Kredite & Sparen: Wie Österreicher ihr Verhalten ändern

Kredite & Sparen: Wie Österreicher ihr Verhalten ändern

Vor ein paar Jahren noch undenkbar: Fixzins schlägt variable Kreditzinsen

Die niedrigen Spar- und Kreditzinsen haben ihre Spuren hinterlassen. Eine Umfrage zeigt, wie wie viel die Österreicher 2016 deshalb weniger sparen wollen,wie rapide sich das Kreditverhalten verändert hat, wie attraktiv Bausparen noch ist und ob sie lieber fixe oder variable Zinsen wählen.

Lust auf Privatkredite ist gestiegen

Laut der aktuellen Integral Umfrage im Auftrag der Erste Bank, will mehr als ein Drittel der ÖsterreicherInnen (33%) in den nächsten 12 Monaten eine größere Anschaffung zu tätigen. Vor allem Junge bis 29 Jahre fassen derartige Investitionen ins Auge. Eigene Ersparnisse verwenden dafür 81% (-5), einen Kredit oder ein Bauspardarlehen wollen 13% (-1) aufnehmen. Die durchschnittliche Kreditsumme ist dabei im Vergleich zum Q3 2014 von 69.200 Euro auf 65.700 Euro gesunken (-5%).

Fix schlägt Variabel

Die Österreicher sind dem Thema Fixzins so aufgeschlossen wie nie zuvor. Aktuell würden laut Umfrage 51% einen Kredit mit fixen Zinsen abschließen. „Das wäre vor ein paar Jahren völlig undenkbar gewesen“, meint Peter Bosek, Privatkundenvorstand der Erste Bank. Bis letztes Jahr waren variabel verzinste Kredite in der Erste Bank noch hoch im Kurs, aber aktuell werden sogar 6 von 10 neuen Krediten mit Fixzins abgeschlossen. Für 10 Jahre gilt momentan ein fixer Zinssatz um 2,25% p.a. – auf 15 Jahre 2,5% p.a. Aktuell wird auch auf ein Pönale verzichtet, es kann also während der Fixzinsphase mehr zurückgezahlt werden.
Ein prognostizierter Zinsanstieg im Jahr 2017 könnte ein Erklärungsgrund für die steigende Beliebtheit von Fixzinskrediten sein. Für eine Absicherung dieses Zinsniveaus ist es jetzt keinesfalls zu früh: „Wenn die Zinsen erst einmal beginnen zu steigen, ist es zu spät“, meint Bosek. „Die Märkte nehmen solche Entwicklungen vorweg.“ Laut Umfrage kommt ein variabler Zinssatz sogar nur mehr für 13% der Österreicher und Österreicherinnen in Frage, ein Zinscap für 9% und 28% machen keine Angabe.

Weniger Sparbuch und mehr Nichtsparer

Österreicher planen in den kommenden zwölf Monaten 5.200 Euro zu veranlagen. Das sind rund 400 Euro mehr als genau vor einem Jahr. Das Sparbuch bleibt aber unter Verlusten mit 58% (-6) der Vorreiter, wenn es um die Sparform geht. Der Bausparvertrag liegt bei 48% (-6), die Pensionsvorsorge ist mit 33 % unverändert geblieben. Die Geldanlagen in Wertpapiere konnten um einen Prozentpunkt auf 24% zulegen. Immobilien verlieren um 5 Punkte auf 13%, Gold ist und bleibt für 11% das Mittel der Wahl. Jeder Fünfte plant in den nächsten 12 Monaten keine finanziellen Anlagen. Das sind um 5 Prozentpunkte mehr als im Vergleich zum Q3 2014.

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