Großaktionär attackiert Conwert via Inserat

PetrusAdvisers, Großaktionäre von Conwert, lassen in ihrem Inserat keinen Zweifel daran, dass sie das Management für unfähig halten.

PetrusAdvisers, Großaktionäre von Conwert, lassen in ihrem Inserat keinen Zweifel daran, dass sie das Management für unfähig halten.

Das Inserat von Conwert-Großaktionär Petrus Advisers in den heutigen Zeitungen ist an Härte kaum zu überbieten. Sie sprechen dem Verwaltungsrat jegliches Vertrauen ab und stellen konkrete Forderungen um die Einnahmen zu steigern, die Finanzierungskosten zu senken und wollen, dass die Liegenschaften neu bewertet werden.

Professionelle Arbeit des Managements wird in Zweifel gezogen

Der an der börsennotierten conwert beteiligte Fonds Petrus Advisers LLP (London) rund um den Aktionär Klaus Umek hat den österreichischen Immobilienkonzern via Zeitungsinserate erneut massiv kritisiert und eine Reihe von Forderungen veröffentlicht. "Wir fordern, dass endlich hart und professionell gearbeitet wird", heißt es in den entgeltlichen Einschaltungen von heute, Montag.
Konkret fordert die Investorengruppe, die zuletzt rund 6,7 Prozent der conwert-Aktien hielt, unter anderem Maßnahmen zur Steigerung der Mieteinnahmen (NRI). conwert spreche von einem Steigerungspotenzial in Höhe von 23,6 Mio. Euro, es seien aber nur etwa 4 bis 5 Mio. Euro davon in die Gewinnvorschau für 2015 aufgenommen worden. "Reale Mieterhöhungen bleiben ganz außen vor", so die Kritik.

Neubewertung der Liegenschaften gefordert

Weiters verlangt der beteiligte Fonds in dem offenen Brief in österreichischen Zeitungen eine Neubewertung und Steigerung des Net Asset Value (Substanzwerts) auf Marktwerte sowie den "sofortigen Austausch der Bewerter". Die Buchwerte der Liegenschaften seien 2014 um nur 13 Mio. Euro aufgewertet worden. "Wir sehen signifikante stille Reserven von ca. 150 Mio. für das österreichische Portefeuille sowie von ca. 245 Mio. in Deutschland", heißt es in dem Anzeigentext.

Conwert soll viel zu hohe Zinsen zahlen

Die Investorengruppe um Umek stößt sich auch an den Finanzierungskosten der conwert: Das Unternehmen habe per Ende Dezember 2014 im Schnitt 4,03 Prozent Zinsen bezahlt; Vergleichsunternehmen wie etwa Deutsche Annington, Deutsche Wohnen, Gagfah oder Buwog zahlten aber nur etwa 2,6 Prozent. Es gebe also "ein Verbesserungspotenzial von Millionen - pro Monat".

"Verwässerung der Aktie inakzeptabel"


Zudem sei die Verwässerung durch massive Kapitalerhöhung mittels Wandelanleihen - mit bis zu 20 Prozent neue Aktien - beträchtlich. Petrus Advisers fordert daher "sofortige Aktienrückkäufe zu Preisen unter Buchwert", um dem entgegenzuwirken.

Sofortiger Rücktritt bereits erfolgt

Ein weiteres Anliegen - der "sofortige Rücktritt" der Verwaltungsratschefs Kerstin Gelbmann und Alexander Tavakoli - hat sich überschneidend mit Erscheinen der Inserate quasi erledigt. Wie die conwert Freitagabend bekanntgab, stellen die Vorsitzende und deren Stellvertreter ihre Mandate mit Ablauf der nächsten Hauptversammlung am 5. Juni zur Verfügung. Auslöser ist der jüngste Eigentümerwechsel - Großaktionär und Ex-Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner hat seinen knapp 25-Prozent-Anteil an der conwert per Mitte Mai an die zypriotische MountainPeak Trading (Zypern) verkauft, die vom israelischen Milliardär Teddy Sagi kontrolliert wird.

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