Wie sich die Immo-Preise vom Burgenland
bis Vorarlberg entwickeln

Der Immobilien-Boom hält an. FORMAT zeigt, wo die Preise für Wohnungen und Häuser von Eisenstadt bis Bregenz am stärksten anziehen und wo Kauf und Miete noch leistbar sind.

Wer im Heimatbezirk des Pop-Barden Hansi Hinterseer eine fixe Bleibe sucht, muss immer tiefer in die Tasche greifen. Seit 2007 ist der Preis je Quadratmeter für eine neue Eigentumswohnung in Kitzbühel um 19 Prozent auf nunmehr 3.014 Euro nach oben geschnellt. Noch teurer ist nur noch Innsbruck. Für einen Quadratmeter Eigentums-Appartement zahlt man in der Landeshauptstadt jetzt im Durchschnitt bereits 3.105 Euro, das sind immerhin 7,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Ursache der Preisrekorde: Seit Ausbruch der Finanzkrise suchen immer mehr Anleger einen sicheren Hort für ihr Geld. Karl Fichtinger, Chef der Immo-Contract: „In Österreich herrscht seit mehreren Jahren große Nervosität, weshalb sehr viel Geld in Richtung Immobilien-Investments umgeleitet wurde. Steigende Preise sind die logische Folge.“

Arno Wimmer, Chef von Conterra Immobilien und Remax Innsbruck: „In den vergangenen eineinhalb Jahren hat in der Landeshauptstadt Innsbruck die große Nachfrage nach sogenannten Vorsorgewohnungen die Preise deutlich in die Höhe getrieben. Davon sind speziell Ein- und Zweizimmerwohnungen betroffen.“ Dass die Preise in diesem Segment weiter stark steigen werden, glaubt Immobilien-Profi Wimmer jedoch nicht, weil Käufer von Anlegerwohnungen typischerweise nur in ein Objekt investieren und der Bedarf großteils bereits gestillt wurde.

Nichtsdestotrotz wird laut Wimmer die Nachfrage nach Wohnungen in Top-Lage mit Balkon oder Terrasse und guter Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz in Innsbruck weiter hoch bleiben. Immo-Contract-Chef Fichtinger: „In Wien und in Innsbruck sind die Preise auch deswegen deutlich gestiegen, weil die Anzahl geförderter Wohnobjekte nicht mit der gestiegenen Nachfrage mithalten kann.“

In zwei Jahren 8,7 Prozent teurer

Der Run auf Immobilien macht freilich nicht an den Landesgrenzen von Tirol oder Wien halt. Laut dem Immobilienindex der TU Wien wurden gebrauchte Eigentumswohnungen in den Bundesländern (ohne Wien) von Ende des 1. Quartals 2009 bis Ende März des laufenden Jahres im Schnitt um 8,7 Prozent teurer, bei neuen Eigentumswohnungen erreichte der Preisanstieg 7,9 Prozent. Wie aus dem aktuellen Immobilienpreisspiegel 2011 (Studie im Umfang von 270 Seiten, Preis 35 Euro, Kontakt: office@wkoimmo.at, Telefon 01/522 25 92) hervorgeht, wird die Schnäppchenjagd nach günstigen Immobilien zwischen Neusiedler und Bodensee generell immer schwieriger. So stiegen zum Beispiel die Preise für neue Eigentumswohnungen im burgenländischen Mattersburg auf Jahressicht um 19,2 Prozent, und auch der Preis eines Einfamilienhauses explodierte um 19,8 Prozent. In Vorarlberg war Feldkirch der Hot Spot mit einem Preisanstieg von 9,8 Prozent bei gebrauchten Eigentumswohnungen.

Selbst wenn die Mieten binnen Jahresfrist weniger stark nach oben kletterten als die Kaufpreise, wird auch dort schon die Luft dünn. Immo-Contract-Experte Fichtinger: „Die Relationen passen einfach nicht mehr zusammen. Die Löhne und Gehälter sind in den vergangenen Jahren deutlich weniger stark gestiegen als die Mieten. Beim Immobilien-Investment schließe ich mich der Meinung von Erste-Bank-Chef Andreas Treichl an. Er hat kürzlich davor gewarnt, das ganze Geld in Grund und Boden zu investieren.“

– Robert Winter

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