Börsencrash: Anleger flüchten in Gold

Börsencrash: Anleger flüchten in Gold

Die Börsen fallen und fallen und die Nachfrage nach Gold steigt und steigt. Warum ein Investment in das Edelmetall lohnen könnte.

Auf Gold ist Verlass. Krachen die Börsen, steigt der Kurs des Edelmetalls. So auch diesmal. Seit 19. August ist der Goldpreis um mehr als sechs Prozent gestiegen und notiert derzeit bei 1.155,43 Dollar je Feinunze. Gold notiert damit auf dem höchsten Kurs seit mehr als einen Monat. Hält die Sorge um eine weitere konjunkturelle Abschwächung in Asien an und stürzen in Folge dessen die Börsen weiter in die Tiefe, hat Gold gute Chancen, weiter von der Flucht in Sicherheit zu profitieren. Ein fulminantes Comeback, nachdem der Goldmarkt erst im Juli kollabiert war.

Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank: "Die Stimmung gegenüber Gold hat sich gebessert und die Wettläufe um die Abwertung der Währung in den Schwellenländern werden eine erhöhte Nachfrage nach Gold und Sachanlagen bewirken."

Als einer der wenigen Rohstoffexperten haben der Saxo-Experte und der Liechtensteiner Vermögensverwalter Incrementum bereits Anfang August Gold als gute Einstiegschance bezeichnet. Hansen am 10. August dazu: „Wir sehen die mögliche Zinsanhebung in den USA weiterhin als eine gute Kaufgelegenheit , da die Zinswende einige Unsicherheiten beseitigen wird, die sich in den vergangenen Monaten angehäuft haben.“ Roland-Peter Stöferle, Geschäftsführer beim Liechtensteiner Vermögensverwalter Incrementum und Verfasser des jährlichen Goldreports „In Gold wie Trust“ dazu am 13. August gegenüber format.at: „Ausverkaufssituation wie wir sie derzeit erleben, sind ein gutes Umfeld um Gold zu kaufen. Aber das Entscheidende für Investoren ist, dass das Chancen-Risiko-Verhältnis derzeit extrem attraktiv ist.“ Doch damit gehören die beiden Experten zu den wenigen, die aktuell Gold empfohlen hatten.

Kaufen, wenn der letzte Goldbulle das Feld verlässt

Zahlreiche Investmentgesellschaften haben sich erst vor kurzem komplett aus Investments in Gold zurückgezogen. „In den vergangenen Monaten hat sich die Stimmung gegenüber Gold und anderen Edelmetallen extrem ins Negative gedreht“, erläutert Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Vor allem Hedgefonds haben zuletzt zunehmend bärisch reagiert und Gold massiv abverkauft. Sal. Oppenheim hat das Edelmetall erst kürzlich aus allen Depots geworfen. Allerdings hat das die Investmentgesellschaft bereits Ende der neunziger Jahre getan - kurz vor Beginn der großen Goldhausse. Goldexperte Stöferle: "Die letzten Goldbullen haben das Handtuch geworfen. Auch die „Bild“-Zeitung hat schon 'Crash am Goldmarkt' getitelt. Ein gutes Zeichen. Wenn nämlich ein Investment medial derart schlecht bewertet wird, ist es Zeit einzusteigen."

Aktueller Goldpreis

Gold wird aktuell um 1.153,50 Dollar je Feinunze gehandelt. Im letzten Monat hat der Goldpreis bereits um 6,73 Prozent zugelegt.

Die Saxo Bank rechnet damit, dass ihre ursprüngliche Prognose für den Goldkurs zu Jahresende von 1.275 Dollar je Feinunze sogar übertroffen werden könnte. Neben den schwachen Aktienmärkte nennt Hansen als Argument auch den Dollar-Kurs, der sich seiner Meinung nach in nächster Zeit ebenso defensiv entwickeln sollte wie der Euro, den vor allem auslaufende Euro-Carry-Trades drücken sollten.

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