Warum der Goldpreis fällt...

Warum der Goldpreis fällt...

Viele Investoren haben auch nach dem historischen Preishoch 2011 noch Gold gehortet. Doch nun gehen die Notierungen den fünften Monat in Folge zurück – es ist der stärkste Preisrückgang seit 1997.

Investoren haben zwischen 20. Dezember – als die in ETPs gehaltenen Gold-Volumina ihren Rekordstand erreichten – und 20. Februar – als der Preis je Unze auf ein Siebenmonatstief von 1555,55 Dollar fiel – 132,5 Tonnen Gold im Wert von 6,7 Mrd. Dollar (5,15 Mrd. Euro) verkauft. Bis Dezember waren die Bestände sieben Quartale lang stetig gestiegen, auch noch nachdem der Goldpreis 21 Prozent von seinem Rekordstand von 1921,15 Dollar im September 2011 eingebüßt hatte.

Gold hat in den letzten zwölf Jahren den stärksten Anstieg seit mindestens neun Jahrzehnten erlebt, weil Länder von China bis zu den USA Maßnahmen zur Stützung ihrer Volkswirtschaften ankündigten. Der Start in dieses Jahr war für Gold der schlechteste seit 1991; Aktien dagegen notieren vielerorts auf Rekordständen, weil der Optimismus zunimmt, dass es mit der Konjunktur aufwärts geht. Goldman Sachs Group erklärte am 25. Februar, dass der Goldzyklus seinen Höhepunkt womöglich erreicht habe; vier Tage zuvor hatte Credit Suisse gemeldet, dass der Anfang vom Ende der Gold-Hausse erreicht sei.

Geld will höhere Renditen

“Die Gold-Hausse ist definitiv vorbei”, sagt Andrey Kryuchenkov, Rohstoffstratege bei VTB Capital in London. “Als die Preise unter 2000 Dollar fielen, gingen die Käufe zurück, aber die Leute warteten ab, weil sie eine gute, sichere Anlage im Portfolio hatten, und niemand liquidierte seine Bestände. Aber wenn man anderswo bessere Renditen sieht, oder sich die makroökonomische Lage verbessert, nimmt man lieber das Geld und investiert es anderswo.”

Am Montag gingen die ETP-Bestände auf 2500 Tonnen zurück, den tiefsten Stand seit 13. September – 2012 waren sie um 275 Tonnen gestiegen – wie Bloomberg-Daten zeigen. Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis um 5,6 Prozent gesunken.

Der Milliardär George Soros verringerte im vierten Quartal seinen Anteil am SPDR Gold Trust um 55 Prozent, wie eine Pflichtmitteilung vom Februar zeigt. John Paulson, der größte Investor in dem Produkt, ließ seine Beteiligung unverändert.

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