Von der Goldpreis-Hausse zum stärksten Absturz seit 1983

Gold zur sofortigen Lieferung hat am Montag den stärksten Preiseinbruch seit 1983 verzeichnet. Damit rutschte das Edelmetall noch tiefer in den Bärenmarkt ab; seit seinem Rekordhoch im September 2011 ist der Goldpreis um etwa 30 Prozent eingebrochen.

Von der Goldpreis-Hausse zum stärksten Absturz seit 1983

Die nachfolgende Auflistung zeigt die Chronik der Goldpreisentwicklung von 1980 bis zum 15. April, als der Preis der Feinunze um 9,1 Prozent nachgab:

1980: Gold erreicht den damaligen Rekordpreis von 850 Dollar je Unze.

Mai 1999: Die britische Notenbank will ihre Goldreserven verkaufen und kündigt eine Versteigerung in fünf Auktionen an.

August 1999: Goldpreis fällt auf das Tief von 251,95 Dollar.

September 1999: Erstes Zentralbankabkommen über Goldverkäufe wird angekündigt. Fünfzehn europäische Notenbanken - darunter auch die Europäische Zentralbank (EZB) - vereinbaren, ihre Goldverkäufe in den fünf Jahren bis 2004 auf insgesamt 2000 Tonnen zu begrenzen.

2003: Der erste mit Gold unterlegte, börsennotierte Fonds wird aufgelegt.

März 2004: Zweites Zentralbankabkommen über Goldverkäufe wird vereinbart; das Volumen der Zentralbankverkäufe wird in den fünf Jahren bis 2009 auf insgesamt 2500 Tonnen aufgestockt.

Start für den SPDR Gold Trust

November 2004: Start des SPDR Gold Trust, des weltweit größten, mit Gold unterlegten börsennotierten Fonds.

2005: Goldpreis steigt über 500 Dollar.

2006: Goldpreis steigt über 700 Dollar.

März 2008: Goldpreis nimmt erstmals die Marke von 1000 Dollar.

September 2008: Zusammenbruch von Lehman Brothers

Oktober 2008: Goldpreis sinkt auf 682 Dollar, den tiefsten Stand seit einem Jahr. Anleger stoßen Gold ab, um ihre Liquidität zu verbessern, da Aktien und andere Rohstoffe einbrechen.

Quantitative Lockerung der Fed – Gold erklimmt erneut den 1000er

November 2008: US-Notenbank verpflichtet sich dazu, in einer ersten Runde der quantitativen Lockerung Papiere im Umfang von 600 Mrd. Dollar zu kaufen.

Februar 2009: Goldpreis steigt wieder über 1000 Dollar.

März 2009: US-Notenbank verpflichtet sich dazu, im Laufe der nächsten sechs Monate für bis zu 300 Mrd. Dollar US- Staatsanleihen zu kaufen.

April 2009: China kündigt eine Erhöhung der Goldreserven um 76 Prozent auf 1054 Tonnen an.

September 2009: Drittes Zentralbankabkommen begrenzt die gemeinsamen Goldverkäufe der europäischen Zentralbanken bis 2014 auf jährlich 400 Tonnen.

September 2009: Der Internationale Währungsfonds (IWF) billigt den Verkauf von 403,3 Tonnen seiner Goldreserven; davon werden später 200 Tonnen an Indien verkauft.

Barrick Gold beendet Gold-Absicherungsgeschäfte

Dezember 2009: Barrick Gold, der weltweit größte Goldproduzent, beendet alle seine Gold-Absicherungsgeschäfte. Goldpreis steigt erstmals über 1200 Dollar.

November 2010: US-Notenbank verpflichtet sich dazu, in einer zweiten Runde der quantitativen Lockerung US-Staatsanleihen im Umfang von 600 Mrd. Dollar zu kaufen.

November 2010: Goldpreis steigt erstmals über 1400 Dollar.

März 2011: Goldpreis setzt angesichts der Schuldenkrise in Europa und des so genannten Arabischen Frühlings im Nahen Osten seine Rekordjagd fort.

September 2011: Goldpreis steigt am Kassamarkt auf den Rekordwert von 1921,15 Dollar. Die US-Notenbank kündigt ein Programm namens “Operation Twist” an, bei dem kürzere Laufzeiten in ihrer Bilanz durch langlaufende Anleihen ersetzt werden.

September 2012: US-Notenbank kündigt zusätzliche Käufe von Hypotheken-Papieren im Wert von monatlich 40 Mrd. Dollar an. Ein Ende für das Kaufprogramm wurde nicht festgelegt.

Oktober 2012: Goldpreis steigt auf Jahreshoch 2012 nahe 1800 Dollar.

Dezember 2012: Bestände an mit Gold unterlegten, börsengehandelten Produkten erreichen mit 2632,5 Tonnen ein Rekordhoch, bevor sie die Abwärtsrichtung einschlagen, wie Daten von Bloomberg zeigen.

Noch mehr Geld von der Fed

Dezember 2012: US-Notenbank erhöht das Volumen des unbefristeten Kaufprogramms auf 85 Mrd. Dollar im Monat. Der US-Kongress streitet über den Haushaltsplan, es droht die so genannte Fiskalklippe.

Januar 2013: Goldpreis steigt auf Jahreshoch 2013 nahe 1700 Dollar.

Februar 2013: Goldpreis sinkt erstmals seit sechs Monaten wieder unter 1600 Dollar. Aus dem Sitzungsprotokoll der Federal Reserve geht hervor, dass einige US-Währungshüter das Tempo der Anleihekäufe drosseln wollen.

12. April 2013: Goldpreis fällt um 5 Prozent. Seit dem Rekordschlussstand am Kassamarkt bei 1900,23 Dollar vom September 2011 ist der Preis um mehr als 20 Prozent gesunken; Gold befindet sich somit im Bärenmarkt. Zypern erwägt den Verkauf seiner Goldreserven, was Spekulationen befeuert, dass andere Zentralbanken nachfolgen könnten.

15. April 2013: Goldpreis bricht um 9,1 Prozent ein, der stärkste Preisverfall seit 1983.