"Die Förderpolitik der OPEC ist nicht gegen die USA, Schieferöl oder Russland gerichtet"

Seit dem Sommer sind die Ölpreise um 40 Prozent gefallen. Seit Ende November, als sich die OPEC gegen eine Förderkürzung entschied, ging es um 20 Prozent bergab. Wollen die Araber US-amerikanische Fracking-Anbieter aushungern?

"Die Förderpolitik der OPEC ist nicht gegen die USA, Schieferöl oder Russland gerichtet"

Die Ölpreise haben zum Wochenstart ihre heftige Talfahrt der vergangenen Monate zunächst gestoppt. Händler sprachen von einer typischen Gegenbewegung nach starken Verlusten. Am Montagmorgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 62,60 US-Dollar (50,28 Euro). Das waren 75 Cent mehr als am Freitag. Auch die US-amerikanische Sorte WTI konnte leicht zulegen. Der Preis für ein Fass stieg um 58 Cent auf 58,39 Dollar.

Trotz der Gewinne tendieren die Ölpreise schwach. Seit diesem Sommer sind sie um rund 40 Prozent gefallen. Seit Ende November, als sich die Opec nicht mit einer Förderkürzung gegen den Preisverfall stemmen wollte, sind es 20 Prozent. Nach wie vor sieht es nicht nach einer Produktionsverringerung aus: Neben dem größten Kartellmitglied Saudi-Arabien sprechen sich auch die Vereinigten Arabischen Emirate gegen eine Förderkürzung aus. Dies bekräftigte Ölminister Suhail Al-Mazrouei. Eine Krisensitzung, über die an den Märkten spekuliert wird, werde nicht innerhalb der nächsten drei Monate stattfinden.

"Nicht gegen die USA gerichtet"

Opec-Generalsekretär Abdullah Al-Badri hattte am Wochenende verkündet, dass er die rasante Talfahrt des Ölpreises für übertrieben halte: Die Fundamentaldaten sollten nicht zu einem solch dramatischen Preisrutsch führen, die Opec strebe ein sowohl für Förderländer als auch Verbraucher angemessenes und nachhaltiges Preisniveau an. Eine Höhe wollte er nicht nennen.

In Medien - auch auf format.at - wurde mehrfach berichtet, dass sich die Preispolitik der arabischen Öl-Produzenten vor allem gegen die Fracking-Anbieter der USA richte. Denn Fracking ist auf einen gewissen Mindestpreis bei Öl angewiesen, um kostendeckend produzieren zu können (mehr dazu unter diesem Link). Dies wird von Badri abgestritten: "Einige Leute sagen, die Entscheidung sei gegen die USA und Schieferöl gerichtet. Das ist falsch. Andere sagen, sie sei gegen den Iran und Russland gerichtet. Auch das ist falsch". Zu den größten Verlierern des Ölpreis-Rutsches gehört Russland, dass auch mit einem schwachen Rubel und westlichen Sanktionen zu kämpfen hat (mehr dazu unter diesem Link); Energie-Importeure zählen wiederum zu den Gewinnern des Ölpreis-Rutsches.

Mehr über die Gewinner und Verlierer der fallenden Ölpreise erfahren Sie unter diesem Link.