Land der Zuckerberge?

In den USA spenden Superreiche Milliarden. In Österreich halten sich Vermögende beim sozialen Engagement zurück. Die Gründe: schlechtes Image - und die Religion.

Land der Zuckerberge?

MARK ZUCKERBERG. Nach der Geburt seiner Tochter will der Facebook-Gründer 99 Prozent seiner Aktien in gemeinnützige Zwecke investieren.

Superlative haben in den USA Tradition. Auch beim Thema Wohltätigkeit. In kaum einem anderen Land ist das Spendenaufk ommen so hoch wie in den Vereinigten Staaten. Es beträgt mehr als 1.000 Euro pro Kopf, beim selbsternannten "Spendenweltmeister" Österreich sind es gerade einmal 70 Euro. Dabei leisten auch amerikanische Superreiche einen entscheidenden Beitrag. Aktuelles Beispiel ist Mark Zuckerberg.

Der Facebook-Chef hat 2010 den "Giving Pledge" von Microsoft-Gründer Bill Gates unterschrieben und damit versprochen, zumindest die Hälfte seines Vermögens gemeinnützigen Zwecken zu widmen. Anlässlich der Geburt seiner Tochter Maxima hat er den Einsatz nun noch einmal ordentlich erhöht. 99 Prozent seines 45 Milliarden schweren Aktienpakets sollen die Chancengleichheit von Kindern weltweit fördern.

Nun wäre es einerseits nicht ganz fair, Österreichs Vermögende an Zuckerberg zu messen. Von der Familie Piëch einmal abgesehen, haben selbst die 25 heimischen Milliardärsfamilien weit weniger auf der hohen Kante als der IT-Mogul. Andererseits sind aber gerade in Österreich die Steuern auf Vermögen deutlich niedriger als anderswo. Damit sollte eigentlich Kapital für freiwilliges Engagement vorhanden sein.

ABGESCHLAGEN. Bei Privatspenden ist der selbsternannte Spendenweltmeister Österreich weit weg von der Spitze.


GESETZ - Zeit fürs Stiften

Mit dem Gemeinnützigkeitspaket will die Regierung Stiften attraktiver machen.

So einfach wie bei einem Verein soll die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung in Zukunft sein. Verbunden mit Steuererleichterungen und einer eigenen Transparenzdatenbank erhofft sich der federführende Staatssekretär Harald Mahrer davon mittelfristig eine Annäherung an das Schweizer Stiftungsniveau. Dort wurden im vergangenen Jahr von gemeinnützigen Stiftungen 1,3 Milliarden Euro ausgeschüttet, in Österreich waren es Schätzungen zufolge weniger als 50 Millionen Euro. Aber: "Ich rechne damit, dass wir jedenfalls 15 bis 20 Jahre dafür brauchen werden", so Mahrer zu FORMAT. Er selbst bezeichnet das Paket als "ersten großen Schritt". Nachbesserungen, etwa bei den im internationalen Vergleich eher niedrigen Grenzen für Steuerbefreiungen, seien durchaus möglich.

Die ganze Geschichte lesen Sie im FORMAT Nr. 50/2015 vom 11.12.2015
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