IWF-Chefin Lagarde: Anteckungsgefahren durch Lage in China

Die Börsenturbulenzen in China sind noch nicht überwunden, enttäuschende Industriedaten schürten die Ängste von Anlegern erneut. IWF-Chefin Christine Lagarde warnt sogar davor, dass die Situation an den chinesischen Märkten auf andere Länder übergreifen könnte.

IWF-Chefin Lagarde: Anteckungsgefahren durch Lage in China

IWF-Chefin Christine Lagarde hat vor Ansteckungsgefahren durch die Börsenturbulenzen in China gewarnt. Die jüngsten Schwankungen auf den weltweiten Finanzmärkten zeigten, wie rasch die Risiken von einer Volkswirtschaft zur nächsten übergreifen könnten, sagte Lagarde in Jakarta.

"Was sich in den vergangenen Wochen erwiesen hat, ist, wie sehr Asien im Zentrum der Weltwirtschaft steht", sagte die Präsidentin des Internationalen Währungsfonds (IWF). Es habe sich auch gezeigt, wie sehr Störungen auf einem Markt in Asien auf den Rest der Welt übergreifen könnten.

Die Weltwirtschaft spüre Gegenwind durch die Anpassungen in China, das langsame Wachstum in Japan, fallende Rohstoffpreise und Unsicherheiten in Bezug auf eine Anhebung der US-Zinsen. Lagarde forderte angesichts des Finanzbedarfs in der Region eine enge Zusammenarbeit zwischen internationalen Organisationen wie der von China angestoßenen Asiatischen Infrastruktur und Investitionsbank AIIB, der Asiatischen Entwicklungsbank ADB und der Weltbank.

Börsen immer noch besorgt

Die Börsen haben immer noch Sorgen um China. Am Dienstag ließen enttäuschende Industriedaten bei den Anlegern die Ängste um die Entwicklung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt wieder aufkeimen. So ist die chinesische Industrieproduktion laut dem Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex auf ihren tiefsten Stand seit März 2009 gesunken. Auch Chinas Dienstleistungssektor, zuletzt noch Hoffnungsschimmer, verlor an Schwung.

Wegen China dürfte die Weltkonjunktur in diesem Jahr schwächeln. "Wir gehen davon aus, dass das globale Wachstum moderat bleibt und voraussichtlich geringer ausfällt als im Juli prognostiziert", so Lagarde.