Kupfer und Gold verbilligen sich nach Fed-Entscheid

Kupfer und Gold verbilligen sich nach Fed-Entscheid

In Reaktion auf eine straffere US-Geldpolitik haben Rohstoffanleger am Donnerstag Industrie- und Edelmetalle verkauft. Vergleichsweise gering war dagegen die Bewegung am Ölmarkt.

Frankfurt. Die Notenbank Fed hatte am Mittwochabend angekündigt, ab
Januar ihre monatlichen Anleihekäufe um zehn Milliarden auf dann
75 Milliarden Dollar zu reduzieren. Etliche Investoren hatten
mit diesem Schritt erst Anfang nächsten Jahres gerechnet. Als
quasi Trostpflaster versicherte der scheidende Notenbank-Chef
Ben Bernanke, dass der Leitzins noch länger nahe null gehalten
werden soll.

Für Anleger an den Finanzmärkten bedeutet die Drosselung der
Anleihekäufe weniger billiges Geld zum Investieren. Auf der
anderen Seite stärkt das steigende Vertrauen der Fed in die
US-Konjunktur die Hoffnung auf ein globales Wirtschaftswachstum.

Kupfer auf Tief

Der Kupferpreis fiel so stark wie seit rund drei Wochen
nicht mehr. Die Tonne des Industriemetalls verbilligte
sich seit dem Fed-Entscheid am Vorabend um bis zu 0,6 Prozent
auf 7136 Dollar. "Wie bei anderen Rohstoffen auch wirkt sich der
makroökonomische Druck aus, der durch das Zurückfahren der
Fed-Anleihenkäufe entsteht", sagte Analystin Joyce Liu von
Phillip Futures in Singapur. Sie erwartete allerdings keinen
weitergehenden Preisrutsch, da sich die konjunkturellen
Aussichten spürbar verbessert hätten.

Öl nach wie vor gefragt

Der Ölpreis, der im Vorfeld des Fed-Entscheids spürbar
angezogen hatte, hielt sich auf hohem Niveau. Ein Fass der
europäischen Sorte Brent wurde am Vormittag um 109,40
Dollar gehandelt. Am Vortag waren zur gleichen Zeit weniger als
108 Dollar gezahlt worden. US-Öl der Sorte WTI kostete
97,80 Dollar, einen Tag zuvor waren es 97,50 Dollar gewesen.
Händler verwiesen darauf, dass die Rohöl-Vorräte in den USA
in der vergangenen Woche stärker gesunken sind als erwartet.
Dies habe die Nachfrage nach dem Rohstoff angefacht.

Golpreis weiter unter Druck

Nach unten ging es in Reaktion auf den Fed-Entscheid dagegen
beim Goldpreis. Die Feinunze des Edelmetalls wurde zu 1206
Dollar gehandelt und erreichte damit fast den tiefsten Stand seit drei Jahren. Kurz vor Bekanntgabe der geldpolitischen Wende
waren 1235 Dollar gezahlt worden. "Etliche spekulativ
orientierte Investoren hatten sich schon für ein Rückfahren der
Anleihenkäufe positioniert, deshalb fällt der Preis nicht
stärker", sagte Analyst Dominic Schnider von UBS Wealth
Management. Gold wird von vielen Investoren als Inflationsschutz betrachtet, deshalb sorgt die Einschränkung der Geldflut durch die US-Notenbank Fed für Kursverluste. Mit 878 Euro fiel das Edelmetall in der europäischen Gemeinschaftswährung gerechnet auf den tiefsten Stand seit Mitte 2010. Auch der Silberpreis gab stark nach.

Gold hat sich im Jahresverlauf um knapp 30 Prozent
verbilligt. Davor war der Preis für das Edelmetall zwölf Jahre
lang gestiegen.

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