Konsumentenschützer warnen: Gold ist keine Alternative zum Sparbuch

Konsumentenschützer warnen: Gold ist keine Alternative zum Sparbuch

Goldbarren der Ögussa

Nach dem Verfall des Goldpreises warnt nun auch der Verein für Konsumenteninformation (VKI) Anleger davor, Gold als Alternative zum Sparbuch zu sehen. Gold garantiere nicht automatisch Werterhalt und Wertzuwachs. Das gelte auch für Goldsparpläne und Wertpapiere auf Gold.

Vor drei Jahren, im September 2011, hatte der Goldpreis sein historisches Allzeit-Hoch von 1920 Dollar erreicht. Dass dieser Wert überhaupt erzielt werden konnte liegt an dem davor von der Finanz- und Wirtschaftskrise ausgelösten und über Jahre anhaltenden Anstieg des Goldpreises. "In Zeiten, in denen Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung herrscht, greifen viele gern zu Sachwerten wie Diamanten oder Edelmetallen", wissen die Experten des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) zu dem psychologischen Momentum hinter der Gold-Hausse.

Die Angst vor einem Währungsverfall treibt Anleger dazu, in vermeintlich sichere Werte zu investieren. So auch in Gold, das als Fluchtwährung für Krisen- und Notzeiten gesehen wird. Seit dem historischen Höchststand hat Gold jedoch ein Drittel seines Werts verloren. Viele Anleger, darunter auch Kleinanleger, die Gold als Wertanlage und Investment mit einem großen Potenzial gesehen hatten, wurden schwer enttäuscht.

Angesichts des anhaltenden Niedergangs des Goldpreises - auch im Jahresverlauf hat Gold weiter an Wert verloren - und der nun wieder lauter werdenden Stimmen, dass der Zeitpunkt für eine Geldanlage in Gold jetzt besonders günstig ist, warnt der VKI nun in der neuen Ausgabe seines Magazins "Konsument" nun vor Investments in das Edelmetall. "Wer in Gold investiert, sollte sich über seine Ziele im Klaren sein. Alles, was nur unter dem Gesichtspunkt gekauft wird, erspartes Geld vorübergehend vor inflationären Gefahren zu schützen, wird nur in den seltensten Fällen die erhoffte Sicherheit oder gar satte Gewinne bringen", halten die Experten des VKI in der aktuellen fest.

Kapitalerhalt und Wertsteigerungen seien ausschließlich dann zu erzielen, wenn der Edelmetallpreis bis zum Wiederverkauf kräftig steigt. Das verlange aber unter Umständen einen langen Atem. Wer sein Gold oder Silber kurzfristig wieder abstoßen muss, um wieder zu Barem zu kommen, muss auch die Möglichkeit eines herben Verlusts einkalkulieren, warnen die Konsumentenschützer.

Angesichts der anhaltend ungünstigen Entwicklung des Goldpreises müssten Käufer außerdem darauf achten, dass die Unterschiede zwischen den jeweiligen An- und Verkaufskursen, die Spreads, umso größer sind, je kleinere Mengen gehandelt werden. Sprich: Kleine Golddukaten etwa oder sehr kleine Feingoldbarren lassen sich zwar leichter ein- und wieder verkaufen als ein ein Kilogramm schwerer Barren, dafür verliert man aber beim Handel mit den kleinen Mengen wesentlich mehr.

Als Beispiel führt der VKI das einen nur ein Gramm leichten Goldbarren der Ögussa an, der im August an einem Tag zum Wert von 41,72 Euro verkauft aber lediglich zum Preis von 31,11 Euro wieder verkauft wurde. Hätte man das Goldstück an einem Tag ein- und wieder verkauft, so hätte sich ein Verlust von 34 Prozent ergeben. Die Unze Gold (31,1035 Gramm) wurde dagegen am selben Tag um 999 Euro verkauft und um 967 Euro eingekauft, also mit einem Spread von nur 3,31 Prozent.

Das Fazit des VKI: Es gibt keinen Glanz ohne Risiko. Auch Gold garantiert nicht automatisch Werterhalt und Wertzuwachs. Das gilt auch für Goldsparpläne und Wertpapiere auf Gold.

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