Spannungen im Nahen Osten und Libyen schieben Ölpreis an

Spannungen im Nahen Osten und Libyen schieben Ölpreis an

Die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und Iran sowie neue Kämpfe in Libyen haben den Ölpreis in die Höhe getrieben. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 1,6 Prozent auf 37,87 Dollar je Barrel, nachdem sie zuvor zeitweise ins Minus gerutscht war.

Die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) versucht, den libyschen Ölhafen Es Sider unter Kontrolle zu bringen. IS-Kämpfer hätten sich am Montag in der Nähe des größten Terminals Gefechte mit Wachmannschaften geliefert, berichteten Augenzeugen und Soldaten am Montag. Bereits im Oktober hatte der IS die Anlage mit einer Autobombe attackiert. Die Häfen in Es Sider und im benachbarten Ras Lanuf sind seit über einem Jahr wegen der Machtkämpfe in Libyen nach dem Sturz von Machthaber Muammar Gaddafi geschlossen.

IS-Milizen hatten im vergangenen Oktober Es Sider schon einmal angegriffen. Im Rahmen ihrer Expansion in dem nordafrikanischen Land versucht die Extremistengruppe auch, Ölfelder im Süden Libyens unter ihre Kontrolle zu bringen - bislang ohne Erfolg.

Der IS kontrolliert die Küstenstadt Sirte und hat seine Präsenz in dem nordafrikanischen Land ausgeweitet. Anders als in Syrien konnte der IS in Libyen aber noch keine Öl-Anlagen einnehmen. Von offizieller Seite war zunächst keine Auskunft zu erhalten, wie nahe am Ölverladeterminal sich die Kämpfe in Es Sider abspielten. Die Vereinten Nationen (UN) gehen davon aus, dass die IS-Miliz zwischen 2000 und 3000 Kämpfer in Libyen hat. Die meisten davon befänden sich in Sirte.

Sunnitisch-schiitischer Konflikt

Unabhängig davon brach Saudi-Arabien die diplomatischen Beziehungen zum Iran ab. Grund hierfür war die iranische Kritik an der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen im sunnitischen Königreich. Die islamische Republik will nach der Aufhebung der westlichen Sanktionen als Öl- und Gasexporteur auf den Weltmarkt zurückkehren. Derzeit führt das Land täglich etwa eine Millionen Barrel aus. Das ist etwa ein Drittel der Menge, die Iran vor Verhängung der Sanktionen 2011 exportierte.

Trotz der aktuellen Steigerungen liegt der Ölpreis derzeit etwa zwei Drittel unter seinem Niveau von Mitte 2014. Grund hierfür ist die weltweite Überproduktion und der Kampf der Förderländer um Marktanteile. Aus diesem Grund sagen die Analysten der US-Bank Goldman Sachs einen Rückgang des Ölpreises auf 20 Dollar voraus.

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