Henkel reicht Angebot für Shampoo-Marke Wella ein

Henkel reicht Angebot für Shampoo-Marke Wella ein

Der deutsche Konsumgüterkonzern Henkel will seine Körperpflegesparte ausbauen: Wella wäre ein passender Zukauf - wenn Procter & Gamble mitspielt.

Henkel greift nach dem Shampoo-Hersteller Wella: Der deutsche Konsumgüterkonzern (Persil, Schwarzkopf, Somat) bietet dem US-Konzern Procter & Gamble laut Insidern rund fünf bis sieben Milliarden Dollar. Auch der Finanzinvestor KKR habe ein Angebot eingereicht.

Die Sparte könnte 5 bis 7 Milliarden Dollar (4,5 bis 6,3 Milliarden Euro) wert sein. Auch der Finanzinvestor KKR habe ein Gebot für das Haarpflegegeschäft abgegeben, sagten Insider. Bei Henkel war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Henkel hatte erst im März erklärt, nach geeigneten Übernahmezielen Ausschau zu halten. Bis zu 4,5 Mrd. Euro könnte der deutsche Hersteller von Pritt und Persil dafür aufbringen, hatte Finanzchef Carsten Knobel damals gesagt. Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah hatte Anfang des Jahres betont, dass sich Henkel bei den Konsumgütern noch besser aufstellen will. Henkel hatten 2014 mit seiner Körperpflege-Sparte - zu der Marken wie Schwarzkopf, Syoss, Fa oder Diadermine gehören - einen Umsatz von rund 3,5 Milliarden Euro eingefahren, der operative Gewinn der kleinsten Henkel-Sparte lag bei 421 Millionen Euro.

Der Konsumgüterriese P&G will sich von Geschäftsbereichen rund um die Körperpflege trennen. Der US-Konzern Coty, der Parfüm für Modemarken wie Calvin Klein oder Marc Jacobs herstellt, habe ein verbindliches Offert für das Duftstoff- wie auch das Kosmetikgeschäft von P&G abgegeben, sagten die Insider. Auch der Investor Clayton Dubilier & Rice LLC habe für das Kosmetik-Geschäft von P&G mit Drogeriemarken wie CoverGirl und Max Factor geboten, hieß es. Ein Verkauf könnte P&G rund 3 Mrd. Dollar in die Kassen spülen.

Henkel will Körperpflegesparte deutlich ausbauen

Nach Wella hatte Henkel schon einmal seine Fühler ausgestreckt. Vor über zehn Jahren wollten die Düsseldorfer den Darmstädter Konkurrenten schlucken, doch schnappte ihnen der US-Gigant Procter&Gamble damals das Unternehmen für mehr als sechs Milliarden Euro vor der Nase weg. Jetzt könnte sich der Kreis für Henkel wieder schließen. Den letzten großen Milliarden-Kauf hatte Henkel 2008 gestemmt, damals stärkten die Düsseldorfer ihre Klebstoffsparte. Vor Kurzem übernahm Henkel für 220 Millionen Euro Waschmittelmarken in Australien und Neuseeland.

Mit einer Wella-Übernahme könnte Henkel seine Körperpflegesparte deutlich ausbauen und das Geschäft in Nordamerika und den Wachstumsmärkten ankurbeln, hatten Fitch-Analysten erklärt. Bei einem Kaufpreis von bis zu fünf Milliarden Euro werde das "A"-Rating des Dax-Konzerns nicht unter Druck geraten - dies könne sich aber ändern, wenn die Düsseldorfer deutlich mehr für Wella zahlen müssten. Die Rating-Agentur Standard & Poor's bewertet die Henkel-Verbindlichkeiten ebenfalls mit "A", Moody's mit "A2".

Henkel strebt bis Ende 2016 einen Nettoumsatz von 20 Milliarden Euro an, die Hälfte davon sollen aus Wachstumsmärkten rund um den Globus kommen. 2014 hatte Henkel einen Umsatz von 16,4 Milliarden Euro erreicht.

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