Neuer Öl-Schock: Preis fällt bereits unter 33 Dollar

Neuer Öl-Schock: Preis fällt bereits unter 33 Dollar

Der Ölpreis fällt und fällt. Tanken wird weiter billiger.

Nach dem neuerlichen Kursrückgang seit Montag ist der Ölpreis heute neuerlich eingebrochen. Nach einem kurzzeitigen Einbruch unter die 33-Dollar-Marke notiert das Barrel aktuell bei 33,390 Dollar. Ein neuer Tiefstand. Die Ursachen, die Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Der erneute Einbruch an Chinas Börsen hat die Ölpreise am Donnerstag auf unter 33 Dollar sinken lassen. Zwischenzeitlich fiel der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI auf 32,77 Dollar. Das US-Öl war damit so billig wie seit Dezember 2008 nicht mehr.

Der Preis für ein Fass Rohöl der Sorte Brent ist gleichzeitig auf 36,28 Dollar gefallen. Das schwarze Gold kostet somit nur noch ein Drittel so viel wie vor drei Jahren. Im Juni 2014 wurde ein Barrel Brent-Öl sogar noch um über 115 Dollar gehandelt. Aktueller Ölpreis (Brent)

Der Grund für den Aderlass bei den Ölpreisen sind die Sorgen um die chinesische Wirtschaft. Sie dämpfen die Erwartungen an die Nachfrage und drücken dadurch auf den Ölpreis. Und die Krise in China scheint noch lange nicht ausgestanden zu sein, denn nach einem ersten Einbruch am Montag sind Chinas Börsen am Donnerstag wieder in den Keller gerutscht. Zum zweiten Mal binnen einer Woche haben die wichtigsten Aktienindizes sieben Prozent an Wert verloren, zum zweiten Mal binnen einer Woche wurde der Handel ausgesetzt.

Saudis kämpfen mit hohen Ölmengen um Vorherrschaft

Doch die Erklärung für den niedrigen Ölpreis ist nicht nur in China zu finden. Rund um das Erdöl, das schwarze Gold, findet ein globaler Kampf um die Vorherrschaft auf dem Energiemarkt statt. Einem Markt, dem durch neue Technologien radikale Änderungen bevorstehen.

Die Öl-Scheichs des Nahen Osten, die über Jahrzehnte mit ihren Förderquoten die Ölmengen und damit die Marktpreise diktiert haben, kämpfen um ihre Vormachtstellung in der globalen Energiewirtschaft.

Die Rechnung, dass geringere Fördermengen den Ölpreis in die Höhe treiben geht allerdings seit geraumer Zeit nicht mehr auf. Der Schieferölboom (Fracking) in den USA hat dazu geführt, dass die alte Rechnung "Weniger = Mehr" nicht mehr aufgeht

Die Strategie Saudi-Arabiens, dem wichtigsten Erdölproduzenten des Ol-Kartells OPEC, der Organisation Erdöl exportierender Länder, und seiner Verbündeten ist daher, den Markt so lange mit billigem Erdöl zu überschwemmen, bis die lästigen Konkurrenten aus den USA in die Knie gezwungen sind. Es wird mit Rabatten um Marktanteile gekämpft. Bislang allerdings ergebnislos. Nach der Aufhebung der westlichen Sanktionen kommt nun auch noch die iranische Förderung auf den Weltmarkt und erhöht das Überangebot.

Die Fondsgesellschaft Union Investment zieht daher für Investoren folgendes Fazit: Schmieriges Terrain, Vorsicht ist geboten!

Die Auswirkungen des Preisverfalls:

Während die Erdölproduzenten bedingt durch die niedrigen Preise ihre Geschäftsmodelle überdenken müssen, profitieren die Verbraucher - die Industrie, aber auch die Konsumenten von den niedrigeren Preisen, beim Tanken ebenso wie beim Heizen in Form von niedrigeren Energiekosten.

Für die Konsumenten ebenfalls günstig, für die Finanzpolitik der Europäischen Zentralbank allerdings weniger ist, dass die Inflation sinkt. So hat der Absturz der Ölpreise die Inflation in Deutschland im vergangenen Jahr auf das Niveau des Krisenjahres 2009 gedrückt. Die Verbraucherpreise stiegen 2015 im Vergleich zum Vorjahr nur um durchschnittlich 0,3 Prozent.

Im Euroraum lag die Inflationsrate über das Jahr 2015 bei lediglich 0,2 Prozent. Der Preisverfall bei der Energie (Dezember 2015: -5,9%; November 2015: -7,3%) trägt maßgeblich dazu bei, dass die Inflationsrate in der Eurozone trotz der massiven Interventionen der EZB nicht anzieht.

Die fallenden Energiepreise drücken die Inflation.

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