Die große Angst der Österreicher vor hoher Inflation

500 Euro sind bei einer Inflation von 1,7 Prozent in 20 Jahren nur noch rund 360 Euro wert.

Bereits bei einer geringen Inflation von 1,7 Prozent pro Jahr wie 2014 sind 500 Euro nach 20 Jahren nur noch rund 360 Euro wert.

Das österreichische Edelmetallhaus philoro hat eine Studie zum Thema Geld in Auftrag gegeben. Diese offenbart die große Angst der Österreicher, dass hohe Teuerungsraten in Zukunft ihr Erspartes vernichten könnten. Wie philoro die Lage einschätzt und welche Auswge es gibt. Plus: So errechnen Sie den Verlust von Erspartem durch die Inflation.

Der Edelmetallhändler philoro hat in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Gallup eine Studie zum Thema Geldanlage erstellt und ist unter anderem der Frage nachgegangen, wie die Österreicher über Inflation und eine mögliche Währungsreform denken. Dafür wurden in einer repräsentativen Online-Umfrage 1.000 Personen ab 18 Jahren mit einem Haushalts-Nettoeinkommen ab 2.000 Euro befragt.

3/4 der Österreicher haben Angst, dass hohe Teuerungsraten ihr Erspartes vernichtet

Etwas mehr als jeder Fünfte der Befragten, sorgt sich, dass die Kaufkraft in Zukunft deutlich sinken könnte. Insgesamt haben 76 Prozent aller für die Studie Befragten Bedenken, dass es in Österreich zu einer sehr hohen Inflation und damit zu einer schnellen Entwertung des Geldes kommen könnte. 22 Prozent davon haben starke Bedenken, 54 Prozent davon gewisse Bedenken. Die stärksten Bedenken haben Menschen zwischen 40 und 60 Jahren. Nur 25 Prozent der Befragten haben keine Angst vor hoher Inflation. Je höher das Einkommen der Befragten, desto geringer die Befürchtungen. philoro-Gründer Rudolf Brenner: "Die Studie legt die Verunsicherung der Österreicher aufgrund der Weltwirtschafts- und Finanzlage offen."

76 Prozent aller befragten Österreicher haben Bedenken, dass die Inflation in Zukunft stark steigen könnte.

76 Prozent aller befragten Österreicher haben Bedenken, dass die Inflation in Zukunft stark steigen könnte.

Die aktuellen Risiken, die längerfristigen Gefahren

Aktuell ist die Angst, dass eine hohe Inflation Erspartes oder etwa Einkommen und Pension auffrisst, allerdings unbegründet. Mit einer Inflationsrate von einem Prozent ist diese im August 2015, nach 1,2 Prozent im Juli, sogar auf einen besonders tiefen Punkt gesunken - womit eine Deflation derzeit das größere Risiko darstellt. Dennoch sind die Ängste mittel- bis längerfristig nach Einschätzung von philoro-Geschäftsführer Brenner nicht unbegründet: "Seit Jahren wird von den großen Zentralbanken mit teils brachialer Gewalt, versucht Inflation zu schaffen. Doch diese Maßnahmen, deren Auswirkungen kaum abschätzbar sind, könnten ein unkontrollierbares Risiko darstellen. Hohe Inflationsraten wären die Folge." Steigende Inflationsraten könnten nach Einschätzung von Brenner sowohl bei einer anspringenden Wirtschaft oder - was der Experte für wahrscheinlicher hält - im Rahmen einer stagflationären Entwicklung entstehen. Doch es gibt einen Weg einer möglichen Geldentwertung zu entkommen: Brenner: "In beiden Fällen profitieren inflationssensible Anlagen wie Gold und Silber."

Von 500 Euro bleiben bei nur 1,7 Prozent Inflation real nach 40 Jahren nur 254 Euro

Tatsächlich kann man es mit der Angst zu tun bekommen, wenn man nur den Wertverlust des Geldes bei einer Inflation von beispielsweise 1,7 Prozent, die Inflationsrate des Jahres 2014, zur Berechnung des Wertverlustes seines Ersparten heranzieht. Wer heute 500 Euro zur Verfügung hat, erhält bei einer angenommenen Inflation von 1,7 Prozent laut Inflationsrechners nach 40 Jahren letztlich nur noch 254,76 Euro. Nach zwanzig Jahren ist der Betrag de facto auf 362,97 Euro geschmolzen, auch wenn der zukünftige Preis des Euro in derselben Zeit auf 981,31 Euro gestiegen ist. Und schon in zehn Jahren wäre der Betrag auf rund 429 Euro zusammengeschrumpft. Bereits im ersten Jahr sind 500 Euro um 8,36 Euro weniger wert. Noch heftiger wird es jedoch, wenn die Inflation beispielsweise fünf Prozent beträgt. In nur einem Jahr sind dann schon knapp 24 Euro weg.

Weitere Befürchtungen haben die Österreicher in Bezug auf eine mögliche Währungsreform. Auf die Frage: Haben Sie ernsthafte Bedenken, dass es in Österreich zu einer Währungsreform kommen könnte, die den Wert von veranlagtem Geld mindern könnte, gaben 20 Prozent der Befragten starke Bedenken an, weitere 50 Prozent gewisse Bedenken. Die größten Befürchtungen äußerten wie bei der Befragung der Inflation 40- bis 60-Jährige.

Hohe Staatsschulden sorgten von 1914 bis 1923 für rasante Geldentwertung

Große Währungsreformen fanden beispielsweise 1923 und 1948 statt. So machte 1923 eine rasch fortschreitende Inflation eine Währungsreform notwendig. Die deutsche Inflation von 1914 bis November 1923 stellte eine der radikalsten Geldentwertungen großer Industrienationen dar. Bereits mit Ende des Krieges 1918 hatte etwa die Deutsche Mark offiziell mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Eigentliche Ursache der schon ab 1919 beginnenden Hyperinflation war die massive Ausweitung der Geldmenge durch den Staat in den Anfangsjahren der Weimarer Republik, um die Staatsschulden zu beseitigen. In den Jahren 1921 und 1922 kam es zudem zu einem weltweiten Konjunktureinbruch. Die deutsche Volkswirtschaft konnte sich in dieser Zeit nicht erholen. Die entwerteten Löhne und Einkommen wirkten wie Lohndumping. Höhere Gehälter wiederum ließen das Land endgültig in die Hyperinflation abgleiten. Die Hyperinflation sorgte für einen Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft und des Bankensystems. Die Folge war ein harter Währungsschnitt, was nichts anderes als eine letztmalige massive Entwertung des Geldes darstellte, bevor sich die Wirtschaft wieder erholte.

Die Gewinner und Verlierer der Hyperinflation nach dem ersten Weltkrieg

Durch die inflationäre Geldentwertung wurden die ökonomischen und sozialen Lasten des verlorenen Krieges von den abhängig Beschäftigten und den reinen Geldvermögensbesitzern getragen. Lohn-, Gehalts- und Rentenempfänger wurden zu Bittstellern degradiert, da sie zur Ernährung ihrer Familien Armenküchen aufsuchen mussten. Im Gegensatz dazu konnte eine geringe Anzahl an Großunternehmern, Devisenspekulanten und Warenschieber, aber auch jene, die in Gold investiert waren, zu Reichtum gelangen. Der Goldpreis stieg laut wikimedia.org von Ende 1917 bis Ende 1923 von 100 Mark je Feinunze auf 100.000.000.000.000 Mark.

Als Folge dieser Ängste denken laut philoro-Studie rund die Hälfte der Befragten darüber nach, wie sie ihr Erspartes absichern, veranlagen können.

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