Japans Industrie schwächelt, Steuererhöhung folgt

Die Produktion in Japan sank im Februar um 2,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Ab Dienstag wird die Umsatzsteuer zusätzlich von fünf auf acht Prozent erhöht. Die hohe Staatsverschuldung ist für die Steuererhöhungen verantwortlich. Japan kämpfte sich nur langsam aus einer jahrelangen Deflation.

Japans Industrie schwächelt, Steuererhöhung folgt

Ab Dienstag wird in Japan die Mehrwertsteuer erhöht. Japans Industrie bangt vor den Auswirkungen dieser Maßnahme. Noch dazu kommt jetzt ein Schwächeanfall der Industrie: Die Produktion sank im Februar überraschend um 2,3 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Der erste Rückgang seit drei Monaten ist ein Anzeichen für die Schwunglosigkeit der Industrieproduktion. Experten hatten mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet.

Die Umsatzsteuer wird von fünf auf acht Prozent steigen, Waren und Dienstleistungen dürften sich verteuern. Der Automobilsektor und Einzelhändler dürften besonders unter dieser unpopulären Maßnahme leiden. Im nächsten Jahr soll der Steuersatz nochmals angehoben werden, von acht auf zehn Prozent.

Staatsverschuldung verantwortlich
Japans Ministerpräsident Shinzo Abe begründet die Steuererhöhung mit der ausufernden Staatsverschuldung, mehr Geld von Verbrauchern und Firmen muss einverlangt werden. Die sinkende Industrieproduktion ist laut Experten aber ein Warnsignal.

"Die Unternehmen drosseln die Produktion, um die Lagerbestände zu drücken. Dahinter steht die Sorge, dass die Nachfrage unter der Steuererhöhung leidet", meint der Ökonom Norio Miyagawa. Falls die Wirtschaft sich nicht rasch erhole, müsse die Zentralbank erneut die Notenpresse anwerfen.

Die stark gelockerte Geldpolitik half Japan aus der Deflation. Rund 15 Jahre lang hatte eine Spirale aus fallenden Preisen und fehlenden Investitionen die Wirtschaft gelegt. Ziel ist es, die Inflationsrate wieder in Richtung von zwei Prozent zu bringen. Ende 2013 legte die Inflation trotz Konjunkturhilfen nur um 0,3 Prozent zum Vorquartal zu.