Gold-Flucht aus dem Westen – In Asien werden die Lagerstätten knapp

Das Signal zur Umschichtung in den Osten gibt unter anderem Crash-Prophet Marc Faber: "Die Menschen machen einen Fehler, wenn sie all ihre Anlagen in einem Land halten. Die Mehrheit meines Goldes liegt noch in der Schweiz, aber ich schichte bereits nach Asien um".

Gold-Flucht aus dem Westen – In Asien werden die Lagerstätten knapp

Seit jeher lieben Asiaten Gold und Silber. Meist nutzten sie es in Schmuckform. Seit der Wohlstand in Asien steigt und die Wirtschaftskrise im Westen kein Ende findet, betrachten aber immer mehr Anleger aus den Industrieländern Asiens entwickelte Metropolen als sicheren Hafen für ihre Barren.

Nun wird der Stauraum in den Safes knapp. Allein Brink’s hat seine Lagerkapazitäten in Singapur innerhalb eines Jahres auf 200 Quadratmeter verdreifacht. Zusätzlich bauen die US-Amerikaner ein Hochsicherheits-Lagerhaus in der chinesischen Finanzmetropole Shanghai. Konkurrent Malca-Amit besitzt große Safes in Singapur und Hongkong und will noch in diesem Quartal einen Tresor in Shanghai eröffnen. In Singapur hat Malca-Amit eine Lagerstätte mit 600 Tonnen Gold, sucht aber neue Räume, weil die Nachfrage steigt. Das Volumen entspricht einem Wert von fast 60 Milliarden Dollar. In Hongkong besitzt das Unternehmen schon Edelmetalllagerräume für 1000 Tonnen Gold - sie sind praktisch ausgebucht.

"West-Gold" flieht nach Asien

Am bekanntesten ist aber der Singapore Freeport, ein riesige Schatzhalle aus Beton, direkt am Flughafen Changi. Dort können Superreiche ihren Besitz - neben Edelmetallen und Diamanten auch Bilder und Wein - lagern und auch zollfrei wieder ausführen. Eröffnet 2010, verdoppeln die Manager von Euroasia Investments die Lagerfläche ihres Singapore Freeports gerade auf 50.000 Quadratmeter. Bis Jahresende wollen sie einen Großsafe in Peking eröffnen.

Es ist aber nicht nur der Trend zum Goldkauf in Asien der die Lagerstätte bersten lässt. Denn auch immer mehr Menschen aus dem Westen wollen ihre Edelmetallbestände nach Asien verlegen, weil sie dort vor Zugriffen von Regierungen aus Europa und Amerika sicherer sind. Das Signal zur Umschichtung in den Osten gibt unter anderem Crash-Prophet Marc Faber: „Die Menschen machen einen Fehler, wenn sie all ihre Anlagen in einem Land halten. Die Mehrheit meines Goldes liegt noch in der Schweiz, aber ich schichte bereits nach Asien um“.

China ist größter Goldproduzent

Allein Chinas Goldnachfrage lag im dritten Quartal 2012 47 Prozent über dem Vorjahreswert. Immer mehr der Nachfrage wird aber mittlerweile im eigenen Lande gedeckt. Im vergangenen Jahr schürften die Chinesen mit 403 Tonnen Gold mehr denn je und blieben an der Spitze der Produzentenländer. Im Jahresvergleich legte die Produktion um 12 Prozent zu. Seit 2003 hat sich der Goldausstoß Chinas verdreifacht, 2007 überholten die Chinesen Südafrika als größter Goldproduzent.

Die Anbieter von Großsafes reiben sich die Hände: Bis 2015 wollen die Chinesen eine Jahresproduktion von 450 Tonnen Gold erreichen, der heimische Konsum soll dann auf 1000 Tonnen gestiegen sein. Dies wäre ein deutlicher Sprung, denn im gesamten vergangenen Jahr dürfte er bei etwa 650 Tonnen gelegen haben. Indien, bislang der größte Goldverbraucher der Erde, hat gerade seine Steuern auf den Goldkauf erhöht - denn der wächst so stark, dass er die Handelsbilanz von Asiens drittgrößter Volkswirtschaft belastet. Die Nachfrage der Inder aber haben die höheren Steuern kaum gebremst. Angeblich soll das Land, mit geschätzten 11000 Tonnen Gold so viel besitzen, wie Amerika und Deutschland zusammen.

Aber nicht nur die Sicherheitsfirmen leben in Asien gut. Auch die kleineren Betreiber von Goldminen etwa in Australien oder Afrika schielen auf kaufkräftige Chinesen. Die Reihe der Interessenten wächst im Wochenrhythmus: Zijin Mining hat schon Norton Gold Fields gekauft. Der Vorsitzende von Zijin kündigte an, innerhalb von fünf Jahren fünf Milliarden Dollar in Übernahmen von Goldschürfern stecken zu wollen. Die China National Gold Group will Lagerstätten in Afrika kaufen. Und Shandong Zhaojin soll in Australien über goldene Zukäufe verhandeln.