Hedgefonds-Legende John Paulson: Aktien statt Gold

Hedgefonds-Legende John Paulson: Aktien statt Gold

Hedgefonds-Legende John Paulson will derzeit selbst kein privates Geld mehr in Gold stecken und setzt auf Aktien und Fonds. Erträge von bis zu 55 Prozent geben ihm recht.

Die Hedgefonds-Legende John Paulson rät derzeit von einer Anlage in Gold dringend ab. "Ich will kein privates Geld in Gold stecken", erklärte der 57-jährige Investor und spricht damit aus, was viele denken und wozu Analysten mit ihren Prognosen raten.

“All die Aufwärts-Faktoren, die den Goldpreis in den vergangenen zwölf Jahren immer weiter nach oben getrieben haben, verkehren sich nun ins Gegenteil”, sagt etwa Robin Bhar, Analyst der Société Générale SA in London. Dieser ist kein Unbekannter. In der Rangliste der treffsichersten Edelmetall-Experten von Bloomberg News liegt er über die vergangenen acht Quartale hinweg auf Platz eins. Bhars Folgerung: "Es wird 2014 mehr Verkäufe bei ETFs geben, während der Preis sich weiter nach unten bewegen wird.”

Die Goldman Sachs Group bezeichnete Gold im Oktober sogar schon als “Slam-Dunk‘‘-Verkauf. Mit Blick auf das Edelmetall sei die Bank so negativ eingestellt für nächstes Jahr wie bei kaum einem anderen Rohstoff. Man rechnet damit, dass der Goldpreis im Jahr 2014 im Durchschnitt bei 1216 Dollar je Unze liegen wird, was der niedrigste Wert seit 2009 wäre.

Paulsons Sieger-Tipps

Viel Geld verdienen kann man hingegen aktuell mit Aktien und Fonds, wie das Beispiel John Paulsons zeigt. Seine wichtigsten Hedgefonds liefern derzeit wieder Erträge im zweistelligen Prozentbereich. Rekordhalter ist der Recovery-Fonds, der um 55 Prozent nach oben schnellte. Der Advantage-Fonds, der 2011 unter einem Rekord-Verlust litt, kommt im bisherigen Jahresverlauf bis November immer noch auf ein Plus von 30 Prozent. Der 57-jährige Paulson hatte 2007 mit seinen Wetten gegen Subprime- Hypotheken rund 15 Milliarden Dollar verdient. Seine Rückkehr nach oben geht auf das Konto von Wetten auf Unternehmen, die sich in Übernahmen befinden. Auch Aktieninvestments, deren Kurse von der lockeren Geldpolitik der Zentralbanken in aller Welt nach oben getrieben wurden, trugen zum jüngsten Erfolg bei. Schwachpunkt bleibt aber sein Gold- Fonds, der auf 370 Mio. Dollar geschrumpft ist -es handelt sich dabei vor allem um Geld, das aus den eigenen Taschen des Milliardärs stammt.

"Gold hat ihn etwas aus dem Konzept gebracht. Aber das ist letztlich nur ein kleiner Prozentanteil an seinem Geld insgesamt", sagt dazu Jay Rogers, der Präsident von Alpha Strategies Investment Consulting, die Manager und Kunden von Hedgefonds berät.

Erfolgreiche Wetten

Die Hedgefonds-Firma Paulson & Co. zählte einst zu den größten - nicht zuletzt dank der erfolgreichen Hypotheken- Wetten. Nach einem Hoch in 2011 bei 38 Mrd. Dollar an Assets ging es Anfang dieses Jahres auf bis etwa 18 Mrd. Dollar nach unten. Zuvor war er von einer verlustbringenden Makro-Wette in die nächste gestolpert. Bei der US-Erholung zeigte er sich zu optimistisch, während er die Euro-Krise als zu pessimistisch einschätzte. Gold, dem er einen Preisanstieg prognostizierte, rutschte in einen Bärenmarkt.

Hinter der Erholung in diesem Jahr steht zwar zu einem gewissen Grad die Rally am Aktienmarkt. Doch es ist mehr als das: Denn Paulson schlug sich besser als die meisten seiner Wettbewerber. Hedgefonds erzielten in den ersten elf Monaten dieses Jahres im Schnitt einen Ertrag von 7,1 Prozent.

Paulsons Zugewinne in diesem Jahr sind ein Beweis für erfolgreiche Wetten auf Banken, Hotels und Immobilien in einer wachsenden Wirtschaft - etwa auf Extended Stay America Inc., dem größten Besitzer von Hotels für Langzeitaufenthalte im mittleren Preissegment in den USA. Zwischen dem Börsendebüt am 13. November und dem Ende des Monats konnte die Aktie um rund 26 Prozent zulegen. Paulson & Co., Blackstone Group LP und Centerbridge Partners LP hatten vor drei Jahren das Unternehmen aus der Insolvenz heraus gekauft. Nach der eingesetzten Erholung am US-Hotelmarkt brachten sie Extended Stay an die Börse.

Plus 65 Prozent im Jahresverlauf

Bei MGM Resorts International ging es bis November sogar um 65 Prozent nach oben, nachdem sich die Lage in Las Vegas und in Macau gebessert hatte. Das geht aus einem Investorenbrief zum dritten Quartal hervor.

Andere erfolgreiche Investments beinhalteten Wetten auf Telekom-Übernahmen, etwa von Sprint Corp. SoftBank Corp. und Dish Network Corp. hatten sich einen Bieter-Wettstreit um den US-Mobilfunkanbieter geliefert. Und die Zusammenschlüsse von T- Mobile USA und MetroPCS Communications Inc. sowie der durch AT&T Inc. angekündigte Kauf von Leap Wireless International Inc. zahlten sich ebenfalls aus.

Paulsons Fonds profitierten darüber hinaus von Life Technologies Corp., nachdem Thermo Fisher Scientific Inc. im April der Übernahme der Firma zugestimmt hatte, sowie vom irischen Pharmaunternehmen Elan Corp., nachdem Perrigo Co. im Juli den Kauf der Firma absegnete.

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