15 Top-Aktien und 15 Fonds aus Euroland

15 Top-Aktien und 15 Fonds aus Euroland

Derzeit weisen Prognosen darauf hin, dass die Aktienmärkte am alten Kontinent mehr Chancen bergen als die US-Börsen und die Aktienmärkte der aufstrebenden Staaten.

Nach fünf Jahren Flaute zeichnen sich bei europäischen Börsenkonzernen Gewinnanstiege ab. FORMAT Portfolio präsentiert 15 europäische Aktien und 15 Fonds, die einen Blick wert sind.

Was Anlegern seit geraumer Zeit aufgetischt wird, ist schwere Kost. Im August erfasste ein Lauffeuer die Aktienmärkte, nachdem an Chinas Festlandbörsen die Zockerwut von Millionen Anlegern zum Platzen der Aktienblase geführt hatte. Im September sorgte der VW-Skandal für Unmut. Da hat es gerade noch gefehlt, dass die amerikanische Notenbank-Präsidentin Janet Yellen die von Experten erwartete US-Zinserhöhung auf die lange Bank schob.

Nichts verändert hat sich bei den Sparzinsen. Aber auch das ist keine gute Nachricht. Haben doch jene, die 100.000 Euro auf einem einjährigen Sparbuch bunkern, laut Eurostat auf Jahressicht im europäischen Schnitt nur Magerzinsen von 100 Euro kassiert. Und mit sicheren Anleihen ist auch kein Staat zu machen, sind doch die Renditen solider Papiere so gering, dass der Vermögensaufbau gar nicht oder nur im Schneckentempo vorankommt.

Wer mit seiner Veranlagung auf mehr Ertrag aus ist, darf den Cocktail aus negativen Nachrichten und Unwägbarkeiten keinesfalls negieren. Nichtsdestotrotz bleiben Aktien die einzige Alternative für jene, die bereit sind, mit erhöhtem Risiko ihren Vermögensaufbau auf Kurs zu halten. Jörg de Vries-Hippen, Europa-Aktienchef und Fondsmanager von Allianz Global Investors, zeigt, in welche Richtung man gehen sollte: "Man muss bei der Anlagepolitik neue Wege gehen. Derzeit liegt allein die Dividendenrendite europäischer Konzerne deutlich über dem Renditeniveau von Staatsanleihen. Es wäre aber gelogen, wenn man innerhalb von zehn Jahren mit Aktien nicht auch einmal bittere Zeiten haben würde." Dass solche unmittelbar in Form eines veritablen Börsencrashs ante portas stehen, glauben Anlageprofis aber nicht.

Jörg de Vries-Hippen, Europa-Aktienchef Allianz Global Investors: "Anleger müssen neue Wege gehen. Derzeit liegt allein die Dividendenrendite über der Rendite von Staatsanleihen."

Börsianer, die mittelfristig planen, haben somit recht gute Karten. Und geht es nach Experten, bergen dabei Europas Aktienmärkte vergleichsweise gute Anlagemöglichkeiten. Aber welche Europa-Investments sollten Investoren im Auge haben?

FORMAT Portfolio präsentiert 15 europäische Aktien und 15 Investmentfonds, die sich einen Platz auf der Beobachtungsliste verdient haben. Vonseiten der Bewertung europäischer Aktien zeigt sich laut Horst Simbürger, Anlagechef von Volksbank Invest, ein gemischtes Bild. "Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis sind europäische Aktien nicht billig. Wer die Kennzahl Kurs-Buchwert-Verhältnis als Maßstab nimmt, wird aber erkennen, dass etwa die Papiere des Euro Stoxx 50 mit einem Wert von 1,4 extrem günstig sind", sagt Simbürger:

Horst Simbürger, Anlagechef Volksbank Invest: "Jahrelang haben europäischen Konzerne enttäuscht. Das Blatt hat sich gewendet. Bei den Profiten gibt es positive Überraschungen."

Steigende Profite. Doch das Verhältnis von Preis und Wert ist auch gar nicht der entscheidende Faktor, der die Zuversicht von Experten schürt. Michael Barakos, Anlagechef für Europa-Aktien der JPMorgan-Fondsgesellschaft: "Europas Aktienmärkte sind derzeit weltweit die einzigen, für die die Aussichten wegen volkswirtschaftlicher und auch unternehmensbezogener Entwicklungen gut sind" (siehe Interview) .

Und dabei spielt vor allem die Profitentwicklung der Konzerne eine zentrale Rolle. Anlagechef Simbürger: "In den vergangenen Jahren haben europäische Unternehmen enttäuscht. Das Blatt hat sich seit Jahresanfang gewendet.

Bei den Profiten gibt es positive Überraschungen." Das bestätigt eine aktuelle Analyse der US-Bank Morgan Stanley, in der Börsenkonzernen der Eurozone für das Gesamtjahr 2015 ein Gewinnanstieg von elf Prozent zugetraut wird.

Geht es nach Kalkulationen von JPMorgan, handelt es sich dabei nicht um ein Strohfeuer. Europa-Aktienchef Barakos: "Die Profite europäischer Konzerne traten rund fünf Jahre auf der Stelle. Nun zeigt sich Gewinnwachstum. 2016 kommt noch viel mehr nach. Nächstes Jahr könnten die Profite von Unternehmen, die an den Börsen der Eurozone vertreten sind, um 15 Prozent steigen."

Friedrich Mostböck, Research-Leiter Erste Group: "2014 war die Wiener Börse ein Nachzügler. Die Lage hat sich gebessert. Wiener Aktien haben Aufholpotenzial."

Aufholpotenzial ortet Friedrich Mostböck, Leiter Aktien-Research der Erste Bank, bei heimischen Aktien: "2014 hinkte die Wiener Börse anderen Aktienmärkten hinterher. Die Lage hat sich gebessert. Ich glaube nicht, dass es in der Berichtssaison für das dritte Quartal negative Überraschungen geben wird." Positiv fällt die Prognose Mostböcks aus. Er schätzt, dass der ATX bis Jahresende fünf bis sieben Prozent zulegen kann.

Dabei zählen Aktien von CA Immobilien, RHI sowie Vienna Insurance Group zu seinen Favoriten. Übrigens: Österreichische Aktien haben auch große Player im Visier. So finden etwa Papiere von Uniqa und Strabag bei JPMorgan-Experte Barakos Gefallen.

Das Resümee von Fondsmanager De Vries- Hippen: "Investoren müssen weiter mit hohen Kursschwankungen rechnen. Man wird aus Renditegründen aber nicht um ein erhöhtes Investment in Aktien herumkommen."

15 europäische Aktientipps

Adidas

Adidas ist der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt. Der Verkauf der unter Druck stehenden Golfsparte ist wahrscheinlich. Im ersten Halbjahr lagen die Ergebnisse über den Erwartungen. Die Übernahme des Fitness-App-Anbieters Runtastic eröffnet neue Möglichkeiten.

AT&S

Das heimische Unternehmen ist im Leiterplattenbereich gut positioniert. Gemeinsam mit Intel werden große Investitionen in China in die neue IC-Substrate-Technologie getätigt. AT&S steigerte die Margen seit Jahren deutlich. Die Aktie ist mit einem KGV von 12 im Branchenvergleich günstig.

15 Aktienfonds für Veranlagungen am alten Kontinent

Wer sein Geld breit gestreut an Europas Börsen anlegen will, sollte einen Blick auf die besten Aktienfonds der vergangenen Jahre werfen. Dazu zählt etwa der BlackRock European Opportunities Extension, der seit Oktober 2012 jährlich rund 30 Prozent Ertrag brachte. Bei deutschen Aktien liegen Investoren mit dem DWS Aktien Strategie Deutschland richtig. Bei Österreich-Aktien ist der von Fondsmanager Alois Wögerbauer gelenkte 3 Banken Österreich-Fonds erste Wahl.

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