Vermehren Sie Ihr Geld: Auf welche Börsen-Produkte Sie jetzt am besten setzen

Die Börsen sind so günstig wie lange nicht mehr. Der erste Aufschwung wird die Kurse in die Höhe jagen. FORMAT hat sieben Experten um ihre Anlagetipps für 10.000 und 100.000 Euro gebeten. Lesen Sie, wie Sie jetzt in Fonds, Aktien, Zertifikate und Anleihen investieren.

Aktien sind so günstig wie seit langem nicht mehr. So sind die wichtigsten 50 Topkonzerne der Eurozone, die im EuroStoxx50-Index enthalten sind, im kommenden Jahr mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 8,9 ausgesprochen günstig bewertet. Im Jahr 2007 war die Bewertung mit 12,7 noch 30 Prozent teurer. Noch ­billiger sind die Schwellenlandbörsen. In Russ­land liegt das KGV nach dem jüngsten Kursrutsch infolge der Georgien-Krise nur noch bei 5,1. Eigentlich müsste die Devise für langfristige Anleger jetzt heißen: kaufen, kaufen, kaufen.

Der rechte Zeitpunkt
Doch noch ist die Finanzkrise nicht ausgestanden. Außerdem verderben die hohe Inflation und die Gefahr eines Wirtschaftsabschwungs die Laune der Investoren. Bei schlechten Nachrichten sind deshalb noch weitere Kursverluste möglich. Anleger haben derzeit also die Qual der Wahl. Wer nicht rechtzeitig einsteigt, verpasst möglicherweise enorme Gewinne. Und wer sein Pulver zu früh verschießt, fährt sein Depot zumindest vorübergehend noch weiter in die roten Zahlen. Erfahrungsgemäß werden Mutige letztlich an der Börse belohnt. Deswegen zog FORMAT sieben renommierte Experten zu Rate, wo sie jetzt besonders gute Chancen sehen.

Sieben Experten, ein Artikel
Drei Dachfondsmanager wurden gefragt: Wie würden Sie jetzt 10.000 Euro in Fonds anlegen? Dabei ging es ganz bewusst nicht darum, den gesamten Sparstrumpf zu leeren, sondern wenigs­tens mit einem Teil des verfügbaren Kapitals die günstigen Kurse zu nutzen. Vier Private Banker bekamen eine ähnliche Aufgabe gestellt, allerdings mit der Summe von 100.000 Euro und der Möglichkeit, auch Einzelinvestments in Aktien, Anleihen oder Zertifikate zu tätigen. Das Ergebnis ist eine Vielzahl von Tipps, wie man jetzt aus der Krise Profit schlagen kann – viele davon sind auch mit einem Einsatz von einigen Hundert Euro sinnvoll.

Globalisierung als Motor
Generell setzen alle Experten weiter auf die Globalisierung und den Aufstieg der Schwellenländer. So findet sich zum Beispiel der Weltaktienfonds M&G Global Leaders gleich zweimal in den Bestenlisten. Gabriele Jandrisevits-Herzog, Dachfonds­chefin der Erste-Sparinvest, würde 3.000 Euro in den Fonds investieren: „Der Fonds setzt auf globale Weltmarktführer, die naturgemäß in den Schwellenländern stark vertreten sind.“ Das Produkt ist auch ein Favorit von Karin Kunrath, Fondsanalyse-Chefin der Raiffeisen-Fondsgesellschaft: „Fondsmanager Aled Smith ist sehr bodenständig, erfahren und liefert seit Jahren herausragende Leistungen.“

Rohöl-Hunger
Das enorme Wachstum der Schwellenländer und ihr Hunger nach Rohstoffen ist auch der Hauptgrund für die stark gestiegenen Energiepreise. Die Experten glauben mittel- bis langfristig an weiter steigende Energiekosten. Deshalb empfiehlt zum Beispiel Frank Gans gleich zwei einschlägige Fonds: den BlackRock World Energy, der sich auf klassische Konzerne wie Chevron, ExxonMobil und BP konzentriert, und den BlackRock New Energy, der auf nachhaltige Energieaktien wie Vestas Wind Systems setzt. Gans: „Den Ölpreis kann niemand exakt vorhersagen. Klar ist aber, dass die Ölkonzerne schon bei 70 Dollar hohe Gewinne geschrieben haben und beim jetzigen Niveau noch weit profitabler sind.“

Hohe Anleihenrenditen dank Bankenkrise
Die weltweite Finanzkrise hat nicht nur die Aktienkurse unter Druck gesetzt, sondern auch die Notierungen vieler Anleihen, speziell aus dem Bankenbereich. So ist derzeit ein Papier der Volksbank-Tochter in Jersey zu einem Kurs von 56 zu haben, was einer Rendite von etwa 8,5 Prozent entspricht. Haken, so Capital-Bank- Vorstand Veyder-Malberg: „Die Anleihe hat kein Laufzeitende, die Volksbank kann aber jährlich kündigen.“ Auch Staatsanleihen von Euro-Mitgliedern werden derzeit mit attraktiven Zitterprämien verkauft. Hier rät Gutmann-Bankerin Marion Klotzberg zu Papieren aus Italien, Slowenien und dem künftigen Euro-Mitglied Slowakei.

Unterschiedliche Anleihenklassen mischen
Wer den Anleihenkauf lieber einem Fondsmanager überlässt, dem wird generell zu Produkten geraten, die zumindest einige höherverzinste Anleihen beimischen. Gleich zweimal wurde der Julius Baer Absolute Return Bond Plus nominiert. Er mischt Papiere unterschiedlicher Anleihenklassen mit dem Ziel, möglichst immer positive Erträge zu erzielen. Raiffeisen-Fondsexpertin Kunrath: „Mit solchen Fonds erspart sich ein Anleger die Arbeit, sein Vermögen selbst auf die jeweils vielversprechendsten Anleihensegmente umzuschichten. Zwar haben viele dieser Total-Return-Fonds in der Krise enttäuscht, Julius Baer ist aber eine positive Ausnahme.“

Investieren mit Sicherheitspuffer.
Wer eher mit einer Seitwärtsbewegung der Börsen als mit einem Kursfeuerwerk rechnet, findet eine reiche Auswahl an Zertifikaten mit Bonus oder Airbag. So empfiehlt Euram-Bank-Vorstand Manfred Huber für Japan ein Zertifikat der Société Générale, bei der man bis Ende 2009 einen Gewinn von 17,5 Prozent kassieren kann, wenn der Nikkei-Index bis dahin nicht unter 8.500 Punkte fällt. Das bedeutet nach derzeitigem Stand einen Risikopuffer von 32 Prozent. Huber rät aber bei Zertifikaten angesichts der noch nicht bereinigten Bankenkrise zu einer Vorsichtsmaßnahme: „Man kann das Restrisiko von Verlusten, weil einer der Emittenten pleitegeht, dadurch reduzieren, dass man zu Papieren unterschiedlicher Banken greift.“ Schließlich will niemand den Börsenanstieg nur deshalb verpassen, weil er falsche Produkte erwischt hat.

Von Robert Winter und Martin Kwauka

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