So funktioniert die Goldleihe

So funktioniert die Goldleihe

Hier treffen sich die Interessen des Verleihers an einer Verzinsung (Gold Lease Rate oder Goldzins) mit jenen einer spezialisierten Geschäftsbank als Intermediär und jenen eines Produzenten, der seine Produktion auf Termin verkauft.

Das Geschäft benötigt drei Partner: die Zentralbank eines Staates, die die Goldreserven verwaltet, eine Geschäftsbank und einen Goldproduzenten. Exemplarisch läuft das Geschäft wie folgt ab:
Die Notenbank ist ihrer unverzinsten Goldbestände überdrüssig und möchte Erträge generieren, indem sie ihr Gold gegen einen bestimmten
vereinbarten Zinssatz über eine bestimmte Zeit (meist ein Jahr) an eine Geschäftsbank mit guter Bonität verleiht.

Die Geschäftsbank wiederum verkauft nun das geliehene Gold auf dem Markt und legt den Erlös anderweitig an, um daraus mehr Gewinn zu lukrieren, als sie selbst an Leihezinsen zahlen muss. Da sie kein Risiko eingehen will, kauft sie gleichzeitig einem Goldproduzenten dessen zukünftige Produktion bzw. Teile davon zu einem Terminkurs ab, der über dem Kassakurs liegt (Contango), was auch für die betreffende Goldmine interessant ist, da sie bei ihren kalkulierten Produktionskosten ihre Marge etwa für ein Jahr im Voraus fixiert hat, insbesondere dann, wenn der Produzent einen fallenden bzw. gleich bleibenden Goldpreis erwartet. Außerdem schafft der Produzent Liquidität für Ausrüstungsinvestitionen.

Systematische Goldpreisdrückung

Ist die Laufzeit der Goldleihe verstrichen, kauft die Geschäftsbank
das Gold zum fixierten Terminkurs zurück und reicht es an die Notenbank,
den Leihegeber, zurück. Kritiker werfen dem Leihegeschäft vor, dass es systematisch den Goldpreis drückt, kommt doch Gold an den Kassamarkt, das noch von den Notenbanken als Zentralbankgold geführt wird. Dadurch entsteht ein Überangebot, das den Goldpreis tief hält beziehungsweise weiter drückt. Durch die Leihe kann ein Mehrfaches
einer Jahresproduktion auf den Markt kommen.

Geht der Goldpreis nordwärts, nimmt die Neigung der Produzenten dramatisch ab, Gold auf Termin zu verkaufen, also sich zu hedgen. Im Gegenteil, eine Goldmine wird, da sie aus den Vorjahren Gold zu billig auf Termin verkauft hat, noch Gold nachkaufen, um den finanziellen Verlust in Form des entgangenen Gewinnes bei bestehenden Liefervereinbarungen einzuschränken. Dadurch wird die Hausse weiter befeuert. Die Goldleihe weist zwar große Ähnlichkeit mit klassischen Leihegeschäften auf, es gibt aber auch Unterschiede, da zum Beispiel nicht dasselbe Gold, sondern anderes zurückgegeben wird.

Eine spekulativere Variante der Goldleihe ist der Gold Carry Trade. Dabei sichert sich die Geschäftsbank nicht bei einem Produzenten ab, sondern investiert den Verkaufserlös möglichst gewinnbringend anderweitig. Die Bank ist ungehedgt gegenüber Goldpreissteigerungen.

Auf www. institutional-money.com ist die Goldleihe mit aufschlussreichen Grafiken erklärt.

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