Deutschland holt sein Gold zurück – Fed hilft bei der Probe

Die deutsche Bundesbank hält Goldreserven von 3.396 Tonnen. 45,2 Prozent im Gegenwert von 60,1 Milliarden € davon sind bei der New York Fed eingelagert, 30,5 % liegen in Frankfurt. Nach Kritik des Rechnungshofes solle jetzt eine Inventur der Goldreserven erfolgen. Bei der Überprüfung von Echtheit und Gewicht soll jetzt die Fed helfen.

Deutschland holt sein Gold zurück – Fed hilft bei der Probe

Die Federal Reserve Bank von New York wird der Bundesbank bei der Prüfung der im Ausland lagernden deutschen Goldreserven helfen. Dabei geht es um die Erfüllung von Forderungen des Bundesrechnungshofs.

“Wir haben mit der Federal Reserve Bank of New York Gespräche geführt, in denen es um die Goldbestände der Bundesbank ging”, heißt es in einem Schreiben der Bundesbank vom Donnerstag an den Haushaltsausschuss des Bundestages. “Die Gespräche sind konstruktiv verlaufen. So hat die Federal Reserve ihre Bereitschaft bekundet, mit der Bundesbank zusammenzuarbeiten, um nach Möglichkeiten zu suchen, den Forderungen der Rechnungsprüfer nachzukommen und gleichzeitig die Vereinbarkeit mit den eigenen Sicherheits- und Kontrollverfahren sowie logistischen Beschränkungen zu wahren”, hieß es in dem Brief weiter.

Die Vereinbarung ist Teil eines Kompromisses zwischen der deutschen Notenbank und dem Rechnungshof, der am Montag eine Inventur der im Ausland gelagerten deutschen Goldreserven gefordert hatte.

Noch nie auf Echtheit und Gewicht geprüft

Die Prüfer kritisierten, dass die im Ausland gelagerten Bestände “noch nie von der Bundesbank selbst oder durch andere unabhängige Prüfer körperlich aufgenommen und auf Echtheit und Gewicht geprüft worden“ sind.

Die Bundesbank gab den Brief an Journalisten weiter, nachdem Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele und der Präsident des Bundesrechnungshofs Dieter Engels vor dem Haushaltsausschuss in Berlin gesprochen hatten.

Die Bundesbank hatte am 23. Oktober eine Mitteilung veröffentlicht, in der es hieß, die Zentralbank und der Bundesrechnungshof hätten “unterschiedliche Auffassungen” in der Angelegenheit.

Die Bundesbank verwaltet Deutschlands Goldreserven, die sich am 31. Dezember 2011 auf 3396 Tonnen summierten. Das Gold wird in Zentralbanktresoren in Frankfurt, New York, Paris und London gelagert.

Die New York Fed bewahrt etwa 45,2 Prozent des Goldes im Wert von 60,1 Mrd. Euro auf. In Frankfurt liegen 30,5 Prozent im Wert von 40,5 Mrd. Euro.

Engels sagte Journalisten in Berlin, man habe einen Kompromiss gefunden. Er sei sehr beruhigt. Es mache keinen Sinn, über Details zu streiten, zu denen sich selbst Experten nicht einig seien.

“Wir sind in Verhandlungen mit unseren Partner- Notenbanken, Revisionsrechte zu erarbeiten, und das ist im Grundsatz zugesagt worden”, sagte Thiele.

Gold von New York nach Frankfurt

Die Bundesbank werde zudem über die kommenden drei Jahre 50 Tonnen Gold pro Jahr von New York nach Frankfurt transferieren. Der Forderung, die gesamten Reserven nach Deutschland zu holen, erteilte Thiele jedoch eine Absage.

“Auch in Zukunft wollen wir Gold an internationalen Goldhandelsplätzen halten, um es im Fall der Fälle binnen kürzester Zeit als Währungsreserve verfügbar zu haben”, so Thiele zuvor gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

“Wir lassen unser Gold seit Jahrzehnten beanstandungsfrei von den hoch angesehenen Notenbanken der USA, Großbritanniens und Frankreichs verwahren und nicht von irgendwelchen windigen Geschäftspartnern. Ein Teil der Diskussion in Deutschland ist schon einigermaßen grotesk”, hatte Thiele der dpa gesagt.

Die Bundesbank hatte zu Zeiten des Kalten Krieges einen Teil der Goldbestände im Ausland gelagert, um sie im Konfliktfall vor Übergriffen zu schützen.