Von der Mine ins Depot

Von der Mine ins Depot

Anleger stehen vor der Frage, ob es nun klug ist, günstig bewertete Aktien von Minenkonzernen zu kaufen, oder ob Edel- und Industriemetalle die bessere Wahl sind.

Im US-Bundesstaat Utah kann die Rechnung im Supermarkt oder an der Tankstelle mit Goldmünzen beglichen werden. Ein gutes Geschäft ist das nicht. 1.750 Dollar beträgt der Goldwert der American-Eagle-Münze bereits, zur Verrechnung wird aber nur der Nennwert von 50 Dollar gebracht.

Dagegen war der Kauf des Edelmetalls seit Jahren trotz Preisschwankungen eine profitable Sache. Der Goldpreis legte, in Euro gerechnet, seit Ende November 2009 um 72 Prozent zu. Mit 115 Prozent Ertrag stehen Käufer von Silber noch besser da. Nur wer Edelmetall-Aktien kaufte, hinkte hinterher. Mit einschlägigen Fonds wurden seit 2009 lediglich 2,3 Prozent Rendite jährlich erzielt.

Anleger stehen also vor der Frage, ob es nun klug ist, günstig bewertete Aktien von Minenkonzernen zu kaufen, oder ob Edel- und Industriemetalle die bessere Wahl sind. Joachim Berlenbach, Geologe und Fondsadvisor der Earth Resource Investment Group, meint: "Viele Minenaktien sind mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 4 oder 5 sehr günstig. Leider ist die Kennzahl für diese Papiere völlig ungeeignet. Man muss sich am freien Cashflow orientieren“ (siehe Interview ). Und gerade beim Erzielen hoher freier Cashflows schneiden die Edelmetallkonzerne jetzt schlecht ab. Deshalb wird es noch dauern, bis Minenaktien wieder zu den Goldgruben der Anleger werden.“

Verknappung als Preistreiber

Deutlich bessere Chancen bietet Kupfer. Die Ursache: Der Bedarf der Schwellenländer, speziell von China, steigt seit Jahren. Laut dem US-Berater Wood Mackenzie wird dieser Trend anhalten, alleine bei Chinas Kupferbedarf rechnen die Experten bis 2015 mit einer Nachfragesteigerung von knapp zehn Prozent pro Jahr. Dazu kommt, dass der Kupfergehalt neu entdeckter Vorkommen seit Ende der 1990er-Jahre sinkt, während das Interesse von Großanlegern steigt. Aktuell planen Investmenthäuser wie JPMorgan und BlackRock, börsengehandelte Fonds auf Kupfer zu lancieren. Sollten die Produkte auf den Markt kommen, wird das laut Aurubis, Europas größtem Kupferproduzenten, zwangsläufig zum Preisanstieg des Rohstoffs führen, weil das physisch hinterlegte Kupfer der Versorgungskette der Industrie entzogen wird.

Trotz der guten Vorzeichen müssen Anleger bedenken, dass der Preis des Industriemetalls am Gängelband der Konjunktur hängt und dass starke Preisschwankungen wie im Vorjahr möglich sind. Deshalb sollten maximal fünf Prozent des Geldes in Kupfer gelegt werden. Wer eine Anlage mit physisch hinterlegtem Kupfer will, kann Anteile des Physical Copper ETC von ETF Securities (JE00B419CB89) kaufen. Den Kupferpreis bildet das Kupfer-Open-End-Zertifikat (NL0000212934) der RBS ab.

Bei physischem Gold sind rasante Preissteigerungen wie bis zum Herbst 2011 derzeit nicht in Sicht. Thorsten Pröttel, Rohstoff-Experte der LBBW: "Der Wert einer Feinunze Gold wird Ende 2013 bei 1.850 Dollar liegen, was gegenüber dem aktuellen Niveau rund plus sechs Prozent entspricht.“ Experte Berlenbach schätzt, dass der Goldpreis in zwei Jahren die 2.000-Dollar-Marke knacken kann. Anleger, die physisches Gold halten wollen, können zu Barren greifen. Aber der Preis ist heiß, sind doch für den Ein-Kilo-Barren 43.850 Euro auf den Tisch zu blättern. Eine Alternative zum Einstieg in physisches Gold liefert Xetra-Gold (DE000A0S9GB0). Dabei handelt es sich um eine Schuldverschreibung mit der Deutschen Börse als Emittentin.

Achtung: Wer aus Xetra Gold aussteigen will, kann sich das Edelmetall zwar aushändigen lassen. Dabei fallen für österreichische Investoren bei einem Ein-Kilo-Barren jedoch rund 2.800 Euro Auslieferungskosten an.

Papiere, die den Goldpreis abbilden, sind etwa das RCB-Indexzertifikat Long Gold Open End (AT0000489398) oder das Volksbank-Index-Zertifikat auf Gold (AT000B053699). Im Vergleich zu Gold liegt die Preislatte zum Einstieg in physisches Silber deutlich tiefer. Im Gegensatz zu Gold fallen bei Silber jedoch 20 Prozent Mehrwertsteuer an. Zwecks Streuung bietet sich ein Blick auf das Silber-Indexzertifikat der Volksbank (AT000B053681) an.

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