Langsam holt sich die Deutsche Bundesbank ihr Gold zurück

Langsam holt sich die Deutsche Bundesbank ihr Gold zurück

Die Deutsche Bundesbank will ihre bei der Fed in New York gelagerten Goldbarren nach Frankfurt zurückholen. Dafür müssen diese umgeschmolzen werden.

Mit 3387 Tonnen Gold ist Deutschland der zweitgrößte nationale Goldbesitzer weltweit. Der Goldschatz des Landes ist auf viele Orte der Welt verteilt. Im Jänner 2013 an kündigte die Bundesbank an, dass sie rund ein Drittel der im Ausland gelagerten Goldreserven innerhalb der nächsten sieben Jahre nach Deutschland zurückholen und sie im Tresor der Frankfurter Zentrale der Bundesbank einlagern will.

Die Rückholaktion läuft allerdings nicht ganz nach Plan. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann gab im Dezember gegenüber der „Bild“ bekannt, dass sie bislang nur 32 Tonnen der Goldbarren erhielt, die in der Banque de France in Paris gelagert wurden, und lediglich 5 Tonnen aus der Fed in New York. In diesem Tempo würde es bis 2024 dauern, um allein das zugewiesene Gold Deutschlands aus Paris zurückzuführen und weitere 60 Jahre wären für die in New York gelagerten Goldbestände nötig.

Um Gerüchten über diese Verzögerungen und dem Prozess des Umschmelzens entgegenzutreten, erklärt Jens Weidmann im Interview mit der „Welt am Sonntag“, dass das Programm erst im Herbst begann. Der Grund hierfür war, dass zuerst „Verträge mit Transport- und Schmelzfirmen abgeschlossen werden mussten“, bei deren Ausfertigung die in Basel ansässige Bank für internationalen Zahlungsausgleich behilflich war.
Laut Angaben der Zeitung „überwachen Mitarbeiter der Bundesbank-Revision den Abtransport aus dem Fed-Tresor und streichen die Barrennummern auf ihren Bestandslisten ab“. „Die Welt“ berichtete, dass die Goldbarren, die bereits aus Paris geliefert wurden, schon den Standards des professionellen internationalen Edelmetallmarktes entsprächen. Hingegen handelt es sich bei den fünf Tonnen, die bislang den Weg von New York nach Europa fanden, nicht um diese sogenannten Good-Delivery-Barren, sondern waren in einer Form, die früher gängig war. Damit auch diese Barren die „höchste Autorität“ der LBMA-Barren erhielten, mussten diese eingeschmolzen und neu gegossen werden.

Die Umwandlung der Barren in eine auf dem Edelmetallmarkt akzeptierte Form war eines der Ziele, die Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Bundesbank, in seinem Lagerstellenkonzept zur Umverlagerung der Bestände im Januar 2013 verkündete. Laut des gestrigen Zeitungsberichts fand die Umschmelzung selbst erst nach dem Transport nach Europa statt, um damit auf Forderungen von deutschen Internet-Bloggern zu reagieren, die eine externe Rechnungsprüfung sowie die Rückführung der gesamten, weltweit gelagerten deutschen Goldbestände forderten.

Laut der Bundesbank sei dies eine vertrauensbildende Maßnahme, um mehr Transparenz zu erzeugen. Soweit gibt es gegenüber der Federal Reserve „keinen Grund für Beanstandungen“, wie die „Welt am Sonntag“ berichtet.
„Gewicht und Reinheitsgrad der Goldbarren stimmten mit den Büchern überein.“

Bis zu 50 Tonnen Gold werden 2014 zurückgeholt

Die deutsche Zentralbank rechnet für 2014 mit dem Rücktransport von weiteren 30-50 Tonnen Gold, das sich derzeit noch in dem Tresor der US-Notenbank befindet.

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts erstellte die Bank of England eine Liste derjenigen Veredler, die als Hersteller von Good-Delivery-Barren anerkannt wurden. Seit 1987 wird diese Aufgabe von der London Bullion Market Association übernommen. In 1997 strich sie beispielsweise einige große Goldbarren von der aktuellen Liste, die laut Zertifizierung von US Assay Offices & Mint hergestellt worden waren. Goldbarren, die zwischen 1934 und 1997 von der US-Prägeanstalt produziert wurden, finden sich immer noch auf der Liste, was bedeutet, dass sie nach wie vor auf dem professionellen Edelmetallmarkt akzeptiert werden würden.

Im Januar 2013, zur gleichen Zeit also wie die Ankündigung der Pläne zur Umverlagerung, veröffentlichte die Bundesbank auf ihrer Webseite auch detaillierte Informationen dazu, wie sie in den späten 1960er Jahren beschloss, Nicht-Good-Delivery-Barren in New York zu akzeptieren. Der Grund war demnach der Ansturm auf Amerikas Gold - der letztendlich auch zu dem Zusammenbruch des in der Nachkriegszeit verwendeten Bretton-Woods-Systems führte - weswegen die Good-Delivery-Bestände der US-Notenbank bald erschöpft waren.

Bezüglich der anschließend teilweisen Umschmelzung der Barren in eine akzeptierte Form schrieb die deutsche Zentralbank, dass damals das Gold erst nach der Gewichtskontrolle in Good-Delivery-Barren verbucht wurde und dabei „die Fed für beide Kosten Ausgleichszahlungen an die Bundesbank leistete“.

Geld

Edles Metall: Gold wird wieder glänzen

Gold

Goldpreis: Glänzende Performance

Gold

Goldpreis: Eine Wette auf 1.000 Dollar