Zum Shopping nach New York? Schwacher Dollar ermöglicht Schnäppchen im Big Apple

Der Greenback ist wieder einmal auf Talfahrt. Das freut Konsumenten und Investoren. FORMAT zeigt, wo es sich lohnt, zuzugreifen.

Wenn sich im Central Park in New York die Blätter in herbstliches Gelb und Rot verfärben und dazu der Dollar auf Talfahrt ist, zahlt sich ein Kurztrip in die US-Metropole auf jeden Fall aus. Im weltgrößten Kaufhaustempel Macy’s ist gerade Schlussverkauf. Für eine Levi’s-501-Jeans berappt man dort gerade einmal umgerechnet 24 Euro. Im Apple Store auf der 5th Avenue bekommt man den dünnsten Laptop der Welt, das MacBook Air, ab 1.499 Dollar, was derzeit 1.025 Euro entspricht. Selbst wenn man alle Steuern zahlt, die in den USA und bei der Einfuhr nach Österreich anfallen, ist der Mac immer noch um 84 Euro günstiger als auf der heimischen Apple-Homepage. Der Leichtgewicht-Computer wird dort ab 1.399 Euro feilgeboten.

Günstig ist relativ
Doch nicht nur Shopping-Süchtige zieht es nach New York. Die Preise für Immobilien sind im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent gesunken. Durch den schwachen Dollar – aktuell steht der Euro/Dollar-Kurs bei 1,46 – gibt es wieder vermehrt Nachfrage aus Europa nach Zweitwohnsitzen in Manhattan. Ingeborg Schmidinger, Immobilienmaklerin bei Prudential Douglas Elliman: „Die Chance, in New York günstig Immobilien zu erwerben, ist im Augenblick sehr hoch. Für Investoren ist das eine sichere Geldanlage.“ Ein Schnäppchen ist New York trotzdem nicht. Wohnungen gibt es dort je nach Größe und Lage von 200.000 bis 40 Millionen Dollar. Für den Quadratmeter zahlt man im Durchschnitt noch immer 8.686 Euro. Maklerin Schmidinger: „Manhattan ist wie ein Mercedes. Nur weil man einen sehr guten Diskont heraushandeln kann, wird man ihn trotzdem nicht zum Preis eines Toyotas bekommen.“ Günstiger fährt man jedenfalls in Florida, wo die Immobilienpreise in den vergangenen drei Jahren schon auf Dollar-Basis um 47 Prozent abgestürzt sind (siehe Tipps und Infos für den US-Einkaufstrip ) .

Noch schwächer
Geht es nach den Experten, dann ist der Dollar erst am Anfang einer länger anhaltenden Talfahrt. Hatte die amerikanische Währung im Vergleich zum Euro von September 2008 bis März 2009 noch deutlich zulegen können, fällt der Greenback seither unaufhörlich. Rainer Singer, Währungsexperte der Erste Bank: „Der Dollar wurde während der Krise als sicherer Hafen angesehen, deshalb ist er zeitweilig wieder erstarkt. Die US-Notenbank und die öffentliche Hand haben allerdings das Land mit Dollars geflutet, um der Wirtschaftskrise entgegenzuwirken. Das schwächt jetzt die Währung.“ Dazu kommt, dass sich die Euroländer und vor allem Osteuropa deutlich schneller erholen als angenommen. Michael Rottmann, Leiter der Zins- und Währungsanalyse der UniCredit in München: „Positive Nachrichten beflügeln den Euro ebenso wie eine Liberalisierung der chinesischen Währung, die sich nicht mehr nur am Dollar orientiert.“ Der schwache Greenback kommt den US-Exporten zugute. Ein schnelles Erstarken ist deshalb wenig wahrscheinlich. Experte Rottmann rechnet mit einem Euro/Dollar-Wechselkurs von 1,57 im ersten Halbjahr 2010.

Dollar-Falle vermeiden
Heimische Anleger, die einen möglichen Kursgewinn von Aktien wegen weiterer Wertverluste des Dollars nicht verspielen wollen, können bei einigen Fonds zu einer speziellen währungsgesicherten Tranche greifen. So hat die Bawag den Amerika Blue Chip Stock in einer Euro-gehedgten Version (ISIN AT0000716576), die in den vergangenen sechs Monaten ein Plus von 39 Prozent erzielte. Zum Vergleich: Die ungesicherte Variante des Fonds (AT0000633276) kam im gleichen Zeitraum nur auf 28,6 Prozent. Wer einzelne US-Aktien im Depot haben will, kann zu Papieren von Konzernen greifen, die ihr Geschäft global ausgerichtet haben und auch in Europa Gewinne erzielen – diese sind jetzt, umgerechnet in Dollar, besonders hoch. Dazu zählen Coca-Cola, Apple Computers, Amazon, McDonald’s oder Kraft Foods.

Von Ingrid Krawarik und Robert Winter

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