"Wir haben alle Zutaten für eine mögliche Krise im Mittleren Osten”

"Wir haben alle Zutaten für eine mögliche Krise im Mittleren Osten”

Eine Rückkehr zu den alten Goldpreis-Hochs hält Gary Dugan, leitender Investmentstratege für Asien und den Mittleren Osten, für unwahrscheinlich, so lange es nicht zu einer Krise im Mittleren Osten, einer Dollarschwäche oder einem Inflationssprung kommt. Mit seiner Einschätzung steht Dugan mittlerweile wieder relativ alleine da.

Die Goldbestände bei Coutts & Co. liegen nun bei ein bis zwei Prozent Anteil an den Portfolios, nachdem es sechs bis sieben Prozent zum Ende des dritten Quartals gewesen waren, wie Dugan am Montag in einem Interview in Singapur sagte.

Eine Rückkehr zu den alten Hochs hält Dugan für unwahrscheinlich, so lange es nicht zu einer Krise im Mittleren Osten, einer Dollarschwäche oder einem Inflationssprung kommt. “Um dem Goldpreis vom aktuellen Niveau aus ein deutliches Aufwärtspotenzial zuzugestehen, bedarf es entweder einer weltweiten Krise oder eines Wiederaufflammens der Inflation”, so der Investmentstratege. “Auf Sicht von zwölf Monaten kann ich kein überraschend deutliches Anziehen der Teuerung erkennen. Anders sieht es mit den politischen Gefahren aus, die den Ölpreis nach oben treiben könnten. Wir haben alle Zutaten für eine mögliche Krise im Mittleren Osten.”

Gold hat in diesem Jahr über zwölf Prozent verloren, obwohl die Notenbanken weltweit Geld drucken, um die Konjunktur anzukurbeln. “Wenn alle quantitative Maßnahmen unternehmen, kommt dadurch jede Währung in gleichem Maße unter Druck, so dass es relativ betrachtet keine Gewinner oder Verlierer gibt”, sagte Dugan. “Zuvor war die Einschätzung verbreitet, dass die USA massive quantitative Erleichterungen vornehmen, was den Dollar belastete und die Anleger ins Gold trieb.”

Allein auf weiter Flur

Im August hatte Dugan noch in einem Interview gesagt, dass der Goldpreis weiter klettern dürfte, da die Notenbanken der Schwellenländer und Anleger das Edelmetall als Schutz gegen sich abschwächende Währungen horteten. Damals hatte Gold noch bei rund 1640 Dollar gelegen.

Andere Investoren behalten zuversichtliche Prognosen für Gold trotz der Verluste. Zu den unverdrossenen Anhängern des Edelmetalls gehören Elliott Management und Paulson & Co. , die Gesellschaft des Hedgefondsmanagers John Paulson. Letzterer hält Gold für die beste Absicherung gegen die Entwertung von Währungen, während Elliot in ihm weiterhin die am besten geeignete Möglichkeit zum Werterhalt erblickt und auf eine Erholung setzt, da die Regierungen keine Lösung für ihre Schuldenprobleme gefunden haben.

Im Interview mit dem Format zeigte sich auch Gold-Experte Ronald Stöferle fest überzeugt von Gold – obwohl von Inflation jede Spur fehlt. Er ortet nämlich deflationäre Tendenzen, die Gold ebenfalls in die Hände spielen sollen.

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