Menschenkette in Rumänien: 7 km gegen den Goldrausch

Die Demonstranten wandten sich am Samstag in Sprechchören dagegen, in dem Dorf Rosia Montana in Transsilvanien nach Gold zu graben, ihre Menschenkette erreichte eine Länge von sieben Kilometern.

Menschenkette in Rumänien: 7 km gegen den Goldrausch

Der kanadische Bergbaukonzern Gabriel Resources hofft, in Rosia Montana 300 Tonnen Gold sowie 1600 Tonnen Silber zu fördern - auch Österreich ist in das Projekt indirekt involviert.

Kritiker warnen, für das Vorhaben müssten hunderte Familien umgesiedelt werden. Außerdem würden durch die Arbeiten vier Berggipfel zerstört. "Nur Druck von der Straße kann die Politiker dazu zwingen, dieses Projekt zu stoppen, das sehr gefährlich für die Umwelt ist", sagte die Rentnerin Stefania Iordache, die sich an der Protestaktion in Bukarest beteiligte.

Die Mitte-links-Regierung von Ministerpräsident Victor Ponta hatte vergangenen Monat ein Gesetz ins Parlament eingebracht, das den Weg für die Tagebau-Goldmine frei machen soll. Es sieht vor, Enteignungen sowie die Erteilung von Genehmigungen örtlicher Behörden zu erleichtern. Dies hatte die größten Proteste in Rumänien seit den 1990er Jahren ausgelöst. Wegen der wochenlangen Demonstrationen vertagte die Regierung eine Parlamentsentscheidung über ihren Gesetzesentwurf auf November. Regierungschef Ponta sagte die Einrichtung eines Ausschusses zu, der das Vorhaben überprüfen soll.

Gabriel Resources verspricht, die geplante Goldmine werde der Region "substanzielle wirtschaftliche, umweltpolitische, kulturelle und soziale Vorteile" bringen. Für die 16-jährige Förderphase entstünden 900 Jobs.