Gold-Fonds bricht ein: Paulson hält dennoch an Gold fest

Gold-Fonds bricht ein: Paulson hält dennoch an Gold fest

John Paulson verliert derzeit jede Menge Geld: Sein Gold-Fonds ist laut Angaben von Personen mit Kenntnis von der Lage in diesem Jahr bereits beinahe um 50 Prozent eingebrochen. Von den ursprünglichen 700 Millionen Dollar waren Ende März nur mehr 500 Millionen Dollar vorhanden.

Milliardär und Hedgefonds-Manager John Paulson hat mit seinem Gold-Fonds in diesem Jahr bereits rund 47 Prozent verloren. Das erfuhr Bloomberg News von zwei Personen mit Kenntnis von der Lage.
Allein im vergangenen Monat musste der Fonds den Angaben zufolge ein Minus von rund 27 Prozent verzeichnen. Sowohl das Edelmetall als auch damit in Verbindung stehende Wertpapiere waren eingebrochen.

Gold verbilligte sich vergangenen Monat um 7,8 Prozent. Mit dazu beigetragen hatte nicht zuletzt der größte Zwei-Tages- Preis-Verlust für das Edelmetall seit dem Januar 1980. Gold- Produzenten büßten unter Berücksichtigung reinvestierter Dividenden etwa 20 Prozent ein.

Fed belastet Gold als sicheren Hafen

Hinter dem Einbruch stand die stärkere Dynamik bei der Erholung der US-Konjunktur. Die Währungshüter der Federal Reserve signalisierten, dass sie ihr Programm zum Aufkauf von Anleihen zurückfahren könnten. Das drückte die Nachfrage nach Gold als sicheren Hafen.

In Paulsons Gold-Fonds steckt hauptsächlich das eigene Geld des Milliardärs, wie eine der informierten Personen gegenüber Bloomberg News erklärte. Das Volumen des Fonds ist von rund 700 Millionen Dollar Ende März auf rund 500 Millionen Dollar gesunken. Armel Leslie, ein Sprecher für Paulson & Co., wollte auf Nachfrage keinen Kommentar abgeben. Insgesamt verwaltet die Firma von Paulson rund 18 Milliarden Dollar.

Auch für andere Paulson-Fonds ist es im vergangenen Monat offenbar nicht gut gelaufen. Der Advantage-Plus-Fonds büßte im April rund 0,7 Prozent ein - im bisherigen Jahresverlauf kommt er aber immerhin noch auf ein Plus von 3,9 Prozent, wie eine der Personen erklärte. Für den Advantage-Fonds ging es demnach im April um 0,9 Prozent abwärts und im bisherigen Jahresverlauf um 2,6 Prozent nach oben.

Investoren haben bei den Paulson-Fonds meistens die Wahl zwischen in Dollar oder in Gold notierten Anteilen. Alle Gold- Klasse-Anteile verzeichneten vergangenen Monat Verluste, nur die des Recovery-Fonds waren eine Ausnahme.

Paulson hält an Gold fest

In einem Brief an Investoren wiederholte Paulson in dieser Woche, dass sich die Bewertungen von Gold-Aktien derzeit auf historischen Tiefs befinden und deutliches Aufwärts-Potenzial haben, hieß es aus den Kreisen. Laut Paulson stellt Gold den besten Schutz vor Währungs-Entwertungen und Inflation dar. Diese Einschätzung vertrat in diesem Monat auch Elliott Management Corp. von Paul Singer.

Andere Firmen sehen das allerdings anders. Coutts & Co. beispielsweise reduzierte die Gold-Investments, nachdem die Preise auf unter 1600 Dollar je Unze gefallen sind. Die Rückkehr zum alten Hoch sei nicht sehr wahrscheinlich - es sei denn, es gebe eine Krise im Nahen Osten, eine schwächeren Dollar oder einen Inflations-Anstieg.

Coutts & Co ist die Private-Banking-Sparte der britischen Großbank Royal Bank of Scotland Plc (RBS). Die Gold-Investments haben nun nur noch einen Anteil von ein bis zwei Prozent an den Portfolios, nachdem es zum Ende des dritten Quartals sechs bis sieben Prozent waren. Das sagte Gary Dugan, Chief Investment Officer für Asien und den Nahen Osten bei Coutts, am Montag in einem Interview in Singapur.

Paulson war es im Jahr 2007 gelungen, für seine Investoren einen Gewinn von 15 Milliarden Dollar mit Wetten gegen den Markt für zweitklassige Hypotheken zu erzielen. Es war die Zeit, in der US-Immobilienmarkt in sich zusammenbrach.

Derzeit versucht die Hedgefondsgesellschaft, sich von Rückschlägen zu erholen. Ausgelöst wurden diese durch fehlgeschlagene Wetten auf die Erholung der US-Wirtschaft 2011, die europäische Schuldenkrise und die Entwicklung von Gold und Gold-Aktien in 2012.

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