7 Gründe für einen steigenden Goldpreis

Gold soll laut Experten bereits in drei Jahren auf über 2.000 Dollar je Unze steigen.

Gold soll laut Experten bereits in drei Jahren auf über 2.000 Dollar je Unze steigen.

Die Griechen flüchten bereits in Gold. Das könnten Bürger anderer Ländern auch mittelfristig tun. Damit rechnen auch die Fondsmanager Roland–Peter Stöferle und Mark Valek von Incrementum, die den jährlich erscheinenden 150-Seiten-starken Goldreport „In Gold we Trust“ nun präsentiert haben. Warum Gold aus ihrer Sicht wieder steigen sollte.

Die beiden Goldexperten rechnen für die Zukunft mit einer weiteren Renaissance des Goldes. Gold sei relativ liquide, pro Jahr werden 550.000 Tonnen gehandelt.

Für den Anstieg des Goldpreises sprechen nach Meinung der beiden Autoren des "Gold we Trust-"Report, der in der 9. Auflage nun erscheint, gleich sieben Gründe.

1. Gold dürfte, trotz steigende Inflation steigen.
Mark Valek: „Es wird der EZB mit ihren geldpolitischen Maßnahmen gelingen, dass die Inflation anzieht.“ Damit werde auch der Goldpreis steigen. Die Untersuchungen der beiden Goldexperten haben demnach gezeigt, dass steigende Zinsen - im Gegensatz zur landläufigen Meinung - nicht Gift für Gold sei. Entscheidend seit laut Valek die Entwicklung der Inflation. Seit Mai zieht die Inflation bereits leicht an. „Es ist ein Irrglaube, dass die Inflation nur steigt, wenn die Wirtschaft anzieht. Das beste Beispiel sind die 1970er Jahre. Wenn man das Spiel viel Geld zu drucken, bei mangelndem Wirtschaftswachstum zu lange betreibt, kann es zu einer Stagflation kommen. Das ist ein Szenario, das wir für sehr wahrscheinlich halten. In diesem Umfeld wird auch der Goldpreis steigen“, glaubt Valek.

2. Fragiles Finanzsystem erhöht Risiko.
Das Finanzsystem ist in einem noch fragileren Zustand als vor dem Jahr 2008. So habe die Konzentration der Banken seither sogar zugenommen. Das systemische Risiko sei gestiegen. Drohende Rezessionen würden abgewendet oder abgemildert. „Obwohl Rezessionen, etwa alle sechs Jahre, gesund sind“, argumentiert der Studien Co-Autor Roland–Peter Stöferle. Mit Stimuli der Notenbanken verschiebe man nur eine Rezession. Die würde dann umso heftiger ausfallen.

3. Sehr viel Geld wurde bereits gedruckt.
Die Notenbanken fluten seit Jahren die Märkte mit Geld. Seit dem Jahr 2007 steigen die Schulden weltweit um 57 Billionen Dollar, so Stöferle. Auch wenn sich das Schuldenwachstum zuletzt verringert habe, steige die Verschuldung weiter an, vor allem die Schulden der öffentlichen Hand würden weiterhin zunehmen. Den stärksten Anstieg der Schulden sei in China zu beobachten, wo noch aggressiver Geld gedruckt wurde und wird als in den USA. Bereits seit 2002 hat sich das Geldmengenwachstum nicht nennenswert ausgeweitet. Doch wohin geht das Geld, wenn die Inflation bisher nicht steigt? Stöferle: „Derzeit steigen nur die Vermögenspreise. Aber auch in der Vergangenheit war es so, dass es zuerst zu einer Vermögenspreisinflation gekommen ist und erst dann zu einer Konsumentenpreisinflation.“

4. Weitere Maßnahmen der Notenbanken wahrscheinlich.
Ein selbsttragender Wirtschaftsaufschwung habe sich auch in den USA trotz jahrelanger Eingriffe der US-Notenbank bisher nicht eingestellt. Stöferle: „Ich rechne mit einem weiteren Quantitativen Easing.“ Das bedeutet, dass noch mehr Geld in die Märkte gepumpt wird.

5. Preis für Silber zieht bereits an.
Ein guter Indikator, wie sich der Goldpreis entwickelt wird, ist Silber. Der Preis für Silber zieht seit Jahresanfang bereits wieder an. „Zwar ist der Abwärtstrend bei Gold noch nicht gebrochen. Es könnte mit der US-Zinserhöhung oder mit einer Wende im Griechenland-Drama zu einem letzten Sell-off kommen“, glaubt Stöferle.

6. Anstieg der Inflation könnte rascher kommen als erwartet.
Anleger sollten gewappnet sein, denn ein Anstieg der Inflation wird fast immer unterschätzt. Das habe auch der erste und zweite Weltkrieg gezeigt. "Zuerst wurde lange Geld gedruckt, um die Kriegsmaschinerie am Laufen zu halten, aber nach dem Krieg kam dann die große Inflation und die Vernichtung des Geldes", so die Autoren. Derzeit werden monatlich pro Kopf 300 Dollar gedruckt. Das ist sei zwar für das System notwendig, aber dennoch auch eine große Kapitalvernichtung von privatem Vermögen.

7. Nach langer Korrektur steigen Chancen für Goldpreisanstieg.
Nachdem der Goldpreis seit Oktober 2012 permanent gesunken ist und seit einem halben Jahr eine Seitwärtsbewegung zu verzeichnen ist, rückt für die beiden Gold-Experten die Zeit eines Gold-Comebacks näher.

Das Kursziel der beiden Goldexperten von Incrementum: In den nächsten drei Jahren wird der Goldpreis auf 2300 Dollar steigen. Heute wird für die Unze Gold 1174,60 notiert.

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