Hausse bei Öl und Gold: Die Kurse steigen wieder

Bohrinsel
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Die Öl- und Goldpreis ziehen wieder an. Das Wellental könnte durchschritten sein.

Die Preise für Öl und Gold legen seit einer Woche deutlich zu. Warum das so ist und warum Experten erwarten, dass der Trend anhalten könnte.

Rohstoffe legten nach einer langen Durststrecke, gespickt mit herben Verlusten, in der vergangenen Woche eine kräftige Rallye hin. Der Ölpreis stieg seither um rund acht Prozent auf 53,3 Dollar per Barrel. Zwischenzeitlich kletterte der Brent-Ölpreis sogar bis auf 54 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Ende August.

Im vergangenen Jahr ist der Ölpreis um über 40 Prozent abgestürzt, doch nun erwartet Abdalla Salem El-Badri, Generalsekretär der Opec, eine Trendwende und diese mit seinen Worten auch gleich verstärkt. Denn der Vertreter der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat am Sonntag auf einer Konferenz in Kuwait prognostiziert, dass der Ölpreis seinen Tiefstand erreicht hätte und dieser im kommenden Jahr wieder steigen werde. Der Grund dafür ist laut Experten der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris, dass zahlreiche Schieferöl-Produzenten in den USA wegen des gesunkenen Ölpreises den Ölhahn zudrehen werden, da sich sich Fracking dann nicht mehr lohnt. Damit würde das mächtige arabische Ölkartell mit seiner Taktik, den Ölhahn, trotz Überproduktion nicht zu drosseln und so auf das Aufgeben der Schiefergas-Produzenten zu setzen, aufgehen.

Der Ölpreis (Brent) ist im vergangenen Monat um 8,6 Prozent gestiegen.

All jene, die Förderländer, die nicht zur Opec zählen, könnten laut Experten so 2016 um eine halbe Million Fass pro Tag (je 159 Liter) weniger Öl produzieren. Das wäre der größte Rückgang seit mehr als zwei Jahrzehnten. Auf der anderen Seite kommt jedoch mit dem Iran ein gewichtiger Spieler wieder ins Geschäft.

Steigt der Goldpreis auf 1.400 Dollar?

Wenn der Ölpreis steigt, werden auch Investoren in Gold bullish. Ein höherer Ölpreis lässt höhere Inflation erwarten, was wiederum Anleger in Gold flüchten lässt. Gilt das Edelmetall doch als idealer Schutz vor Wertverlust. So stieg im Gefolge des Ölpreisanstiegs auch der Goldpreises (+2,9 Prozent) in der vergangenen Woche. und 4,3 Prozent im vergangenen Monat. Auch steigende Zinsen könnte Investoren in Gold flüchten lassen. Zudem profitierte Gold von einem geschwächten Dollar. Im Sommer sank der Goldpreis nach einem Sell-off auf 1.077 Dollar.

Gold hat im letzten Monat um 5,91 Prozent an Wert gewonnen.

Experten wie BNP Paribas glauben bereits an eine Trendwende bei Gold. Ihrer Einschätzung nach könnte Gold demnächst die 1.220 Dollar Hürde knacken. Aktuell hält der Goldpreis bei 1.165 Euro. "Gold hat den Seitwärtstrend hinter sich zu lassen und steht vor weiteren Kursanstiegen", so BNP Paribas in seinem täglichen Goldnewsletter. Ihre Prognose: Nachdem Gold über die wichtige Marke von 1.162 Dollar gestiegen ist, sind kurzfristig Zugewinne bis 1.183 Euro möglich. Ist diese Hürde geknackt, könnte das Edelmetall nach Einschätzung der Goldexperten der französischen Bank auf bis zu 1.220 Dollar oder 1.224 Dollar klettern.Vor allem nachdem die 1.162 Dollar geknackt wurden, stehen die Chancen dass die Bullen wieder Oberhand gewinnen gut, so BNP. Der Goldspezialist Degussa, der bereits Anfang 2015, einen Goldpreis von 1.400 Dollar prognostizierte, könnte auch Recht haben, wenn das für heuer auch knapp werden dürfte.

Minenbetreiber scheffeln wieder Geld

Gold-Produzenten beginnen, neben dem Ölproduzenten, derzeit wieder richtig Geld zu scheffeln. Aktien von Minenhersteller steigen stets kräftig, wenn der Goldpreis steigt. Die Aktien der Unternehmen haben nach Einschätzung von Godmode-trader.de aus charttechnischer Sicht ihren Boden gefunden. Viele Minenhersteller profitieren aufgrund des steigenden Goldpreises nun davon, dass sie nach dem Absturz des Goldpreises die Kosten drastisch gesenkt haben. Besonders profitieren derzeit, aufgrund des starken australischen Dollars, die Minenbetreiber vor Ort. So stiegen beispielsweise die liquiden Mittel des Goldproduzenten St Barbara (WKN 851747) von 77 Millionen Dollar Ende Juni auf 115 Millionen Dollar Ende September. Und zwar nach Rückkauf von Schuldverschreibungen für 34 Millionen Dollar und der ersten Rückzahlung auf einen Kredit. Marko Strehk, technischer Analyst, rechnet für zahlreiche Minenaktien deshalb mit Kurszuwächsen, wenn man diese aber nicht all zu schnell erwarten sollte.

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