Krise bei OMV verlängert: Massiver Gewinneinbruch

Krise bei OMV verlängert: Massiver Gewinneinbruch

Bei der OMV nehmen die Kalamitäten kein Ende.

Nach der Krise und dem Machtkampf im Management der OMV und der Staatsholding ÖIAG als Hauptaktionär folgen nun schlechte Ergebnisse: Der Gewinn des österreichischen Öl- und Gaskonzerns ist nach drei Quartalen um 43 Prozent auf 957 Mio. Euro eingebrochen. Der Umsatz ging um 12 Prozent auf 28,23 Mrd. Euro zurück. Das für 2016 gesteckte Ziel von rund 400.000 Barrel muss höchstwahrscheinlich revidiert werden.

Wien. Die zwischenzeitliche Ruhe beim börsennotierten Öl- und Gaskonzern OMV dürfte nun passé sein. Und die Krise weiter entfachen. Nach dem Machtkampf und Führungskrise an der Spitze des Unternehmens, folgt nun postwendend ein miserables Ergebnis. Die OMV hat in den ersten drei Quartalen 2014 Einbußen beim Umsatz und noch deutlicher beim Gewinn hinnehmen müssen. Der Umsatz ging um 12 Prozent auf 28,23 Milliarden Euro zurück, der operative Gewinn (EBIT) brach um 41 Prozent auf 1,478 Milliarden Euro ein und unterm Strich blieb nur ein Periodenüberschuss von 957 Millionen Euro (-43 Prozent), wie die OMV ad hoc mitteilte.

Und dennoch: Der Gewinneinbruch ist somit nicht so dramatisch ausgefallen wie Analysten prognostiziert hatten. Die von der APA befragten Experten hatten sogar mit einem Rückgang des Nettogewinns um zwei Drittel gerechnet.

Im dritten Quartal ging das EBIT gemessen am gleichen Zeitraum des Vorjahres nur noch um 1 Prozent auf 570 Millionen Euro zurück. Der Periodenüberschuss fiel mit 344 Millionen Euro um 8 Prozent geringer aus als vor einem Jahr. Die Produktion stieg im 3. Quartal auf 311.000 boe/d (Barrel Öl-Äquivalent/Tag), um 13 Prozent mehr als im dritten Quartal 2013. Der Umsatz war dennoch mit 9,098 Milliarden Euro um 15 Prozent niedriger als im gleichen Vorjahresquartal.

Neue Zielsetzung

Das für 2016 gesteckte Ziel von rund 400.000 Barrel dürfte nach derzeitiger Einschätzung offenbar nicht erreicht werden. "Es sei nicht auszuschließen, dass "erst zu einem späteren Zeitpunkt", heißt es in einer Aussendung, das Produktionsziel erreicht werden könne, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Da der schwache Ölpreis sowie die Unberechenbarkeit der Produktion in Libyen auf den Cash Flow drückten, werde derzeit das Investitionstempo überprüft. Ziel sei eine Reduktion der Ausgaben in den nächsten zwei bis drei Jahren.

Mitte Oktober wurde nach einem monatelangem Kampf an der Spitze des Unternehmens gehandelt. Der Aufsichtsrat und Vorstiz von ÖIAG-Chef Rudolf Kemler hatte beschlossen, dass OMV-Vorstandschef Roiss vorzeitig im Jahr 2015 gehen muss."einvernehmlich", so hieße es, habe man sich geeinigt. Gasvorstand Hans-Peter Floren, mit dem sich Roiss intern einen erbitterten Machtkampf geliefert hatte, muss seinen Bereich an einen anderen Vorstand abgeben. Seine Zukunft sei offen. Über seinen Vertrag werde verhandelt, hatte die OMV mitgeteilt. Nach den miesen Zahlen und Herabstufungen der OMV-Aktie von verschiedenen Analysten dürfte laut involvierten Kreisen auch Florens Abschied bevor stehen.

Auch ÖIAG-Chef und OMV-Aufsichtsrat Rudolf Kemler ist massiv in die Kritik geraten. Er ist nur noch "Noch-Vorstand" der ÖIAG. Sein Vertrag als ÖIAG-Chef läuft am 31. Oktober 2017 aus - und nicht erst 2017. Er ist ist im Zuge des OMV-Machtkampfs selbst auch massiv in die Kritik geraten. Bundeskanzler Werner Faymann kritisierte "chaotische Zustände".

Die OMV-Aktie notiert aktuell bei 24,90 Euro und hat damit im letzten Jahr stetig an Wert verloren, mit einem 52-Wochen-Tief bei 23,185 Euro am 16. Oktober 2014. Das 52-Wochen-Hoch von 37,25 Euro liegt nun exakt ein Jahr zurück.

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