McDonald's kämpft weiter mit Kundenschwund

McDonald's kämpft weiter mit Kundenschwund
McDonald's kämpft weiter mit Kundenschwund

Die US-Amerikaner haben anscheinend weniger Appetit auf Cheeseburger und Pommes frites: Das zweite Quartal in Folge sinken Umsätze und Profite.

McDonald's bereitet der Kundenschwund weiterhin Kopfzerbrechen: Im zweiten Quartal fiel der Umsatz um zehn Prozent auf 6,5 Milliarden Dollar, der Gewinn sank zum Vorjahresquartal um 13 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar. Am Heimatmarkt USA kriselt es weiter, die Umsätze mit Cheeseburger, Pommes und Co. gaben um zwei Prozent nach.

McDonald's kämpft seit Monaten mit sinkenden Umsätzen und vor allem Imageproblemen. Im März war Steve Easterbrook als CEO bei McDonald's angetreten, um nach einem enttäuschenden ersten Quartal das Ruder herumzureißen. Denn in den ersten drei Monaten des Jahres schrumpfte der Gewinn um 33 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 881,5 Millionen Dollar, der Umsatz gab um elf Prozent auf 5,96 Milliarden Dollar nach. Sowohl in den USA, Europa als auch in der Region Asien, Naher Osten und Afrika wurde weniger Fast Food verkauft.

Der Abwärtstrend setzt sich nun fort. Im zweiten Quartal, endend mit 30. Juni, fiel der Umsatz um zehn Prozent auf 6,5 Milliarden Dollar. Der Gewinn ging sogar um 13 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar zurück. Grund dafür sind Kosten für den Umbau. Am wichtigen Heimatmarkt ließen die Umsätze um zwei Prozent nach. "Die Ergebnisse sind enttäuschend", räumte Konzernchef Steve Easterbrook ein.

Drittes Quartal soll Umsatzplus bringen

Ein Ende Mai angekündigter Sanierungsplan sollte McDonald's wieder auf Kurs bringen. Dazu gehört eine veränderte Unternehmensstruktur und es sollen mehr Filialen an Franchise-Partner übergehen. Die Ankündigung, für das laufende dritte Quartal, ein Umsatzplus zu erreichen hob die Aktie zum Handelsbeginn um rund 1,3 Prozent.

Binnen Jahresfrist ging es beim Aktienkurs der McDonald's-Papiere auf und ab.

Weitere Kostenbelastungen könnten auf McDonald's durch eine gesetzliche Lohnerhöhung zukommen. Im Bundesstaat New York erhalten Mitarbeiter von Fastfood-Ketten statt wie bisher 8,75 Dollar künftig 15 Dollar pro Stunde. Die Anhebung soll schrittweise erfolgen. In den konzerneigenen Filialen bekommen die 90.000 Angestellten von McDonald's seit Anfang Juli mindestens einen Dollar mehr als den örtlich üblichen Gesetzeslohn. Angestellte von Franchisenehmer gehen allerdings leer aus.

Gute Geschäfte in Europa

Während in den USA McDonald's mit Ketten wie Wendy's, Chipotle oder Shake Shack um Kunden konkurriert, bleiben die Europäer dem Fastfood-Giganten treu: Die Umsätze stiegen um 1,2 Prozent, vor allem Deutsche und Briten greifen gern zu den Burgern.

Auch in Österreich – dem Testmarkt für McDonald's – laufen die Geschäfte des US-Konzerns gut. Hierzulande betreibt der Brugerbrater aktuell 195 Restaurants und beschäftigt 9500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Unternehmen erwirtschaftete im Jahr 2014 einen Umsatz von 562 Millionen Euro.

Seit kurzem bietet McDonald's wie in einigen anderen Ländern auch hierzulande den Kunden auch gluten- und weizenfreie Burgerbrötchen an. „Damit gehen wir auf den Wunsch von Menschen ein, die sich gluten- oder weizenfrei ernähren. Entsprechende Produkte wurden vielfach und verstärkt bei uns nachgefragt“, sagt Andreas Schmidlechner, Managing Director von McDonald's Österreich. Ganz umsonst ist der Service jedoch nicht, die aus Reismehl und Maisstärke hergestellte Semmel kostet einen Euro Aufpreis.

Zuletzt berichteten verschiedene Medien davon, McDonald's könnte nach der Einigung im Atomstreit erste Filialen im Iran eröffnen. Auf der Website von McDonald's hieß es dazu: "We have not set a firm date for the development of McDonald's restaurants in Iran." Es wäre nicht der erste Versuch, in der islamischen Republik Cheeseburger und BigMac zu verkaufen. Bereits in den 1990er-Jahren hätte in Teheran eine Filiale eröffnen sollen, sie scheiterte aber am Widerstand der Hardliner im Land.

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