Gold-Boom in Österreich: Wie es jetzt weitergehen könnte

Gold-Boom in Österreich: Wie es jetzt weitergehen könnte

Die Österreicher kaufen nun wieder vermehrt Gold.

Der Goldpreis ist in den vergangenen zwölf Monaten um gut zwölf Prozent gefallen, angetrieben durch Spekulationen um eine US-Leitzinserhöhung. Doch nun sorgt ausgerechnet Griechenland für einen regelrechten Gold-Boom in Österreich.

Wer vor einem Jahr in den "sicheren Hafen" Gold investiert hat, der hat - zumindest mit Blick auf die vergangenen vier Quartale - auf das falsche Pferd gesetzt: In einem Jahr ist der Goldpreis auf Dollarbasis um gut zwölf Prozent gefallen, in den vergangenen drei Jahren ging es um knapp 27 Prozent bergab. Seit Jahresbeginn 2015 liegt der Wertverlust in Dollar bei gut drei Prozent - als Trostpflaster gibt es für Investoren immerhin die Tatsache, dass Gold in Dollar gehandelt wird und man somit vom Wechselkurs Euro/Dollar profitiert.

Grund für den starken Rückgang waren vor allem Spekulationen rund um eine mögliche Erhöhung des US-Leitzinssatzes durch die Fed. Denn Gold wirft im Gegensatz zu anderen Anlageformen keine Zinsen ab, die Aufnahme von Fremdkapital wird für Investoren wird teurer und die Rendite ist nicht so hoch wie bei anderen Anlageformen, etwa Anleihen. Doch nun könnte sich das Blatt dank China und Griechenland wenden - das zeigt sich auch in Österreich.

Der Goldpreis ist am Boden, die Unsicherheit ist groß, der Euro unter Druck - drei Gründe, die für einen Einstieg in Gold sprechen.

Denn die Griechenland-Krise verunsichert offenbar wieder die heimischen Sparer und motiviert zu Goldmünzen- und Goldbarren-Käufen in großem Ausmaß. In normalen Monaten verkauft die Münze Österreich 60.000 Unzen zu je 31,1 Gramm Gold - nun hat sich der Verkauf fast verdreifacht: "Im Juni haben wir 161.000 Unzen verkauft", sagt Münze-Chef Gerhard Starsich dem "Kurier".

Und die Nachfrage steigt: In den ersten fünf Tagen des Juli hat Münze Österriech bereits 68.000 Unzen verkauft. "Geht das so weiter, würden wir im Juli auf 300.000 verkaufte Unzen kommen", so Starsich - also das Fünffache des normalen Absatzes. Die Menschen seien durch die Griechenland-Krise verunsichert, sie würden Gold als sicheren Hafen sehen. Bei der Lehmann-Pleite im Jahr 2008 habe sich der Absatz von Barren und Münzen bei der Münze Österreich damals sogar verzehnfacht.

Auch analysten des Finanzdienstes Bloomberg sehen durch die griechische Tragödie die Unsicherheit in der Eurozone wachsen - und somit die Notwendigkeit, Kapital im vergleichsweise sicheren Gold zu parken. Ein weiterer wichtiger Faktor ist China, dessen Aktienmarkt sich derzeit als äußerst volatil darstellt. Und schließlich stellt sich noch die Frage, wann die Fed den Leitzins erhöhen wird - zuletzt zeigten sich die Notenbanker noch skeptisch in Bezug auf das Wirtschaftswachstum der USA, man wartet noch auf weitere positive Signale. Möglich wäre aber eine Leitzinserhöhung im Herbst.

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