Was taugt die Aktie von Borussia Dortmund?

Was taugt die Aktie von Borussia Dortmund?

Mit Borussia Dortmund befindet sich heuer ein börsennotierter Verein im Finale der Champions League. Die Aktie hat dementsprechend reagiert.

Wer vor dem ersten Match des laufenden Bewerbes eingestiegen ist, hat bislang ein Plus von 25 Prozent verbucht (siehe Chart links). Zum Vergleich: Der DAX schaffte im selben Zeitraum rund fünf, der ATX immerhin zehn Prozent.

Dem Geschäftsbericht der Vereinsführung ist zu entnehmen, dass bereits "das Überstehen der Gruppenphase der UEFA Champions League [...] in allen Geschäftsbereichen für das gesamte Geschäftsjahr weitere Wachstumseffekte bewirkt.“ Nachdem dieses Ziel mehr als nur erreicht wurde, sind die wirtschaftlichen Grundvoraussetzungen für das Jahr also erfüllt. Dazu kommt, dass der Verein beim Bundesliga-Stand auch im nächsten Jahr fix in der Königsklasse mitmischen wird. Selbst wenn das Finale verloren geht. Von den 37 Millionen Euro, die der Klub für den Transfer von Mario Götze an Bayern München lukriert hat, ganz zu schweigen.

Wüsste man nicht, dass es sich bei dem Titel um eine Fußballaktie - mit allen damit verbundenen Unsicherheiten handelt, würden Analysten ins Schwärmen verfallen: Das erwartete KGV liegt unter sieben, das Kurs-Buchwert-Verhältnis macht mit 1,9 aus den Borussen zwar keinen technischen Übernahmekandidaten, ist aber nicht übertrieben hoch. Und zu guter Letzt verspricht der Verein Aktionären auch noch eine Dividendenrendite von wahrscheinlich 1,9 Prozent. Bei vielen Sparverzinsungen steigt man deutlich schlechter aus. Nicht ganz so erbaulich sind die Verbindlichkeiten. Laut Geschäftsbericht belaufen sich diese auf knapp 170 Millionen Euro - also knapp 70 Prozent des geschätzten Jahresumsatzes.

Tatsächlich ist das aber der einzige Wermutstropfen. Im Vergleich zu anderen, bislang renommierteren Fußballunternehmen wie Manchester United, relativiert sich diese Schuldenquote auch noch: Denn der seit August in New York notierende britische Klub weist sogar Verbindlichkeiten von einer halben Milliarde Euro aus. Will man Wochengagen wie die 250.000 Euro, die man für Spieler wie Robin van Persie auf den Tisch legen muss, finanzieren, ist jede Saison, in der man nicht zumindest das Semifinale erreicht, eine mittlerer Katastrophe. Dieses Jahr war bereits im Achtelfinale Endstation. Aus diesem Grund und dem steigenden Schuldenberg ist die Aktie trotz ihrer Performance (Plus 37 Prozent seit Beginn der laufenden CL-Saison ) eher mit Vorsicht zu genießen.

Nur für betuchte Fans

Der zweite große britische Börsenklub, Arsenal London, dürfte für den durchschnittlichen Fan so oder so keine Kaufoption sein. Bereits der Erwerb einer einzigen Aktie würde meist eine etwas zu stark gewichtete Beimengung im Portfolio ergeben. Ein Anteilsschein des von Übernahmegerüchten umschwirrten Vereins notiert nämlich bei 16.000 Pfund. Das übrigens seit rund zwei Monaten.

Ein dritter Inselverein, der mit den großen Rivalen diese Saison auf Augenhöhe gespielt hat, ist Celtic Glasgow. Zwar ist die Champions League Geschichte und mit einem Jahres-Umsatz von rund 58 Millionen Euro kann das Unternehmen weder sportlich noch finanziell als Blue Chip bezeichnet werden, allerdings hat Celtic Verbindlichkeiten von nur 22,8 Millionen Euro. Dazu kommt, dass wohl niemand mit dem Aufstieg ins Achtelfinale gerechnet hat. Die Mehreinnahmen aus der K.O.-Phase bringen also erfreuliche zusätzliche Mittel.

Bewertungstechnisch darf sich Juventus Turin als Champions-League-Sieger fühlen. Die Aktie hat ein KGV von 2,4 - ein Wert, dem man nicht alle Tage begegnet. Dennoch sollte auch der wahre Fan die Finger von dem Titel lassen: Seit Jahren geht es an der Börse bergab. Zumindest sportlich haben sich die Turiner wieder erfangen. Sie stehen vor dem Gewinn der italienischen Meisterschaft.

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