"Im 'Feuerring' haben nur physische Werte und Gold Bestand"

Auf der Suche nach sicherer Rendite werden die internationalen Kapitalströme nach Überzeugung des Finanzexperten Bill Gross künftig nicht mehr die USA aufsuchen.

"Im 'Feuerring' haben nur physische Werte und Gold Bestand"

Das gelte zumindest solange die Diskrepanz zwischen der Staatsverschuldung und den Staatsausgaben nicht politisch angegangen wird, schrieb der Vorsitzende der Allianz-AG-Tochter Pacific Investment Management Co. (Pimco) in seiner monatlichen Markteinschätzung. Sie war am Dienstag auf der Webseite der Fondsgesellschaft mit Sitz im kalifornischen Newport Beach abrufbar.

Was die derzeitige Staatsverschuldung und die Aussichten für die künftige Verschuldung angehe, stimmten wichtige nicht-politische Organisationen überein, schrieb Gross. Bei den USA handele es sich in Wahrheit um einen "Serientäter" und "Abhängigen", der sich nicht mehr mit Kokain allein zufrieden gebe. Regelmäßig, schrieb Gross sinngemäß, bedienten sich die USA des süßen Gifts der Gelder aus einem schuldenfinanzierten Staatshaushalt.

Massive US-Fiskallücke

Derzeit bestehe nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds, des Haushaltausschusses des US-Kongresses sowie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich eine "Fiskallücke", die als Defizit entweder durch Ausgabenkürzungen, durch Steuererhöhungen oder mittels einer Kombination beider Maßnahmen bekämpft werden müsse.

"Wenn wir nicht beginnen, diese Lücke zu schließen, wird unsere Staatsverschuldungsquote in Bezug auf die Wirtschaftsleistung unweigerlich weiter steigen und die Notenbank würde Geld drucken, um dafür zu zahlen. Die Folge wäre Inflation und der Dollar würde unvermeidlich fallen", schrieb Gross, der bei Pimco den größten Rentenfonds verwaltet. "Anleihen werden verkohlen, Aktien mit Sicherheit versengt; nur physische Werte sowie Gold haben innerhalb des ’Feuerrings’ Bestand."