Der lange Marsch von Apple zum Volkshandy in China

Der lange Marsch von Apple zum Volkshandy in China

Am 17. Oktober startet Apple in China den Verkauf seiner neuesten Mobiltelefone. Die Voranmeldungen für das iPhone 6 übertreffen die Erwartungen der Analysten - um mehr als das Doppelte. Aber: Die Konkurrenz ist groß. Der Markt hat viele Hürden.

Peking/Wien. Wird die neueste Schöpfung von Apple - die beiden iPhone-Modelle - die Rekorde in China brechen? Ja, sagen bereits Analysten. Zwischen acht und neuen Millionen Vorbestellungen hatten die Experten auf der Kalkulation. Vier Tage vor dem Verkaufsstart haben Einzelhandelsketten, Online-Händler und Telekomfirmen laut chinesischen Medien schon 20 Millionen Bestellungen platziert. Erst seit vorigen Freitag konnten die beiden Versionen iPhone 6 bzw. 6 Plus vorbestellt werden. Doch bleibt China auch weiterhin ein schwieriger Markt für den US-Konzern

Der lange Marsch

Apples iPhone mausert sich sozusagen zum Top-Seller in China. Der US-Konzern hat selbst große Erwartungen im Reich der Mitte, um an die Spitze zu kommen. Mit Lenovo, Huawei, ZTE und Coolpad kämpft Apple gegen die Top-4 am Mobilfunkmarkt in China. die vier Konzerne kommen gemeinsam auf 40 Prozent Marktanteil. Vor allem mit Xiaomi sowie mit Meizu, OnePlus und Oppo gibt es weitere vier aufstrebende Hersteller, die am Milliardenmarkt China reüssieren wollen.

Drei Herausforderungen

Nicht allein die Zahl der Konkurrenten macht Apple in China zu schaffen. Die Konkurrenz verfügt über die etablierten Verkaufskanäle - sowohl online als auch bei den Mobilfunkanbietern oder im stationären Handel.
Als zweite Herausforderung ist Apple mit ungleich schärferen regulatorischen Hindernissen konfrontiert. Chinas Regierung befürchtet, dass ausländische Anbieter Daten über die Kunden auf Server außerhalb des Landes speichern oder kopieren.
Trotz hoher Nachfrage wird Apple künftig viel Überzeugungskraft aufwenden müssen, damit die Netzbetreiber die teureren iPhones verkaufen. In China kämpfen die Netzbetreiber mit rückläufigen Umsätzen sowie massiven Kosten beim Netzausbau und dem Betrieb der Netze, bei denen das Datenvolumen massiv im Steigen ist. Unter diesen Rahmenbedingungen dürften die Netzbetreiber wenig Interesse haben, den Verkauf der im Vergleich zur Konkurrenz wesentlich teureren Apple-Smartphones großzügig zu subventionieren.

Neue Märkte

Doch nicht nur in China, sondern auch in weiteren 36 Ländern startet bis Ende Oktober der Verkauf von Apples neuem Mobiltelefon. Warum die neuen Geräte so begehrt sind, wird nicht mit technologischen Neuigkeiten begründet. Apples iPhone sei einfach zu nutzen, ebenso die Dienste, die als App gratis abgegeben oder gegen cash verkauft werden.

Der Aktie von Apple hat dies zuletzt noch keinen entscheidenden Impuls gegeben: Die Aktie notierte am Montag knapp unter 100 Dollar - gegenüber Freitag um knapp ein Prozent verloren. Vom Aktienkurs von knapp über 200 Dollar, wie er vom US-Investor Carl Icahn prognostiziert wurde - "Die Aktie ist weit unter ihrem Wert" - ist Apple somit noch ein Stück entfernt.

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