Maue Goldnachfrage: Rückgang um zwölf Prozent

Maue Goldnachfrage: Rückgang um zwölf Prozent

Ein-Kilo-Barren Gold.

Die Nachfrage nach Gold geht ordentlich zurück: Im zweiten Quartal fiel die Nachfrage um zwölf Prozent auf ein Sechs-Jahres-Tief von knapp 915 Tonnen. Verantwortlich dafür sind unter anderem auch die Turbulenzen an den chinesichen Aktienmärkten. Manche Anleger flüchten sich wieder in die "Anti-Krisen-Währung", doch die Talfahrt des Goldpreises scheint noch nicht beendet.

Nicht nur Goldbarren, auch Goldschmuck und Goldmünzen wurden weniger nachgefragt, heißt es im Bericht des World Gold Council für das zweite Quartal 2015. Am schwächsten war die Nachfrage im ländlichen Indien, nachdem extreme Wetterverhältnisse das landwirtschaftliche Einkommen beeinflussten: Die Nachfrage brach um ein Viertel – 154 Tonnen – ein, in China reduzierte sich die Nachfrage um drei Prozent beziehungsweise 216 Tonnen Gold. Grund dafür sind die Turbulenzen an den chinesischen Aktienmärkten und die schwächelnde Konjunktur im Land. Das Gesamtangebot sank um fünf Prozent auf 1.033 Tonnen.

In Europa stieg hingegen wegen den Unsicherheiten der Griechenlandkrise die Nachfrage nach Gold um 14 Prozent (61 Tonnen). Deutschland, Spanien, Großbritannien und die USA waren die größten Nachfrager der westlichen Länder.

Goldschmuck fand auch immer seltener den Weg zum Käufer: Der Konsum ging um 14 Prozent zurück. Die für den Sektor bedeutenden Länder Indien und China waren für die Hälfte des Rückgangs der Schmucknachfrage verantwortlich.

Goldmarkt pessimistisch

Der Goldpreis ist Ende Juli auf den tiefsten Stand seit fünfeinhalb Jahren gerutscht: Rund 1077 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). (Aktueller Goldpreis) Die Stimmung am Goldmarkt sei Experten zufolge pessimistisch und es sei mit weiteren Kursverlusten zu rechnen. "Das technische Umfeld sieht übel aus, hinzu kommen stärker als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten aus den USA", sagt Rohstoffexperte Victor Thianpiriya von der ANZ Bank in Singapur. "Gold hatte schon immer zwei Funktionen: als Krisenwährung und als Rohstoff", sagen die Analysten von Macquarie. "Momentan ist keine der beiden gefragt."

Die 5-Jahres-Entwicklung des Goldpreises. Die Tendenz geht weiter nach unten.

Zuletzt profitierte der Goldpreis aber von den turbulenten Aktienmärkten in China. Anleger haben sich wieder vermehrt mit Gold eingedeckt, der Preis legte diese Woche um 1,3 Prozent auf 1119 Dollar je Feinunze zu. Derzeit liegt er auf demselben Preisniveau. Doch Entwarnung gibt es noch nicht: Manche Analysten rechnen mit einem Goldpreis von 1.050 Dollar zum Jahresende.

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