Warren Buffett: Das große Spiel

Warren Buffett: Das große Spiel

Warren Buffett ist 82, und seine Vorlieben haben sich zeit seines Lebens kaum verändert. "Ich lese gerne Geschäftsberichte, ich spiele leidenschaftlich Bridge. Ich habe mich in all den Jahren nicht sehr gewandelt. Ich war zufrieden, als ich zwanzig war, also sehe ich keinen Grund, da etwas zu verändern.“

Damit hat Buffett schon beinahe alles über sich gesagt. Er ist die Antithese zu allen sich auf hochkomplexe Technologien, wie Hochfrequenzhandel, stützenden Börsenspekulanten. Einer seiner Lieblingsbegriffe ist "rational“ - vernünftig, sinnvoll, nachvollziehbar. Das hört man gerne, in einer Welt, in der alles immer komplizierter wird. Und Buffett agiert immer so bei seinen Investments. Das Geschäftsmodell des Unternehmens, an dem er Anteile kauft, muss rational nachvollziehbar sein.

Ein Anfang Dezember erschienenes Buch beschreibt Buffett nun erstmals nicht nur als Investor: "Tap Dancing to Work - Warren Buffett on practically everything“. "Stepptanzen bei der Arbeit - Warren Buffett über einfach alles“, so der selbstironische Titel. Carol J. Loomis, Chefredakteurin des "Fortune Magazine“, beschreibt darin, wie sich Buffetts Bedeutung in der Öffentlichkeit gerade durch sein Ablehnen von Veränderungen gewandelt hat.

Buffett ist nicht mehr ausschließlich Amerikas erfolgreichster Investor. Er ist mittlerweile so etwas wie Amerikas großer, weiser alter Mann. Sein von Präsident Barack Obama oft gepriesener Kreuzzug, die Superreichen höher zu besteuern, ist ein gutes Beispiel dafür. In einer Zeit, in der den Superreichen der Hass der Bevölkerung entgegenschlägt, ist Warren Buffett nicht nur der zweitreichste Amerikaner, sondern auch einer der am höchsten angesehenen.

Burger und Eiscreme

Ein Mann, der am liebsten Hamburger mit Pommes frites isst, dazu Cola trinkt und zum Nachtisch meistens Vanilleeis mit Schokosauce bestellt, kann kein eiskalter Spekulant sein. Noch dazu, wo er noch immer in jenem Haus in Omaha lebt, das er 1958 für 31.500 US-Dollar gekauft hat. Tatsächlich hat Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway an all den Unternehmen, an denen sie substanzielle Beteiligungen hält , nie größeren Einfluss auf das Management ausgeübt. Aber Buffett kämpft für das Recht seiner Aktionäre. Über eine weitere Gesellschaft ist er am Schweizer Rückversicherer Swiss Re mit drei Prozent beteiligt. Berkshire Hathaway klagt nun Swiss Re auf Schadenersatz in der Höhe von einer Milliarde Dollar. Swiss Re soll den Amerikanern in einem Vertrag falsche Sterblichkeitsraten untergejubelt haben.

Teuerste Aktie

Mit einem Kurs von 101.000 US-Dollar ist die Berkshire-Hathaway-Aktie das teuerste Wertpapier der Welt. Doch 2010 führte Buffett die B-Aktie, die Baby-Berkshires, ein. Bei einem Preis von rund 67 US-Dollar sind sie für jedermann erschwinglich (siehe links). Buffett konzentriert sich bei seinen Investments auf wenige Unternehmen: "Wenn man von Blume zu Blume geht, muss man viele Blumen finden, um viel Geld zu machen. Aber so viel blühende Geschäftsideen gibt es nicht.“

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