unternehmen alles her. Der Kurs der Aktie hat sich in drei Jahren verdreifacht.

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