Marriott übernimmt Starwood: Größte Hotelkette der Welt entsteht

Elefantenhochzeit auf dem Hotelmarkt: Die Hotelkette Marriott International schluckt den Konkurrenten Starwood Hotels um rund zwölf Milliarden US-Dollar. Mit mehr als einer Million Betten und mehr als 5.500 Häusern entsteht damit die weltweit größte Hotelkette mit einem Marktanteil von mehr als acht Prozent.

Marriott übernimmt Starwood: Größte Hotelkette der Welt entsteht

Marriott-Hotel in Peking: Der Zusammenschluss von Marriott und Starwood ergibt den weltweit größten Hotelkonzern mit mehr als 5.500 Häusern.

"Die treibende Kraft hinter diesem Zusammenschluss ist Wachstum", betonte Marriott-Vorstandschef Arne Sorenson, der den Hotel-Riesen führen wird. Der Abschluss des Deals wird für Mitte 2016 erwartet. Marriott rechnet ab dem ersten Jahr nach der Fusion, mindestens 200 Mio. Dollar jährliche Kosten einsparen zu können.

Marriott mit Sitz im US-Staat Maryland machte im vergangenen Jahr etwa 14 Mrd. Dollar Umsatz. Zum Unternehmen gehören diverse Ketten, unter anderem das Ritz-Carlton. Starwood mit Sitz in Stamford, Connecticut, betreibt Ketten wie Le Meridien, Westin oder Sheraton. Gemeinsam bringen es die Unternehmen auf 30 Hotelmarken. Laut Euromonitor kommen Marriott und Starwood zusammen auf einen Marktanteil von rund 8,4 Prozent (2014). Hilton Worldwide kommt auf Marktanteile von 5,2 Prozent.

Marriott und Starwood machen einen großen Teil ihrer Erlöse im Ausland. Obwohl durch die Fusion ein globaler Branchenführer entstünde, dürften die US-Wettbewerbshüter wenig Einwände haben, weil die Unternehmen in den USA weit von einer marktbeherrschenden Stellung entfernt blieben.

Pro Starwood-Aktie bietet Marriott 0,92 Dollar in eigenen Aktien und zwei Dollar bar. Das würde einer Barzahlung von 340 Mio. Dollar und 11,9 Mrd. Dollar in eigenen Aktien entsprechen. Der Kaufpreis betrüge damit bei insgesamt 12,2 Mrd. Dollar (11,3 Mrd. Euro). Starwoods Aktionäre würden nach dem Zusammenschluss 37 Prozent an dem fusionierten Unternehmen halten.

Andere Mitbewerber waren auch an Starwood interessiert

Marriotts Gebot entspricht einer Bewertung von 72,08 Dollar pro Starwood-Aktie und liegt damit deutlich unter dem Schlusskurs vom Freitag von 75 Dollar. Allerdings ist im Kaufpreis das Timesharing-Geschäft von Starwood nicht enthalten. Inklusive dieser Sparte läge die Bewertung bei 79,88 Dollar.

Bei Anlegern kam die Fusionsnachricht zunächst nicht gut an. Die Starwood-Aktie notierte vorbörslich mit über vier Prozent im Minus. Marriotts Papiere verloren mehr als zwei Prozent. Seit Jahresbeginn haben beide Titel rund 7 Prozent eingebüßt.

Starwood bot sich bereits im Frühjahr zum Verkauf an: Unter anderem klopfte das Unternehmen auch bei InterContinentalHotels, Wyndham Worldwide und bei Staatsfonds an. Neben chinesischen Unternehmen soll auch der US-Wettbewerber Hyatt Interesse gezeigt haben.

Die zehn größten Hotelketten der Welt:

  • Mariott International Inc. (Ritz-Carlton)
  • Hilton Worldwide (Hilton, Conrad, Waldorf Astoria)
  • InterContinental Hotels Group PLC (InterContinental, Holiday Inn)
  • Starwood Hotels & Resorts Worldwide Inc (Le Meridien, Westin, Sheraton)
  • Accor Group (Sofitel, Mercure, Ibis)
  • Wyndham Group (Wyndham, Knights Inn)
  • Choice Hotels International Inc. (Comfort Inn, Quality Inn)
  • Carlson Cos Inc. (Radisson Blue, Park Plaza)
  • Best Western International Inc. (Best Western)
  • Hyatt Hotels Corp. (Hyatt, Andaz)