"Gute Verkaufsgelegenheit bei Rohstoffen"

Der Preis für Rohöl könnte nach einer kurzen Rallye, laut Goldman Sachs, auf 45 Dollar je Barrel abstürzen.

Der Preis für Rohöl könnte nach einer kurzen Rallye, laut Goldman Sachs, auf 45 Dollar je Barrel abstürzen.

Die Preise von Rohstoffen wie Erdöl und Kupfer haben sich seit Februar kräftig erholt. Goldman Sachs rät Investoren trotzdem rasch die Reißleine zu ziehen. Warum Erdöl & Co vor einem neuerlichen Absturz stehen.

Die Entwicklung des Goldman Sachs Commodity Index macht eigentlich Hoffnung. Nach einem Absturz von über 40 Prozent in mehr als einem Jahr kam im Februar 2015 die erhoffte Trendwende. Der Rohstoff-Index zogen um rund sechs Prozent an – der Tiefpunkt schien erreicht. Doch bereits der vergangenen Woche hat der Rohstoffsektor wieder Verluste erlitten.

Erdöl bald wieder bei 45 Dollar?

Nun machen auch noch Analysten von Goldman Sachs in einer Studie die zarte Hoffnung auf einen Aufschwung zunichte. Auch die Analysten der Saxo Bank äußern sich skeptisch. Die Erholung sei verfrüht, argumentieren die Studienautoren von Goldman Sachs. „Wir sehen einen Abwärtsdruck. Die gegenwärtigen Preise bieten eine sehr gute Verkaufsgelegenheit, sowohl für Produzenten als auch für Investoren", so das klare Ergebnis der Goldman-Sachs-Studie. Ihre Prognose: Der Kupferpreis wird in den nächsten zwölf Monaten um mindestens 16 Prozent nachgeben, der Ölpreis wird ebenfalls seine Zugewinne wieder einbüßen und nach dem Anstieg seit Februar auf 65 Dollar je Barrel wieder auf 45 sinken werden.

“Ölrallye ist ein Schuss ins Knie”

"Der steigende Dollar hat die Richtung des ganzen Marktes beeinflusst", so Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Besonders schwer hat es Agrarrohstoffe und Industriemetalle getroffen. "Bei Gold konnten wir in den vergangenen Monaten einige Ausbruchsversuche beobachten, die jedoch aus verschiedensten Gründen scheiterten“, erläutert Hansen.
Zu viel Kapital am Markt und ein Überangebot an Rohöl nennt Goldman Sachs als die zwei Schlüsselfaktoren die auf den Ölpreis drücken. So mache die Verfügbarkeit von billigem Geld und die damit verbundenen Investments in höhere Förderquoten einen nachhaltig niedrige Ölpreise wahrscheinlich. Die Folge: „Die Rallye ist ein Schuss ins Knie“, so die Schlussfolgerung der Studienautoren.

Höhe Fördermengen in den USA drücken ebenfalls Ölpreis

In einer verzögerten Reaktion auf den US-Förderanlagen-Abbau Ende vergangenen Jahres, ist zudem die Öl- Produktion seit dem Hoch im März um 157.000 Barrel pro Tag gesunken. „Dennoch werden immer noch 800.000 Barrel pro Tag mehr produziert im Vergleich zum vergangenen Jahr. Auch die US-Lagerbestände liegen 100 Million Barrel oberhalb des Fünfjahresdurchschnitts zu dieser Jahreszeit“, analysiert Saxo-Experte Hansen. Da es unwahrscheinlich sei, dass die OPEC in ihrem Juni-Meeting eine Produktionskürzung beschließt, sei das Aufwärtspotenzial über die Marke von 60 Dollar pro Barrel stark limitiert. „Sollte der Preis unter 58 Dollar pro fallen, könnte es sogar zu einer noch stärken Korrektur kommen“, schlägt der Saxo-Experte in eine ähnliche Kerbe wie die Goldman-Sachs-Studie.

Doch der Ölpreis soll nicht dauerhaft niedrig bleiben. Goldman Sachs erwartet nach dem Absturz in den nächsten zwölf Monaten bis Ende 2016 einen schrittweisen Kursanstieg auf 60 Dollar je Barrel.

Kupfer am stärksten betroffen

Noch stärker als Öl soll Kupfer in den nächsten Monaten unter die Räder geraten. „Kupfer ist dem festeren Dollar und der sinkenden Nachfrage in China am stärksten ausgesetzt”, so die Studie. Der Kurs ist zunächst seit Juli 2014 von 7.136 Dollar je Tonne Kupfer auf 5.428 Dollar abgestürzt, um seit Ende Jänner 2015 um rund 17 Prozent zu steigen. Goldman Sachs prognostiziert nun einen neuerlichen Absturz auf 5.200 Dollar. “Der Bärenmarkt bleibt intakt”, sind sich die Analysten einig.

Zink könnte profitieren

Nur bei Zink seinen die Auswirkungen der abkühlenden chinesischen Wirtschaft aufgrund dem massiven Ausbau der Infrastruktur des Landes nicht spürbar. Die Kurse sollen laut Prognose in den nächsten zwölf Monaten von 2.180 Dollar je Tonne auf 2.500 Dollar steigen.

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