Netflix gewinnt mehr Kunden, verdient aber weniger

Netflix gewinnt mehr Kunden, verdient aber weniger

Bis Ende 2016 will der Streamingdienst Netflix in 200 Ländern vertreten sein.

Dank populärer Serien wie "House of Cards", "Orange is the new black", "Better Call Saul" darf sich Netflix über noch mehr Kundschaft freuen: 3,3 Millionen neue Nutzer hat die US-amerikanische Onlinevideothek im zweiten Quartal hinzugewonnen. Die Erlöse legten um 23 Prozent auf 1,64 Milliarden Dollar zu. Weil der Streamingdienst aber global expandiert, bleibt unterm Strich wenig übrig. Zum Handelsstart in den USA sprang die Aktie zwölf Prozent in die Höhe.

Netflix wächst rasant: Im zweiten Quartal meldeten sich 3,3 Millionen Menschen bei der Online-Videothek an - zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum waren es nur 1,7 Millionen neue Kunden. Die Erlöse stiegen um knapp 23 Prozent auf 1,64 Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro). Doch unterm Strich blieb von den Einnahmen mit rund 26 Millionen Dollar nur wenig übrig. Im zweiten Quartal 2014 konnte Netflix immerhin noch 71 Millionen Dollar verbuchen - 63 Prozent weniger. Ein Großteil der Umsätze investiert der Streamingdienst in das internationale Wachstum. Bescheiden sind die Aussichten für das dritte Quartal: Netflix rechnet mit 31 Millionen Dollar Gewinn.

Die Popularität von Netflix hängt stark mit den -selbst produzierten - preisgekrönten Serien wie "House of Cards" oder "Orange is the new black" zusammen. Die vierte Staffel von "Orange" wird derzeit produziert, sie soll 2016 starten.

Das Unternehmen aus dem kalifornischen Los Gatos will bis Ende 2016 in 200 Ländern - darunter China - verfügbar sein. 2,4 Millionen Mitglieder kamen zuletzt im Ausland dazu. In Österreich startete Netflix im vergangenen Jahr, bis 2020 will Netflix laut CEO Reed Hastings in jedem dritten Haushalt hierzulande vertreten sein. Hastings nimmt bereits die nächsten Ziele ins Visier: "Im Herbst werden wir mit dem Start in Japan unseren ersten Streifzug nach Asien machen und die Weichen stellen, um unseren Service rund um den Globus anzubieten."

Der Netflix-Kurs hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt.

Aktie nachbörslich um fast zehn Prozent zugelegt

Das überraschend starke Nutzerwachstum ließ die Aktie zum Handelsstart in New York um zwölf Prozent in die Höhe schießen. Zu dem deutlichen Kursplus könnte auch ein Aktiensplit im Verhältnis sieben zu eins beigetragen haben, der das Papier erschwinglicher machte.

Das Kerngeschäft ist für Netflix nach wie vor die USA: Dort hat der Anbieter 42 Millionen Kunden, international greifen 23 Millionen Menschen regelmäßig auf Netflix zu. Gemessen an Download-Daten in Megabit hält das Unternehmen von Reed Hastings das größte Stück vom Kuchen in den USA: Rund 36 Prozent entfallen auf Netflix, vergleichbare Plattformen wie Hulu oder Amazon Video haben einen Anteil von 1,9 bzw. 2,0 Prozent.

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