Zentralbanken und Gold – was, wenn Russland nur der Anfang ist?

Das Ziel, das die Zentralbanken mit ihrer Einstellung zur Währungsabwertung verfolgen, ist klar. Wertet die Währung ab, werden die Preise der nationalen Güter auf dem globalen Markt konkurrenzfähiger. Unglücklicherweise ist das in der aktuellen Lage eine fragwürdige Strategie ...

Zentralbanken und Gold – was, wenn Russland nur der Anfang ist?

Warum? Um das Ziel der Währungsabwertung zu erreichen, müssen die Zentralbanken weltweit Geld drucken, wie noch nie zuvor. Nun, was passiert, wenn die Notenbanker die im Umlauf befindliche Geldmenge der eigenen Währung erhöhen, während der Wert ihrer Devisenreserven gleichzeitig sinkt?

Reserven diversifizieren – weg vom US-Dollar ...

Die meisten Zentralbanken verwenden nach wie vor den US-Dollar als Reservewährung Nummer eins. Allerdings wertet der Greenback aufgrund der Geldpolitik der Fed ebenfalls ab. Daher müssen die Notenbanken ihre Asset Allocation neu überdenken. Sie schauen sich anderswo, abseits vom Dollar, um. Und für viele Zentralbanken kommt nur eins für ihre Reserven in Frage: Gold.

Entsprechend sind die Zentralbanken auch zunehmend auf dem Goldmarkt aktiv. 2009 wurden sie unterm Strich Nettokäufer von Gold. Allerdings geben sich die Notenbanken eher zugeknöpft, wenn es um ihre Gold-Strategie geht.

Auf dem Weltwirtschaftsforum im Schweizerischen Davos, gab der Chef der russischen Notenbank, Alexei Ulyukayev, die Marschrichtung vor: "Wir kaufen Metalle und wir werden das auch weiterhin tun." Er fügte hinzu, dass es eine Strategie zur Asset-Diversifikation sei, da Bankeinlagen oder Investments in Wertpapiere riskant blieben. Laut Daten des IWF, stieg das russische Gold-Engagement 2012 um 8,5 Prozent.

Doch Russland ist nicht das einzige Land, das bei physischem Gold aufstockt. Andere Zentralbanken handeln genauso. So stockte die Notenbank Kazakhstans 2012 ihr Gold-Investment um 41 Prozent auf.

Russland, die Türkei, Kazakhstan, Südkorea und Brasilien sind nur Beispiele für Länder, die zuletzt mit ihrem Goldrausch Schlagzeilen machten. Was, wenn sich andere Währungshüter anschließen?

Alternativlos

Zum Beispiel die Bank of Canada, die kanadische Notenbank: Nur 184 Millionen Dollar ist der Gold-Anteil an den Devisenreserven der Kanadier wert. Zum Vergleich: In US-Dollar-Assets sind sage und schreibe 35,75 Milliarden Dollar investiert – und die anderen Devisen summieren sich auf 19,43 Milliarden Dollar. Was würde passieren, wenn eine Zentralbank wie die kanadische plötzlich auf die Idee käme, sie müsse ebenfalls in Richtung Metalle diversifizieren? Eine von vielen Zentralbanken der Welt, deren Engagement in Gold vernachlässigbar gering ist im Vergleich zu dem Dollar-Anteil an den Devisenreserven. Was, wenn sie sich alle anschießen würden?

Die Aktienmärkte stehen nahe ihren Hochs. Die Anleihenmärkte sind teuer. Welche Alternative haben die Währungshüter dieser Welt?