Gold und Öl: Die Preise fallen weiter

Die Ablehnung der Schweizer Gold-Initiative drückte den Goldpreis kurzfrisitg auf ein Drei-Wochen-Tief. Und auch der Ölpreis setzt seine Talfahrt fort. Die Gründe hierfür liegen diesmal allerdings in Fernost. Nun kommen die günstigeren Preise auch an den Tankstellen an. Im Winter 2014 wird das Heizen für viele günstiger.

Gold und Öl: Die Preise fallen weiter

Das Scheitern der Schweizer Gold-Initiative hat das Edelmetall am Montag verbilligt. Der Gold-Preis fiel im frühen Handel um bis zu zwei Prozent auf 1143,40 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) und lag damit nur noch knapp über dem Viereinhalbjahres-Tief. Am Nachmittag ging es dann aber wieder bergauf, zumal andere Faktoren überwogen, wie etwa die Senkung der Bonität Japans durch die US-Ratingagentur Moody's: Die Feinunze (31,1 Gramm) verteuertesich um bis zu 2,8 Prozent auf 1199,40 Dollar.

Die sogenannte Gold-Initiative hätte die Schweizerische Nationalbank (SNB) verpflichtet, einen größeren Teil ihrer bisher überwiegend aus Euro und Dollar bestehenden Reserven aus Sicherheitsgründen in Gold zu halten. Die SNB hätte ihren Goldbestand von derzeit gut 1000 Tonnen fast verdreifachen müssen. Die Möglichkeiten der Währungshüter, die Euro-Kursuntergrenze von 1,20 Franken zu verteidigen, wären nach SNB Einschätzung massiv beschnitten worden.

Trotz der heutigen Trendumkehr machen Gold-Anleger derzeit düstere Zeiten durch, wie ein Blick auf das London Gold Price Fixing zeigt: Vom Preis-Peak im September 2011 bei 1895 Dollar hat das Edelmetall inzwischen um 37,59 Prozent an Wert verloren. Mitte November 2014 war die Nachfrage nach Gold auf ein Fünf-Jahres-Tief gesunken.

Franken: Mindeskurs als zentrales Instrument

Auch der Franken entfernte sich wieder etwas weiter von der Untergrenze von 1,20 zum Euro, welche die Nationalbank um jeden Preis verteidigt. Am frühen Montagmorgen lag der Kurs bei 1,2042. Ende der letzten Woche hatte es 1,2018 Franken für einen Euro gegeben.

Die SNB hat diese konsequente Durchsetzung des seit mehr als drei Jahren geltenden Euro-Mindestkurses von 1,20 Franken bekräftigt. "Die Nationalbank wird nun unter den gleichen Rahmenbedingungen wie bisher ihre auf die Preisstabilität ausgerichtete Geldpolitik weiterführen können", teilte die SNB am Sonntag mit: "Unter den aktuellen Gegebenheiten bleibt der Mindestkurs dafür das zentrale Instrument." Die SNB sei bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen und werde nötigenfalls unverzüglich weitere Maßnahmen ergreifen.

Sicherer Hafen schadete dem Export

Die Währungshüter hatten die Kursuntergrenze im Zuge der Euro-Schuldenkrise eingeführt: Weil immer mehr Anleger den Franken als "sicheren Hafen" ansteuerten, erstarkte die Schweizer Währung, die Ausfuhren verteuerten sich. Um die heimische Exportwirtschaft zu entlasten, sah sich die SNB zum Eingreifen gezwungen.

Der Wahlausgang sei ein klares Signal, dass die Öffentlichkeit hinter der Politik der SNB stehe, insbesondere hinter dem Mindestkurs, erklärte der Devisenexperte Peter Rosenstreich von der Swissquote Bank. Das Votum werde Spekulationen gegen den Franken entmutigen und die Verteidigung der Kursuntergrenze werde für die SNB weniger kostspielig.

Der Euro war vor der Abstimmung bis fast an die Interventionsmarke herangerückt. Am Devisenmarkt war es zu Wetten gegen den Mindestkurs gekommen, Händler hatten von Optionsgeschäften berichtet, die auf einen Euro unter 1,20 Franken setzten.

Ölpreis setzt Talfahrt fort

Indes setzt sich auch die Talfart des Ölpreises weiter fort. Nachdem die Norseemarke Brent in der Vorwoche um 12,7 Prozent abgesackt war, lag der Preis für ein Fass Öl am Montag zeitweie bereits bei einem Tagestief von 67,53 Dollar - das ist der niedrigste Stand seit mehr als fünf Jahren. Auch das US-Öl WTI lag mit 64,10 Dollar je Fass auf dem niedrigsten Stand seit dem Sommer 2009. Im laufenden Jahr ist der Ölpreis somit um fast 40 Prozent eingebrochen. Als Ursache hiefür gilt der Fracking-Boom in den USA ebenso wie eine schwache Konjunktur in Europa und Fernost. Einen zusätzlichen Verfall des Ölpreises gab es kommende Woche doch die Entscheidung der Oragnisation ersölexportierender Länder (OPEC) in Wien, ihre Fördermenge trotz des rasanten Preisverfalls unverändert zu lassen.

Heute liegt die Ursache für den weiteren Absturz vor allem an den am Montag veröffentlichten chinesischen Wirtschaftsdaten: Das Wachstum der Industrie hat sich verlangsamt, der amtliche Einkaufsmanagerindex für die Branche sank im November auf 50,3 Punkte von 50,8 Zählern im Oktober. Analysten hatten nur einen Rückgang auf 50,6 Zähler erwartet. Chinas Wirtschaft war im dritten Quartal mit einem Plus von 7,3 Prozent so langsam gewachsen wie seit Anfang 2009 nicht mehr. Dies könnte dazu führen, dass erstmals seit 15 Jahren das Wachstumsziel der Regierung verfehlt wird. Angepeilt ist ein Anstieg von 7,5 Prozent.