"Golden Week" in China stützt den Goldpreis

Indien, der traditionell größte Markt für den Goldkauf, "wird aller Voraussicht nach in diesem Jahr von der Nachfrage aus China in den Schatten gestellt", meint SocGen-Analyst Robin Bhar.

"Golden Week" in China stützt den Goldpreis

Der Unterschied zwischen Nachfrage und aktuell gefördertem Angebot bis zum Jahresende könnte möglicherweise bis zu 100 Tonnen betragen, wenn man die gesamte Herstellung und Lagerung in Betracht zieht. "Grund hierfür ist unter anderem die Explosion der Nachfrage aus China", führt Bhar weiter aus

Bei der Commerzbank geht man davon aus, dass nach der Sommerflaute auch der "Schnäppchen-Kauf" von Goldverbrauchern in Indien bei Goldimporten für Auftrieb sorgen wird. "Die Festival- und Hochzeitssaison steht unmittelbar bevor. Von daher könnte die Hauptsaison der Goldnachfrage dank eines guten Monsuns in diesem Jahr noch lebhafter ausfallen und zumindest verhindern, dass der Goldpreis weiter fällt."

In Dubai ging der Goldhandel aufgrund Indiens Beschränkungen von Goldimporten allerdings um drei Fünftel zurück, wie Händler vor Ort berichteten. Laut Reuters laufen 25 Prozent des weltweiten physischen Goldhandels über Dubai. "Selbst nachdem Indiens Goldimporte wieder eingesetzt haben, werden wir nicht die gleiche Menge sehen, die wir von früher gewohnt sind", zitiert die Nachrichtenagentur einen leitenden Angestellten eines Handelshauses. Im ersten Halbjahr 2013 floss noch zehn Prozent mehr Gold als im Vorjahr nach Indien.

In China haben jedoch "die meisten Schmuckhändler bereits im Vorfeld der Golden Week ihr Angebot aufgestockt", zitiert Bloomberg Wang Xiaoli von CITICS Futures Co., die zum größten Investmentunternehmens des Landes gehören. Die "physische Käufe bleiben stabil".

Die Aufholjagd des Goldpreises seit dem Tief Ende Juni bei rund 1.200 US-Dollar ist nun etwas ins Stocken geraten. Der kurzfristige Aufwärtstrend ist nicht mehr intakt, dementsprechend unsicher sind die Aussichten. Wie auch die weitere Entwicklung der Aktionkurse hängt auch Wohl und Wehe beim Goldpreis stark vom weiteren Verhalten der US-Notenbank ab. Tritt die Fed auf die geldpolitische Bremse, wir auch Gold wieder verlieren. Dagegen spricht jedoch der anhaltende Gold-Boom in Asien.