Die vier Lieblingsaktien von US-Starinvestor Warren Buffett

US-Börsenguru bevorzugt bei seinen Investments solide Unternehmen, deren Geschäftsmodell leicht verständlich und nachhaltig erfolgreich ist.

US-Börsenguru bevorzugt bei seinen Investments solide Unternehmen, deren Geschäftsmodell leicht verständlich und nachhaltig erfolgreich ist.

US-Börsenstar Buffett ist mit der Auswahl der richtigen Aktien immens reich geworden. Einmal im Quartal legt er seine Beteiligungen offen. 60 Prozent davon machen vier Aktien aus. Welche das sind, warum sie vielversprechend sind und welche Branchen er übergewichtet hat.

Der legendäre Starinvestor Warren Buffett ist mit seinen Investmententscheidungen steinreich geworden. Sein Privatvermögen wird auf stattliche 73 Milliarden Dollar geschätzt, womit der Multi-Milliardär laut US- Magazin Forbes der drittreichste Mann der Welt ist. Das Vermögen hat er mit seinem Unternehmen Berkshire Hathaway gemacht, das aus Beteiligungen an Aktieninvestments besteht. Größter Aktionär ist er selbst. Kein Wunder das Buffett unter Anlageprofis einen hervorragenden Ruf genießt und seine Anleger zu tausenden zu seinen Aktionärsversammlungen nach Omaha, Nebraska, strömen.

Doch wer selbst nicht nach Nebraska fahren will, um von Buffetts Investments persönlich zu erfahren, kann auch auf anderem Weg von seinen Investments profitieren. Denn der Investor muss einmal im Quartal seine Aktienpositionen offenlegen. Wer also selbst seine Chance erhöhen will, sein Kapital zu vermehren, kann versuchen seine Investments abzukupfern. Die Aktie von Berkshire Hathaway zu kaufen, ist jedoch eine teure Angelegenheit, ist diese doch die teuerste Aktie der Welt.

Buffett hat aktuell bei seinen Aktienveranlagungen ein paar wenige Branchen stark übergewichtet. So investiert er derzeit 46 Prozent seines Kapitals in Finanzwerte. Vor allem US-Kreditkartenfirmen, kleinere US-Banken und Finanzdienstleiter haben es ihm angetan. Der zweite große Brocken sind Aktien aus der US-Konsumgüterbranche. Und er liebt Aktien von Technologieunternehmen. Da vor allem Software-Spezialisten, Internet-Dienstleister und Mobilfunkbetreiber. Auch mehrere US-Medienkonzerne finden sich in seinem gigantischen Beteiligungsportfolio.

Doch die vier größten Beteiligungen von Berkshire Hathaway stellen, was die Höhe der Investments betrifft, alles in den Schatten. Diese vier Aktien können daher auch als gute Vorlage für eigene Investments dienen.

Wells Fargo: Die Nummer eins in Buffetts Portfolio

Seine größte Beteiligung, die Aktie von Wells Fargo, nimmt knapp 25 Prozent seines Portfolios ein. Die Anzahl der Aktien, die in seinem Besitz sind, beträgt rund 470 Millionen Stück. Der Wert der Aktie rund 26,4 Milliarden Dollar. Es gibt viele Gründe in die US-Bank zu investieren: Die Bank arbeitet effizient und ist hochprofitabel. Das Volumen der Handelskredite ist zuletzt um neun Prozent auf 22,8 Milliarden Dollar gestiegen. Handels- und Industriekredite machen zusammen 36,6 Milliarden Dollar aus. Das ist mehr als alle Assets fast aller US-Banken zusammengenommen. Dieses Wachstum ist nach Angaben des US-Börsenmagazins The Mothley Fool ohne Zinsdumping zustande gekommen. Etwas womit derzeit viele US-Banken versuchen neues Kreditgeschäft an Land zu ziehen. Das Hypothekargeschäft, worunter die Bank, nach dem Crash 2008 besonders gelitten hat, schrumpft dagegen kontinuierlich. Dafür ist ein weiteres sich ständig vergrößerndes Standbein hinzu gekommen: Das Wealth Management. Die Investment-Division hat im zweiten Quartal 2015 einen Gewinn in Höhe von 602 Millionen Dollar erzielt - ein neuer Rekord. Bereits die vergangenen drei Jahren hat sich diese Sektor zweistellige Zuwachsraten verzeichnet. Im Fokus dieser Investments stehen risikoarme, durch Spesen getriebene Einnahmen. Ein kleiner Börseneinbruch etwa durch eine US-Zinserhöhung im Herbst würde die Bank laut Experten kaum treffen.

Coca-Cola: 400 Millionen Stück im Depot

Extrem süß und ungesund - aber sowohl Buffett als auch viele andere Konsumenten lieben das Softwaregetränk. Buffett liebt Investments, die er versteht und Unternehmen dessen Geschäftsmodell er einfach und gut nachvollziehen kann. Rund 15 Prozent seiner Beteiligungen stecken in dem US-Giganten. Der Börsenwert dieser Buffett-Beteiligung in Höhe von 400 Millionen Stück beträgt aktuell 15,6 Milliarden Dollar.

IBM: Will von "größter singulären Geschäftsidee in der Geschichte des Kapitalismus" profitieren

Eine weitere interessante Aktie von Buffett ist IBM. Der Software- und Hardware-Hersteller hat schwere Zeiten hinter sich. Die Aktie hat seit Jänner 2013 kontinuierlich an Wert verloren. Buffett hält dem Unternehmen dennoch die Treue und hat seine Anteile im ersten Quartal 2015 sogar aufgestockt. Deren Anteil macht 12 Prozent des Buffett-Depots aus. Er hält rund 79.500.000 Anteile, die aktuell einen Börsenwert von rund 13 Milliarden Dollar erreichen. Erst im ersten Quartal 2015 hat der Investor seine Anteile aufgestockt. Richtung hat sich uns sein Geschäftsmodell transformiert.
Internet der Dinge: 17 Trillionen Dollar Markt. Immenses Wachstum verspricht sich IBM und Buffett vom sogenannten Internet der Dinge. Der Markt ist laut Schätzungen 17 Trillionen Dollar schwer. Diese Technologie könnte so stark werden, das dagegen sogar die technologische Errungenschaft des Internets alt aussehen könnte. Die Idee dahinter: Der Computer als Geräte wird zunehmend verschwinden und durch "intelligente Gegenstände" ersetzt. Die immer kleineren Computer sollen Menschen unterstützen, ohne abzulenken oder überhaupt aufzufallen. So werden etwa miniaturisierte Computer, sogenannte Wearables, mit unterschiedlichen Sensoren direkt in Kleidungsstücke eingearbeitet. Experten nennen es "die größte singuläre Geschäftsidee in der Geschichte des Kapitalismus". Zwar tüfteln viele kleine und große Firmen an solchen neuen Lösungen, doch IBM ist nach einem massiven Transformationsprozess, wie es das britische Magazin "Economist" nennt, in einer hervorragenden Ausgangslage.
Für Anleger in IBM-Aktien beruhigend: Das Grund-Geschäft ist nicht auf solchen hohen Erwartungen gebaut, sondern äußerst solide. 80 Prozent der Einnahmen stammen aus dem Geschäft mit Hardware. So liefert IBM integrierte Lösungen, die andere in dieser Form nicht bieten. Banken und der Handel ist abhängig von den IBM-Systemen, ein Wechsel wäre für sie teuer und aufwendig. Ein weiteres Argument für die Aktie: Die Dividende steigt und steigt seit 2004 und hält nun bei 3,35 Prozent. Damit zahlt IBM deutlich mehr als Konkurrenten wie Microsoft, Cisco, Apple, Intel und Qualcomm.
Lernfähige System für personalisierte Krebsmedikation mit großen Wachstumschancen. Einer der größten Wachstumsmärkte von IBM dürfte neben dem Internet der Dinge die Gesundheitsbranche sein. IBM hat nämlich lernfähige Systeme entwickelt, die Onkologie-Institute zur Analyse von Krebs einsetzen, um personalisierte Behandlungen durchführen zu können. Der Markt dafür ist ebenfalls mehrere Trillionen Dollar wert. IBM will der zentrale Anbieter in diesem Bereich werden. Ein Schritt in diese Richtung war die Übernahme von Merge Healthcare in Höhe von 700 Millionen Dollar.
Hohe Gewinn mit stark wachsendem Software-Sektor. Derzeit erzielt IBM den höchsten Gewinn mit Software-Produkten. Dort liegt der Gewinn bei 34,4 Prozent, Technologie-Services werfen 15 Prozent Gewinn ab, Business-Services 14,7 Prozent und Geschäfte mit der Hardware 12 Prozent. Das Gute: Das stärkste Wachstum liegt im Software-Bereich. Also braucht die Firma gar keine hohen Umsatzzuwächse in diesem Bereich zu erzielen, um den Gewinn ordentlich zu steigern.

American Express: Buffett liebt Kreditkartenanbieter, den Premium-Anbieter aber am meisten

Die Nummer drei in Buffets Beteiligungs-Komglomerat ist American Express: Vom Kreditkartenanbieter hält Buffett auch das Orakel von Omaha genannt, 151 Millionen Stück. Das entspricht einem Anteil von knapp elf Prozent seiner Beteiligungs-Investments.

Zu den weiteren Werten im Depot zählt etwa der Traktorhersteller Deere & Company, der Industriekonzern General Electric, Autobauer General Motors, der Medienkonzern Graham Holdings (ist im Juli von 970 Dollar auf 620 Dollar abgestürzt), der Pharmakonzern Johnson & Johnson, der Nahrungsmittelgigant Kraft Foods, die Kreditkartenanbieter Mastercard und Visa, die Ratingagentur Moody´s, der Konsumgüterhersteller Procter & Gamble, der französische Pharmakonzern Sanofi, der Paket-Dienst UPS, der Internet-Dienstleister Verisign, das Datenanalyse-Unternehmen Verisk Analytics, Mobilfunkbetreiber Verizon und ein weiterer Klassiker in seinem Depot: Wal Mart.

Detaillierte Infos zu den Buffett-Beteiligungen finden Sie unter warrenbuffettstockportfolio.com.

Finanzen

Schon 75 Millionen Kunden: Netflix revolutioniert das Fernsehen

Börse

US-Konzerne: Quartalsgewinne brechen ein - Droht Rezession?

Finanzen

Zalando steigert Umsatz um ein Drittel - Gewinn ist aber noch unklar