Goldpreis – "Die erste große Panik ist raus"

Am Vormittag kostete eine Feinunze Gold (etwa 31 Gramm) knapp über 1.370 US-Dollar. In der vergangenen Nacht ist der Goldpreis noch zeitweise auf 1.322,43 Dollar abgerutscht und damit auf den tiefsten Stand seit etwa drei Jahren.

Goldpreis – "Die erste große Panik ist raus"

Der Preis für eine Feinunze stürzte am Montag in der Spitze um 8,3 Prozent auf 1.355,80 Dollar ab . Das war der höchste Tagesverlust seit über 30 Jahren.

Der Preisrutsch beläuft sich seit vergangenem Donnerstag auf etwa 15 Prozent und wird von Händlern als übertrieben bewertet. Einige Anlegern hätten den massiven Einbruch zum Einstieg genutzt. Der Bombenanschlag beim Boston-Marathon habe hingegen kaum Einfluss auf den Goldpreis gezeigt, sagte Experte Thorsten Proettel von der Landesbank Baden-Württemberg.

Der Nimbus von Gold ist angekratzt

Gold hat seit gut zehn Jahren vor allem von seiner Funktion als sicherer Anlagehafen – vor Inflation oder Währungsproblemen – gedient. Vor allem viele Zentralbanken aus den Schwellenländern hatten Gold gekauft. Analysten sahen das gelbe Metall daher schon als Alternativ-Währung zu Dollar und Euro an. Nun reiben sich viele die Augen.

"Die erste große Panik ist raus", kommentierte Proettel die leichte Preiserholung am Goldmarkt. Allerdings sei jetzt das Vertrauen der Anleger in das gelbe Edelmetall beschädigt. "Der Nimbus ist angekratzt". Proettel geht davon aus, dass einige Investoren auf eine weitere Erholung beim Goldpreis warten, um dann zu besseren Preisen erneut zu verkaufen.

Die Preisrally beim Gold sei 2012 beendet worden. Jetzt könnten weitere Rückgänge beim Goldpreis aber nicht ausgeschlossen werden , so der Experte.

Charttechnisch ist das Edelmetall jedenfalls deutlich angeschlagen. Durch den Rutsch unter 1.400 US-Dollar hat Gold alle technischen Unterstützungen gerissen. Außerdem hat die Notierung ein "Death Cross" ausgebildet – den Schnitt der 200-Tagelinie mit der 50-Tagelinie von oben nach unten. Derartiges spricht sehr oft für weitere Kursverluste.

Aber nicht nur am Goldmarkt werden die Sorgenfalte tiefer. "Das ist eine sehr gefährliche Phase", sagte Christopher Potts, Stratege bei CA Cheuvreux mit Blick auf die Aktienmärkte. "Jeder versucht, auszusteigen, genau wie bei Gold." Die Investoren seien alle defensiv eingestellt, niemand sei darauf vorbereitet, Risiko auf sich zu nehmen. "Wir brauchen etwas Zeit, um hier wieder herauszufinden."